Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2009)

GELD & BÖRSE 
VOLKSBLATT 
14 SAMSTAG, 18. APRIL 2009 
«Relativ gut gewappnet» 
SNB-Präsident Jean-Pierre Roth rechnet nicht mit raschem Aufschwung 
BERN – Die Aussichten der 
Schweizer Wirtschaft bleiben im 
Urteil der Nationalbank ziemlich 
düster, und mit einer richtigen 
Wende kann erst 2010 gerechnet 
werden. 
Die Schweiz sei für diese Situation 
aber relativ gut gewappnet, sagte 
SNB-Präsident Jean-Pierre Roth 
am Freitag an der GV der Noten- 
bank in Bern. Bei seinem letzten 
Auftritt vor den Aktionären dämpfte 
der Ende Jahr zurücktretende Präsi- 
dent der Schweizerischen National- 
bank (SNB) Hoffnungen auf einen 
raschen Aufschwung. In diesem 
Jahr müsse mit der stärksten Rezes- 
sion seit 1975 gerechnet werden. 
Neben sinkenden Exporten und 
rückläufigen Investitionen sei auch 
davon auszugehen, dass der Kon- 
sum schrittweise zurückgehen wer- 
de, weil die Unsicherheit über die 
Entwicklung der Kaufkraft der pri- 
vaten Haushalte wachsen werde. 
Nur langsame Erholung 
Zwar gebe es da und dort Anzei- 
chen einer Stabilisierung, und der 
Rückgang des Bruttoinlandspro- 
dukts dürfte in näherer Zukunft all- 
mählich an Intensität verlieren, 
sagte Roth. Allerdings werde vo- 
raussichtlich erst nächstes Jahr eine 
eigentliche Wende eintreten. Die 
Erholung werde zudem langsam 
sein, weil die gegenwärtigen 
Schwierigkeiten nicht einfach zy- 
klischer Natur seien. Sie seien auch 
die Folge einer tiefen Vertrauens- 
krise. 
Der SNB-Präsident zählte aber 
auch eine Reihe von Gründen auf, 
die dafür sprechen, dass die Schweiz 
für die Bewältigung der Krise «re- 
lativ gut gewappnet» ist. So sei die 
Exportindustrie sowohl preislich 
wie auch technologisch wettbe- 
werbsfähig. Die Unternehmen hät- 
ten in den letzten Jahren gute Er- 
gebnisse erzielt und verfügten über 
gesunde Finanzen. Im Unter- 
schied zu anderen Ländern bil- 
dete sich in der Schweiz ge- 
mäss Roth in den letzten Jah- 
ren keine Immobilienblase. Ei- 
nen Vorteil sieht der Noten- 
bankchef in der auf KMU beru- 
henden Firmenstruktur, die Fle- 
xibilität bringe. Schliesslich 
seien die Finanzen der öf- 
fentlichen Hand saniert 
und die Zahlungsbilanz 
in einem soliden Zu- 
stand. 
Nationalbank 
gibt sich gute Noten 
Auch wenn die National- 
bank den Absturz nicht ver- 
hindern konnte, zog der 
oberste Stabilitätshüter eine 
positive Bilanz der Geldpoli- 
tik. Die auf den Geldmarktsatz 
ausgerichtete Politik habe sich in 
der von der Verschlechterung auf 
dem Kreditmarkt geprägten Phase 
als besonders zweckmässig erwie- 
sen. Sie habe es erlaubt, die Schwei- 
zer Wirtschaft teilweise von den 
Auswirkungen der Finanzkrise ab- 
zuschirmen. 
Eine eigentliche Kreditklemme 
ist nach den Worten des SNB-Präsi- 
denten in der Schweiz nach wie vor 
nicht zu beobachten. Allerdings 
hätten sich die Finanzierungsbedin- 
gungen für die Unternehmen am 
Kapitalmarkt deutlich verschärft. 
Deshalb habe die Nationalbank am 
vergangenen 12. März beschlossen, 
in jenen Marktsegmenten zu inter- 
venieren, die die markantesten Un- 
gleichgewichte aufwiesen. Roth be- 
kräftigte zudem, dass die gleichzei- 
tig zum ersten Mal seit 15 Jahren 
wieder aufgenommenen Interventi- 
onen am Devisenmarkt nicht eine 
wettbewerbsorientierte Abwer- 
tungspolitik seien. Viel- 
mehr gehe es darum, den 
Deflationsgefahren dezi- 
diert zu begegnen und 
einen erneuten Anstieg 
des Frankenkurses ge- 
genüber dem Euro zu 
verhindern. 
