Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2009)

INLAND 
VOLKSBLATT 
5 DONNERSTAG, 16. APRIL 2009 
Es werden ständig mehr 
Die Statistiker zählten Ende des vergangenen Jahres 35 593 Einwohner im Fürstentum 
SCHAAN – Liechtenstein wächst 
immer weiter. Die ständige Be- 
völkerung erhöhte sich 2008 im 
Vergleich zum Vorjahr um 0,7 
Prozent auf 35 593 Einwohner. 
Ende Juni 2008 waren es noch 
35 446. 
• Christian A. Koutecky 
Das Wachstum der ständigen Bevöl- 
kerung, das die Statistiker des Amts 
für Volkswirtschaft zum 31. Dezem- 
ber 2008 festgestellt haben, war mit 
0,7 Prozent etwas höher als noch vor 
einem Jahr, als sich der Anstieg mit 
0,5 Prozent vergleichsweise be- 
scheiden ausmachte. 237 Menschen 
mehr haben nun ihren ständigen 
Wohnsitz im Fürstentum. Wobei die 
Statistiker betonen, dass es sich ak- 
tuell um ein vorläufiges Ergebnis 
handelt, weshalb eine Abweichung 
von bis zu zehn Einwohnern zur 
endgültigen Statistik möglich ist. 
Ende 2007 waren es noch 35 356 
Personen, die ständig in Liechten- 
stein lebten, ein Jahr zuvor 35 168. 
Zum Vergleich: 1960 war Liechten- 
stein noch von bescheidenen 16 628 
Menschen bevölkert. 
Ständige Bevölkerung 
Zur ständigen Bevölkerung zäh- 
len die im Land wohnhaften liech- 
tensteinischen Staatsangehörigen, 
die Niedergelassenen und die Jahres- 
aufenthalter sowie die Zöllner und 
deren Angehörige. Weiter dazuge- 
rechnet werden die Kurzaufenthal- 
ter und die vorläufig Aufgenom- 
menen, die bereits länger als zwölf 
Monate in Liechtenstein leben. 
In der Relation ist das Unterland 
(plus 0,8 Prozent/105 Personen) 
2008 im Vergleich zum Vorjahr et- 
was stärker gewachsen als das 
Oberland (0,6/132). Wobei das 
Oberland mit einer ständigen Be- 
völkerung von 23 102 immer noch 
deutlich bevölkerter ist als das Un- 
terland (12 491). Den grössten Zu- 
wachs unter den Gemeinden ver- 
zeichnete Planken (3,4/14) vor 
Gamprin (2,1/32), Schellenberg 
(1,3/13), Schaan (1,2/70), Triesen 
(1,0/46) und Mauren (1,0/38). 
Triesenberg mit Minus 
Eine Gemeinde in Liechtenstein 
musste hingegen einen kleinen 
Aderlass verkraften: In Triesenberg 
ging die Bevölkerung von 2549 auf 
2538 (minus 0,4 Prozent) zurück. 
Kaum verändert zeigten sich Vaduz 
(0,1/7), Balzer (0,1/6), Eschen 
(0,3/14) und Ruggell (0,4/8). 
Weniger Ausländer 
Auffallend ist, dass der Anteil der 
Ausländer an der ständigen Bevöl- 
kerung deutlich zurückgegangen 
ist. Der Ausländeranteil ging von 
33,6 Prozent Ende 2007 auf 33,1 
Prozent zurück – das waren 84 Per- 
sonen weniger. Wobei hierbei zu 
bedenken ist, dass viele, die zuvor 
als Ausländer gezählt wurden, die 
liechtensteinische Staatsbürger- 
schaft angenommen haben. Die ak- 
tuelle Statistik zu diesem Thema 
gibt es zwar noch nicht. Eine Ori- 
entierungshilfe bietet aber die Zahl 
aus dem Jahr 2007: Damals nah- 
men 211 Ausländer, die einen stän- 
digen Wohnsitz in Liechtenstein 
hatten, den hiesigen Pass an. 
