Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2009)

Liechtensteiner 
VOLKSBLATT 
AZ 9494 SCHAAN 
Samstag, 18. April 2009 
Mit amtlichen Publikationen 00423 237 51 51 
DI E TAGESZEI TUNG FÜR LI ECHTENSTEI N 
Der FC Vaduz 
empfängt heute 
im ultimativen 
Abstiegskrimi 
den FC Luzern 
Sport / 15 
Mehr Schutz für Sparer 
Im Parlament: Einlagensicherung soll Kleinanleger und Banken besser schützen 
VADUZ – Liechtensteins Banken 
sichern seit April 100 000 statt 
bisher 30 000 Franken auf Kon- 
ten und Sparbüchern. Für den Fall 
einer Bankenpleite. Gute Nach- 
richt in der Hektik. 
• Kornelia Pfeiffer 
Um zu verhindern, dass unsichere 
Verbraucher ihr Geld unter dem 
Kopfkissen horten, und um die 
Bankkunden zu beruhigen, haben 
viele Länder die Einlagensiche- 
rungen erhöht. So wird die EU neu 
mindestens 50 000 Euro garantie- 
ren. Die Schweiz legte noch drauf 
und schützt gesetzlich Spareinla- 
gen neu bis 100 000 Franken pro 
Kunden und pro Bank. In einem 
zweiten Schritt will die EU bis En- 
de 2010 die Mindestversicherung 
auf 100 000 Euro erhöhen. 
Vorgaben der EU 
In Liechtenstein garantieren die 
Banken seit April nicht nur 100 000 
statt bislang 30 000 Franken, um 
gegenüber der Schweiz wettbe- 
werbsfähig zu bleiben. Sie erfüllen 
freiwillig auch vorzeitig die Vorga- 
ben der EU. Über die dazu nötige 
Änderung des Banken- und des In- 
vestmentunternehmensgesetzes 
wird der Landtag nächste Woche 
beraten. Spätestens am 1. Juli will 
Liechtenstein die ES-Richtlinie der 
EU umgesetzt haben. Die fordert – 
ausser der Erhöhung der Deckungs- 
summe – auch die Auszahlungsfrist 
zu verkürzen: von drei Monaten auf 
20 Arbeitstage. In einem zweiten 
Schritt soll dann auch im EWR- 
Land Liechtenstein bis 1. Januar 
2011 das Einlagensicherungssys- 
tem völlig neu überdacht werden. 
Seit dem Chiasso-Skandal der 
Schweizerischen Kreditanstalt 1977 
wird im Schweizer Wirtschafts- 
raum über die Einlagensicherung 
diskutiert. Davor hatten die Banken 
zwischen St. Gallen und Genf, Chi- 
asso und Basel jeden Hinweis auf 
den mangelnden Einlegerschutz mit 
der Bemerkung abgetan, Kleinspa- 
rer seien praktisch noch nie zu 
Schaden gekommen. Das stimmte 
schon damals nur zur Hälfte. Jetzt 
in der Finanzmarktkrise kennzeich- 
net fast ein «Wettrüsten» die Lage. 
Wie der Wirtschaftswissenschaftler 
Professor Manuel Ammann in der 
Dezemberausgabe des Magazins 
für Wirtschaftspolitik «Die Volks- 
wirtschaft» warnt, sollten die Län- 
der die Vor- und Nachteile der Ein- 
lagensicherungssysteme genau ab- 
wägen. 
Ökonomische Kosten 
Einlagensicherungen verursach- 
ten zum einen ökonomische Kos- 
ten. So bestehe sowohl für Einleger 
wie für Banken ein Anreiz, höhere 
Risiken einzugehen. Auch würde 
das System, je sicherer und gross- 
zügiger es ausgestaltet sei, desto 
teurer, was in Nicht-Krisenzeiten 
zum Wettbewerbsnachteil werden 
könnte. Ammann schlägt ein Sys- 
tem auf drei Säulen vor: mit einem 
Sicherungsfonds, einer Nach- 
schusspflicht der Banken und einer 
Staatsgarantie. 
Arbeitslosenquote sank im März leicht 
Inland / 5 
NEWSMIX 
Starke Zunahme 
der ambulanten Behandlungen 
BERN – Immer mehr Patienten werden in 
Schweizer Spitälern ambulant verarztet. Im 
Gegensatz zu früher ist bei immer mehr Be- 
handlungen kein stationärer Aufenthalt mehr 
nötig. Andererseits nehmen die Notfallein- 
tritte stark zu, wie der Spitalverband H+ mit- 
teilte. In den fünf Schweizer Universitätsspi- 
tälern hat die Zahl ambulant behandelter Pa- 
tienten (inklusive Notfälle) zwischen 2004 
und 2007 deutlich zugenommen.   (sda) 
Vier Brände in der Schweiz 
BERN – Es war ein schwarzer Freitag: In 
der Schweiz entstand bei insgesamt vier 
Bränden ein Sachschaden in Millionenhö- 
he. Menschen wurden dabei nicht verletzt. 