Bei den statutarischen Ge- 
schäften genehmigten die 
Aktionäre die Jahresrech- 
nung und hiessen die Aus- 
schüttung von 2,5 Milliarden Fran- 
ken an Bund und Kantone gut, ob- 
wohl die Nationalbank 2008 einen 
Verlust von 4,7 Milliarden Franken 
erlitt. Zum neuen Mitglied des Bank- 
rats wurde der Präsident der Waadt- 
länder Kantonalbank, Oliver Stei- 
mer, gewählt. Er löst im elfköpfigen 
Aufsichtsgremium den zurücktre- 
tenden Alexandre Swoboda ab. (ap) 
  
Wechselkurse 17.04.2009 
Noten 
EUR *   1.4765 1.5665 
USD   1.1225 1.2125 
GBP   1.6615 1.8015 
CAD   0.9125 1.0125 
JPY   1.1125 1.2225 
Devisen 
EUR   1.5065 1.5365 
Aktuelle Devisenkurse, Telefon +423 236 86 90 
*LLB-Kunden beziehen Euronoten an den LLB-Bancomaten zum Devisenkurs 
Edelmetallkurse 17.04.2009 
KG Gold CHF 32.449.00 32.799.00 
Unze Gold USD 866.75 870.75 
KG Silber CHF 441.80 523.80 
Vreneli CHF 187.00 216.00 
Krüger CHF 1.008.00 1.106.00 
Festgeldsätze p.a. netto Valuta 21.04.2009 
Mindesteinlage: CHF 50‘000.--, EUR 25‘000.--, GBP / USD 40‘000.-- 
3 Monate 6 Monate 12 Monate 
CHF 0.125 % 0.125 % 0.125 % 
EUR 0.500 % 0.625 % 0.875 % 
GBP 0.625 % 0.875 % 1.125 % 
USD 0.250 % 0.625 % 0.875 % 
Weitere Währungen auf Anfrage. 
Kassenobligationen gültig ab   03.03.2009 
  CHF EUR 
2 Jahre   0.500 % 1.250 % 
3 Jahre   0.750 % 1.500 % 
4 Jahre   1.125 % 
5 Jahre   1.375 % 
6 Jahre   1.625 % 
7 Jahre   1.750 % 
8 Jahre   1.875 % 
Inhaberaktie 17.04.2009 
LLB-Inhaberaktie   CHF 51.50 
Aktienfonds NAV 16.04.2009 Valoren-Nummer Preis YtD Perf. 
LLB Aktien Schweiz (CHF) 1'325'570 129.50 * -3.28 % 
LLB Aktien Europa (EUR) 1'325'564 54.97 * -1.04 % 
LLB Aktien Nordamerika (USD) 1'325'563 113.85 * -3.07 % 
LLB Aktien Japan (JPY)   1'325'561 6753.00 * -0.54 % 
LLB Liechtenstein Banken (CHF)   512'970   119.70 * -13.78 % 
LLB Aktien 50 Leaders (CHF)   847'513 77.20 * 1.65 % 
LLB Aktien Regio Bodensee (CHF) 945'366 138.05 * -3.16 % 
LLB Aktien Fit for Life (CHF) 434'215 68.35 * 2.47 % 
LLB Aktien High Tech (CHF) 1'098'757 30.10 * 10.42 % 
LLB Aktien Global Trend (CHF) 1'798'671 95.25 * -4.21 % 
LLB Schweiz Performer   2'286'483 77.38 * -5.96 % 
LLB Aktien Immobilien Global (CHF) Klasse P 2'861'494 41.50 * -0.55 % 
Obligationenfonds NAV 16.04.2009 Valoren-Nummer Preis YtD Perf. 