Insgesamt zählten die Volkswirt- 
schaftler zum 31. Dezember 2008 
11 778 ständige Einwohner ohne 
liechtensteinischen Pass. Dem ste- 
hen in der vorläufigen Statistik 
23 815 «echte» Liechtensteiner ge- 
genüber. Die meisten Ausländer 
stammen seit Jahren aus der 
Schweiz und Österreich. 
Es tummeln sich immer mehr Menschen in Liechtenstein. 1960 war es nicht einmal die Hälfte von heute. 
FOTO 
WODICKA 
Es klappert in 
Liechtenstein 
Brütendes Storchenpaar in Schaan gesichtet 
SCHAAN – In den letzten beiden 
Jahren konnte man in Ruggell 
zwei erfolgreiche Storchenbruten 
beobachten. In diesem Jahr gibt 
es nun in Schaan ein zweites Brut- 
paar, das auf Junge hoffen lässt. 
• Hubert Hasler 
Angrenzend an das Ruggeller Riet 
brütete ein Storchenpaar auf einem 
Baumhorst und zog ein Junges auf. 
Damit nicht genug, bereits ein Jahr 
später brütete wiederum ein Paar 
auf dem gleichen Horst und brach- 
te drei weitere Jungtiere auf die 
Welt, die sich im Herbst auf den 
Weg Richtung Süden machten. 
Auch dieses Jahr ist der Horst wie- 
der besetzt. Im Gegensatz zu früher 
konnte aber dieses Jahr ein weiteres 
brütendes Paar auf dem Schaaner 
Auhof gesichtet werden, was An- 
lass zur Hoffnung auf weiteren 
Nachwuchs gibt. 
Population nimmt zu 
Der Jungstorch vor zwei Jahren 
bedeutete der erste Nachweis einer 
erfolgreichen Storchenbrut für das 
Fürstentum Liechtenstein nach über 
100 Jahren. Nachdem der Weiss- 
storchbestand Jahrzehnte lang stark 
abnehmend war, konnte in den letz- 
ten 20 Jahren die Population welt- 
weit durch verschiedene Projekte 
wie die Verbesserung der Lebens- 
räume und mittels Horstunterlagen 
attraktive Nistbedingungen für die 
beliebten Störche wieder markant 
gesteigert werden. «Bisher haben 
wir circa sieben Nistplätze in Liech- 
tenstein eingerichtet. Der Erfolg 
mit nun zwei brütenden Paaren be- 
ruht vor allem auch auf die erfolg- 
reichen Arbeit im Rheintal», sagte 
Rudolf Staub vom Transnationalen 
Storchenprojekt Ciconia. 
Eine Zählung 1994/1995 ergab 
einen Bestand von rund 166 000 
Paaren weltweit. Bereits zehn Jahre 
später konnte bei einer erneuten 
Zählung eine Zunahme auf etwa 
230 000 bekannt gegeben werden. 
Dabei können rund ein Viertel der 
Störche in den polnischen Masuren 
gesichtet werden. 
Ciconia pro Weissstorch 
Ciconia wurde vor zehn Jahren 
gegründet und hat ihren Sitz in 
Schaan. Ihr Wirkungsgebiet er- 
streckt sich von Marokko bis in die 
Ukraine mit Schwerpunkten im Al- 
penrheintal sowie im östlichen Mit- 
teleuropa. Die Projekte beinhalten 
vor allem Lebensraumaufwer- 
tungen in den besagten Gebieten. 
Dadurch konnten entlang der Zug- 
route Meilensteine im Naturschutz 
gesetzt werden. 
Auch die Umweltbildung liegt 
Ciconia am Herzen und bietet des- 
halb die Möglichkeit, in Zusam- 
menarbeit mit der Botanisch-Zoo- 
logischen Gesellschaft, von Exkur- 
sionen zum Ruggeller Storchen- 
paar. Dies ist vor allem für Schul- 
klassen eine lehrreiche und interes- 
sante Erfahrung. 
Zwei Weissstörche im Anflug: Vielleicht schon bald mit Jungmannschaft. 
