Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2009)

SPORT 
VOLKSBLATT 
17 MITTWOCH, 15. APRIL 2009 
Vertagt Das für die Formel-1-WM 
äusserst wichtige Urteil im Diffusorstreit 
wird erst heute Mittwoch erwartet. Die Ent- 
scheidung der Berufungsverhandlung, die 
gestern in Paris über die Bühne ging, soll laut 
einem Sprecher des Internationalen Automo- 
bilverbands (FIA) erst am Tag darauf öffent- 
lich gemacht werden. Vier Teams hatten zu- 
vor Protest gegen die Unterbodenvariante 
von Brawn GP (auf dem Foto Jenson But- 
ton), Williams und Toyota eingelegt. (id) 
Biels spezieller Dank 
EISHOCKEY – Der EHC Biel konnte sich 
nach dem im siebten Spiel der Ligaqualifika- 
tion geschafften Klassenerhalt (5:1) einen 
Seitenhieb Richtung Lausanne HC nicht ver- 
kneifen. «An dieser Stelle gilt der Dank auch 
an Lausannes Thomas Ruefenacht, welcher 
mit seiner billigen Provokation gleich zum 
Auftakt des Matches die Seeländer definitiv 
geweckt hatte», schrieb der EHC Biel auf sei- 
ner Homepage an prominenter Stelle. Rue- 
fenacht hatte vor dem ersten Puckeinwurf sei- 
nen Gegenspieler Thomas Nüssli während 
rund 30 Sekunden verbal gereizt, bis sich der 
Ostschweizer mit handfesten Argumenten 
zur Wehr setzte. Beide wurden mit einer 
Matchstrafe belegt. (si) 
Vormeldung 
EISHOCKEY – Nationaltrainer Ralph 
Krueger hat sechs Spieler der beiden Fina- 
listen aufgeboten: Félicien Du Bois, Patrick 
von Gunten, Roman Wick (alle Kloten) und 
Andres Ambühl (Davos) werden dem Team 
heute nach Oslo ins Trainingslager nachrei- 
sen. Ronnie Rüeger (Kloten) und Beat For- 
ster (Davos) erhalten eine längere Pause und 
stossen am kommenden Montag zum Team. 
Kein Aufgebot erhielt Peter Guggisberg. (si) 
Zu Gesprächen eingeladen 
SEGELN – America’s-Cup-Titelverteidi- 
ger Alinghi hat seinen amerikanischen He- 
rausforderer BMW Oracle für nächste Wo- 
che zu Gesprächen nach Genf eingeladen. 
Dabei sollen das Format und die Regeln des 
33. America’s Cup diskutiert werden. (si) 
SPORT IN KÜRZE 
Enttäuschter Marco Lippuner 
SCHAAN – «So hatte ich es mir sicherlich 
nicht vorgestellt. Ich weiss nicht, was im 
Moment mit mir los ist. Ich trainiere gut 
und viel, fühlte mich ziemlich gut vorberei- 
tet, aber an den Rennen läuft es einfach 
nicht. Mit diesem Rennen bin ich ganz klar 
sehr unzufrieden. So eine Leistung ist unter 
meinem Können und das weiss ich», so das 
Resümee von RV Schaan-Athlet Marco 
Lippuner zu seiner Teilnahme an der 
Flandern-Rundfahrt der U23/Elite von letz- 
tem Wochenende, welche für ihn sehr er- 
nüchternd verlief. 
Seine Beine waren von Beginn an nicht 
die besten und er fühlte sich einfach nicht 
richtig wohl auf dem Sattel. Über die ersten 
Aufstiege konnte er relativ gut mithalten, 
doch je länger das Rennen dauerte, desto 
schlechter fühlte er sich. Hinzu kam, dass 
das ganze Feld an einem geschlossenen 
Bahnübergang fünf Minuten anhalten und 
er seinen Körper von 100 auf 0 und danach 
wieder auf 100 Prozent bringen musste. 
«Da war es um mich geschehen. Nach der 
Pause ging bei mir überhaupt nichts mehr, 
meine Beine wollten überhaupt nicht mehr 
drehen. Ziemlich deprimiert wurde ich dann 
allmählich durch die Wagenkolonne durch- 
gereicht und auch vom Schlussfahrzeug 
überholt», so seine Rennschilderung. (pd) 
RADSPORT 
Drei Schweizer Jetons für Podestplätze 
Weltcupfinal der Spring- und Dressurreiter in Las Vegas (USA) 
LAS VEGAS – Rollt die Glücksku- 
gel in der US-Spielerstadt Las Ve- 
gas für die drei Schweizer 
Springreiter? Sowohl Steve Guer- 
dat als auch die Finaldebütanten 
Christina Liebherr und Daniel Et- 
ter spekulieren am 31. Welt- 
cupfinal mit einem Podestplatz. 