LLB Obligationen CHF Klasse T 1'325'569 121.10 * -1.20 % 
LLB Obligationen CHF Klasse A 3'254'330 121.10 * -1.20 % 
LLB Obligationen EUR Klasse T 1'325'568 77.75 * -0.72 % 
LLB Obligationen EUR Klasse A 3'255'064 77.75 * -0.72 % 
LLB Obligationen USD   1'325'567 172.28 * -3.06 % 
LLB Obligationen Euro Alternativ (CHF) Klasse T 
  
674'526 104.35 * 2.27 % 
LLB Obligationen Euro Alternativ (CHF) Klasse A  3'257'003 104.35 * 2.27 % 
LLB Obligationen Global (EUR) Klasse P 916'371 58.92 * 0.87 % 
LLB Obligationen Inflation Linked (USD) Klasse P 2'861'487 102.01 * -1.06 % 
Strategiefonds NAV 16.04.2009 Valoren-Nummer Preis YtD Perf. 
LLB Strategie Zuwachs (CHF) 812'751 79.60 * 0.89 % 
LLB Strategie Ertrag (CHF) 812'745 95.55 * 0.26 % 
LLB Strategie Zuwachs (EUR) 812'755 84.49 * 1.77 % 
LLB Strategie Ertrag (EUR) 812'750 103.32 * 0.79 % 
LLB Strategie BPVV (CHF) 3'261'934 95.45 * 4.20 % 
Spezialfonds NAV 16.04.2009 Valoren-Nummer Preis YtD Perf. 
LLB Wandelanleihen TOPportunities (EUR) 1'162'861 99.68 * 4.62 % 
LLB Defensive (EUR) 2'153'524 106.31 * 0.88 % 
LLB Defensive (USD) 2'153'526 112.17 * 0.82 % 
LLB Aktien 50 Leaders Stufen Invest IV (CHF) 2'159'340 68.55 * 1.15 % 
LLB Wandelanleihen (EUR) Klasse P 2'861'470 74.62 * -2.21 % 
LLB Geldmarkt CHF 3'257'583 100.04 * 0.04 % 
* +/- Ausgabe-/Rücknahmekommission.                            Alle Angaben ohne Gewähr. 
Telefon +423 236 93 00 ab 17.30 Uhr 
Telefon +423 236 88 11 
Internet www.llb.li       
E-Mail llb@llb.li 
SNB-Präsident 
Jean-Pierre Roth. 
NEW YORK – Die Hoffnung auf ei- 
ne Stabilisierung der US-Finanz- 
branche wächst: Die schwer an- 
geschlagene Grossbank Citigroup 
hat ihren Verlust im ersten Quar- 
tal im Vergleich zum Vorjahr über- 
raschend deutlich verringert. 
Das Institut wies am Freitag ein 
Minus von 966 Millionen Dollar 
aus nach einem Verlust von mehr 
als 5 Milliarden im Vorjahreszeit- 
raum. Es war das beste Quartal seit 
Ende 2007. In den vergangenen Ta- 
gen hatten andere US-Banken be- 
reits mit unerwartet hohen Gewin- 
nen überrascht. 
Mit einem Verlust je Aktie von 
18 Cent schnitt die einst grösste 
US-Bank, die mit Milliarden vom 
Staat gestützt werden musste, bes- 
ser ab als von Analysten erwartet. 
Diese hatten mit minus 34 Cent 
je Anteilsschein gerechnet. Vor- 
standschef Vikram Pandit sagte, er 
sei erfreut über die Entwicklung 
der Bank. «Während wir und die 
Finanzindustrie angesichts der 
weltweiten Konjunkturschwäche 
in den kommenden Quartalen vor 
Herausforderungen stehen, wer- 
den wir alles tun, um Citi zu stär- 
ken.» 
Umsatz verdoppelt 
Der Umsatz verdoppelte sich im 
ersten Quartal im Vergleich zum 
Vorjahr auf 24,8 Milliarden Dollar 
dank eines starken Handelsge- 
schäfts. Investoren befürchten al- 
lerdings, dass das starke Handels- 
geschäft auch bei anderen Banken 
eine Ausnahmeerscheinung des 
ersten Quartals sein könnte. Faule 
Kredite belasteten die Citi-Bilanz 
mit 7,3 Milliarden Dollar. Zudem 
musste die Bank die Risikovorsor- 
ge für künftige Ausfälle um 2,7 
Milliarden Dollar erhöhen. Vor Ab- 
zug der Dividende an Vorzugsakti- 
onäre schrieb Citigroup mit 1,6 
Milliarden Dollar aber sogar 
schwarze Zahlen. 