FOTO 
PAUL 
TRUMMER 
Bei den meisten sind diese Stör- 
che besser bekannt unter dem 
Namen Klapperstorch. Da der 
Weissstorch über eine schwache 
Stimme verfügt, verständigt er 
sich vor allem über das Klappern 
mit dem Schnabel, vor allem 
beim Grüssen des Partners, zur 
Verteidigung von Nestkonkur- 
renten und bei der Balz. In vielen 
Ländern gilt der Storch als 
Glückbringer. Zudem gibt es die 
Legende des Kinderbringers, die 
heute noch unseren Kindern er- 
zählt wird. Es 
bleibt zu hof- 
fen, dass die 
Bemühungen 
rund um dieses 
symbolträchtige 
Tier weiter Früchte tragen und 
wir bald weitere brütende Paare 
bei uns sichten dürfen. 
VOM GLÜCKS- ZUM KINDERBRINGER 
Tresor und Auto bei 
Einbruch in Schaan geklaut 
SCHAAN – Mehrere Täter haben bei einem 
Einbruch in ein Schaaner Privathaus mehre- 
re Objekte entwendet. Die Täterschaft ge- 
langte über ein Fenster in die Räumlich- 
keiten und nahm einen Tresor sowie weitere 
Wertgegenstände mit. Es kann davon ausge- 
gangen werden, dass die Beute mit dem Per- 
sonenwagen aus der Garage abtransportiert 
wurde. Der dabei entstandene Vermögens- 
schaden ist gemäss Mitteilung der Landes- 
polizei derzeit noch unbekannt. (red/lpfl) 
Skurriler Unfall in Triesenberg 
TRIESENBERG – Ein herrenloses Fahr- 
zeug machte sich am Mittwochvormittag in 
Triesenberg selbstständig. Wie die Landes- 
polizei mitteilte, stürzte es rund 150 Meter 
eine Böschung hinunter. Die Fahrzeuglenke- 
rin stellte ihren Personenwagen gegen 10 
Uhr für einen kurzen Halt ab und «aufgrund 
der ungenügenden Sicherung des Wagens 
und der steilen Strasse» (Landespolizei) 
kam das Fahrzeug ins Rollen. Die Lenkerin 
habe daraufhin vergeblich versucht, den Wa- 
gen zum Stillstand zu bringen. Sie verletzte 
sich leicht. Das Fahrzeug rollte dennoch den 
steilen Abhang hinunter, durchbrach einen 
Holzzaun, fuhr durch zwei Bäume und über- 
schlug sich mehrmals, bis es an einem Eisen- 
rohrzaun zum Stillstand kam. Das Fazit der 
Landespolizei: Am Wagen entstand Total- 
schaden, an den Zäunen Sachschaden. (red) 
Verpflegungsautomaten 
im Unterland aufgebrochen 
BENDERN/RUGGELL – Im Liechten- 
steiner Unterland haben sich Unbekannte 
an acht Verpflegungsautomaten zu schaffen 
gemacht. Die Täter wuchteten in der Nacht 
auf Montag in einer Firma in Bendern fünf 
Geräte auf. Beute wurde nur bei einem der 
Apparate gemacht, wie die Landespolizei 
mitteilte. In der Nacht auf Mittwoch stiegen 
Unbekannte ausserdem durch eingeschla- 
gene Fenster in zwei Firmen in Ruggell ein. 
In den beiden Gebäuden wurden drei Ver- 
pflegungsautomaten aufgebrochen. (sda) 
Erheblicher Sachschaden 
durch Kollision in Schaan 
SCHAAN – Bei einer Kollision zweier Per- 
sonenwagen kam es am Dienstagnachmit- 
tag zu erheblichem Sachschaden. Ein Fahr- 
zeuglenker fuhr auf der Strasse «Im alten 
Riet» in Schaan in südliche Richtung, als 
zur selben Zeit eine Lenkerin eines Perso- 
nenwagens von einem Parkplatz auf die 
Strasse einbiegen wollte. Dabei kam es zur 
Kollision, verletzt wurde niemand. (red) POLIZEIMELDUNGEN
	        

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