Drei der vier Brände brachen im Kanton 
Zürich aus.   (sda) 
Neue Brücke vor Eröffnung 
ZIZERS – Die Züge der Rhätischen Bahn 
fahren ab nächster Woche zwischen Zizers 
und Untervaz über eine neue Brücke. Das 250 
Tonnen schwere Bauwerk wird am Montag in 
Betrieb genommen. Investiert wurden rund 5 
Millionen Franken. Ersetzt wurde eine Stahl- 
brücke aus dem Jahr 1896, die Ermüdungser- 
scheinungen zeigte. Sie konnte aus wirt- 
schaftlichen und technischen Gründen nicht 
saniert werden, wie die RhB mitteilte.   (sda) 
  
Inland 2–9 Kultur 23–24 
Ausland 10 Kino/Wetter 25 
Wirtschaft 11–14 TV 26+27 
Sport 15–20 International 28 
INHALT 
www.volksblatt.li 
132. JAHRGANG, NR. 86 Verbund Südostschweiz 
Tel. +423/237 51 51 
Fr. 1.80 
9 771812601006 
60016 
Heute Morgen 
15 
6 7 
19 
Schweizer Bier des Jahres 
kommt aus Liechtenstein 
FOTO 
MICHAEL 
ZANGHELLINI 
Bier des Jahres Bruno Güntensperger kann 
sich freuen: Sein «Weiza» wurde zum «Schweizer Bier 
des Jahres» gewählt. Seite 11 
3060 Kurzarbeiter in Liechtenstein 
Inland / 3 
Meist unter Strom produziert 
Schweizer Nutztierschutz-Organisation kritisiert «Kuhtrainer» 
BERN – Etwa 350 000 Schweizer 
Milchkühe leben nach Schät- 
zungen der Nutztierschutz-Orga- 
nisation KAGfreiland in ständiger 
Angst vor einem Stromschlag. 
Das stresse die Tiere und behin- 
dere sie in ihrem Verhalten. 
«Kuhtrainer» nennt die Branche 
den elektrisch geladenen Metallbü- 
gel, der 5 Zentimeter über dem Rü- 
cken der angebundenen Tiere ange- 
bracht ist. Da die Kuh beim Koten 
und Harnen den Rücken krümmt, 
erhält sie jedes Mal einen Strom- 
stoss, wenn sie nicht einen Schritt 
zurücktritt. Die Kuh soll ihre Not- 
durft gefälligst direkt über der 
Mistrinne und nicht am Standplatz 
verrichten. Das erspart den Bauern 
Arbeit – auf Kosten des Tierwohls, 
wie KAGfreiland feststellt. Aller- 
dings darf der Kuhtrainer nur zwei 
Tage pro Woche in Betrieb sein. 
Kritik am «Tag der Milch» 
KAGfreiland nimmt den heutigen 
Tag der Milch zum Anlass, an die 
Milchbranche zu appellieren: Diese 
soll in ihren Produktionsrichtlinien 
ein «Kuhtrainer»-Verbot verankern 
oder zumindest eine Laufstallpflicht 
durchsetzen. Derzeit ist es nur den 
Bio-Milchproduzenten untersagt, 
diese Elektrobügel einzusetzen. 
Laut KAGfreiland haben Untersu- 
chungen gezeigt, dass bis zu 90 
Prozent der Berührungen mit dem 
Kuhzüchtiger – wie der Bügel von 
den Gegnern genannt wird – gar 
nicht im Zusammenhang mit dem 
Koten und Harnen stehen. Der 
grösste Teil der Stromstösse werde 
etwa dann ausgelöst, wenn die Kuh 
Fliegen abwehre, sich kratze oder 
ihren Körper pflege. 
Der Schweizerische Bauernver- 
band (SBV) kritisiert die Angaben 
der KAGfreiland als tendenziös. Es 
seien viel weniger Tiere betroffen, 
weil unterdessen 30 Prozent der 
Tiere im Laufstall gehalten würden. 
Von den übrigen Betrieben mit kon- 
ventionellem Anbindestall hätten 
höchstens 60 Prozent einen Kuh- 
trainer, der sehr zurückhaltend ein- 
gesetzt werde.   (sda) 
Zürich–München 
künftig schneller 
BERN – Die Zugfahrt von 
Zürich nach München soll 
künftig um eine Stunde kür- 
zer werden. BAV-Direktor 
Max Friedli hat am Freitag 
im bayerischen Memmingen 
eine Vereinbarung für eine 
Vorfinanzierung unterzeich- 
net, dank der der Beginn der 
Ausbauarbeiten auf dieser 
Strecke beschleunigt werden 
kann, wie das Bundesamt für 
Verkehr mitteilte. Ziel der 
Ausbauten ist es, die Fahrzeit 
der Verbindung Zürich–Mün- 
chen auf drei Stunden und 15 
Minuten zu senken. Die Bau- 
arbeiten sollen nächstes Jahr 
beginnen und spätestens 2015 
abgeschlossen sein.   (ap)
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.