Die Citigroup hat bisher 45 Mil- 
liarden Dollar von der Regierung 
erhalten und Bürgschaften über 100 
Milliarden für risikoreiche Papiere, 
im Gegenzug ist der Staat bei dem 
Institut eingestiegen. (ap) 
Besser als befürchtet 
Citigroup verringert Verlust deutlich 
Die Citigroup-Aktie legte im frühen US-Handel 1,5 Prozent zu. 
Aktienmarkt schliesst 
auf etwas höherem Niveau 
ZÜRICH – Der Schweizer Aktienmarkt hat 
die Sitzung vom Freitag nach zeitweise 
markanten Gewinnen auf etwas höherem 
Niveau beendet. Nach verhaltenem Start 
zog der SMI bis am Nachmittag an und 
stand zeitweise über 1 Prozent im Plus. Der 
SMI stieg bis Handelsschluss um 0,56 Pro- 
zent auf 5192,63 Punkte. Im Wochenver- 
gleich ergab sich ein Plus von 2,4 Prozent. 
Der SPI schloss 0,64 Prozent fester bei 
4395,91 Punkten. Gestützt wurden die Ak- 
tien dabei von besser als erwartet ausgefal- 
lenen Quartalsergebnissen der Citigroup 
und von General Electric. Grösste Gewin- 
ner waren Nobel Biocare und UBS mit 
einem Plus von je 7,3 Prozent auf 21.20 be- 
ziehungsweise 13.98 Franken. UBS profi- 
tierten wie Julius Bär (+6,6 Prozent auf 
38.80 Franken) oder Swiss Re (+4,5 Pro- 
zent auf 27 Franken) von der grundsätzlich 
wieder etwas freundlicheren Stimmung für 
die Finanzwerte. Dies galt aber nicht für CS 
(–2,3 Prozent auf 39.20 Franken) als 
Schlusslicht im SMI.   (sda) 
SCHWEIZER BÖRSE 
GM-Chef hält Insolvenz immer 
noch für wahrscheinlich 
DETROIT –  Der Chef von General Mo- 
tors hält eine Insolvenz für wahrscheinlich. 
Dies sei nicht die Lösung, die das Unter- 
nehmen vorziehe, angesichts der Auflagen 
der US-Regierung sei ein solcher Schritt je- 
doch immer noch wahrscheinlich, sagte 
Vorstandsvorsitzender Fritz Henderson am 
Freitag in einer Telefonkonferenz. GM ar- 
beitet laut Henderson an zwei Plänen gleich- 
zeitig: Einer von ihnen schliesst den Gang 
zum Insolvenzrichter mit ein. Wenn es bis 
zur von der Regierung gesetzten Frist am 1. 
Juni nicht gelinge, Schulden und Kosten auf 
dem Verhandlungsweg zu drücken, werde 
der Autobauer vorbereitet sein, Gläubiger- 
schutz nach Chapter 11 zu beantragen, 
sagte Henderson.   (ap) 
Konsumentenvertrauen 
stärker gestiegen als erwartet 
NEW YORK – Das Vertrauen der US-Kon- 
sumenten in die wirtschaftliche Entwick- 
lung ihres Landes hat sich überraschend 
deutlich gebessert. Der Index von Reuters 
und der Universität Michigan stieg im April 
auf 61,9 Punkte von 57,3 Zählern im Vor- 
monat. Das ist der höchste Stand seit Sep- 
tember, als die Pleite der US-Bank Lehman 
Brothers die Finanzkrise verschärfte, wie es 
am Freitag hiess. Ökonomen hatten nur mit 
58,5 Punkten gerechnet.   (ap) 
Mehr Gewinn als erwartet 
FAIRFIELD – Der US-Mischkonzern Ge- 
neral Electric (GE) hat im ersten Quartal 
weniger Umsatz, aber mehr Gewinn als er- 
wartet gemacht. Die Erlöse fielen binnen 
eines Jahres von 42,2 auf 38,4 Mrd. Dollar, 
wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. 
Analysten hatten mit einem Umsatz von 
39,9 Mrd. Dollar gerechnet. Mit 19 Mrd. 
Dollar kam ein Zehntel weniger neue Auf- 
träge im Infrastrukturgeschäft herein.  (sda) 
USA 
FOTO 
KEYSTONE 
FOTO KEYSTONE
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.