Zum fünften Mal ist das Thomas 
and Mack Center in Las Vegas von 
Donnerstag bis Sonntag Austra- 
gungsort der eigentlichen Hallen- 
Weltmeisterschaft. Zum dritten Mal 
erküren auch die Dressurreiter an 
gleicher Stätte ihre Champions. 
Insgesamt haben sich 46 Springrei- 
ter aus 22 Ländern für den dreitei- 
ligen Finalevent qualifiziert. Dieser 
beginnt am Donnerstagabend Orts- 
zeit mit einem Zeitspringen und 
wird am Freitag und am Sonntag 
mit Grand Prixs über zwei Runden 
fortgesetzt. Für die Springreiter ist 
ein Rekord-Preisgeld von 1,3 Milli- 
onen Franken ausgesetzt. 
Zweimal haben Schweizer bis- 
lang den Weltcup gewonnen: 2001 
in Göteborg triumphierte Markus 
Fuchs mit Tinka‘s Boy, 2007 in Las 
Vegas Beat Mändli mit Ideo du 
Thot. Beide fehlen diesmal im 
Spieler-Eldorado, weil ihnen Spit- 
zenresultate und -pferde fehlen. 
Die Hoffnungen tragen diesmal 
andere. «Einer von uns sollte aufs 
Podest springen», sagt Daniel Etter, 
und Christina Liebherr ergänzt: 
«Wir streben das gleiche Resultat 
wie in der letzten Qualifikation in 
‚s-Hertogenbosch an.» Da feierte 
Etter mit Peu à Peu seinen ersten 
Weltcupsieg, Liebherr klassierte 
sich mit No Mercy als Vierte und 
Steve Guerdat schaffte mit Tresor 
Rang 6. Die Chancen der Schwei- 
zer auf einen Spitzenplatz sind auf 
jeden Fall reell. 
Als Favoriten werden Titelvertei- 
digerin Meredith Michaels-Beer- 
baum (De), ihr Schwager Ludger 
Beerbaum, die Holländer Albert 
Zoer und Liga-Sieger Gerco Schrö- 
der, Edwina Alexander (Au), Ian 
Millar (Ka) und die US-Cracks Mc- 
Lain Ward, Beezie Madden und der 
Vorjahreszweite Rich Fellers ge- 
handelt. 
Van Grunsvens Eigentor 
Haushohe Favoritin für den Final 
der Dressurreiter ist die Deutsche 
Isabell Werth (40) mit ihrem Hanno- 
veraner Wallach Satchmo. Der dritte 
Finalsieg der erfolgreichsten Dres- 
sur-Queen der modernen Reiterei 
(5x Olympia-Gold, 6 WM- und 13 
EM-Titel) scheint unangefochten. 
Denn ihre Dauerrivalin, die drei- 
fache Einzel-Olympiasiegerin Anky 
van Grunsven besiegte sich selbst 
vorzeitig. Die Holländerin darf in 
Las Vegas ihr Olympia-Goldpferd 
Salinero nicht satteln. Die Titelver- 
teidigerin ist nicht mindestens zwei- 
mal zu den Weltcup-Qualifikations- 
Küren gestartet, und das ist laut 
Reglement nicht erlaubt. (si) 
Zeitplan 
Donnerstag, 16. April. 12.00 Uhr (21.00 
MESZ): Dressur, Grand Prix. – 19.00 
(Freitag, 04.00): Springen, 1. Finalprü- 
fung, Jagdspringen nach Wertung C, ma- 
ximale Hindernishöhe 150 cm. 
Freitag, 17. April. 19.00: (Samstag, 
04.00) Springen: 2. Finalprüfung, Wer- 
tung A mit Stechen. 
Samstag, 18. April. 12.00 (21.00) Sprin- 
gen: Las Vegas Grand Prix (zählt nicht 
zum Weltcup). – 19.00 (Sonntag, 04.00): 
Dressur. Final. 
Sonntag, 19. April. 12.00 (21.00): 3. Fi- 
nalprüfung, Grand Prix nach Wertung A 
mit zwei verschiedenen Umgängen/maxi- 
male Hindernishöhe 160 cm. 
Die wichtigsten Finalteilnehmer 2009 
Daniel Etter/Peu à Peu, Steve Guerdat/ 
Tresor und Christina Liebherr/No Mercy 
(alle Sz), Meredith Michaels-Beerbaum 
(TV), Marcus Ehning, Ludger Beerbaum, 
Lars Nieberg, Marco Kutscher und Max 
Kühner(alle De), Michael Whitaker, Ben 
Maher (beide Gb), Rutherford Latham 
(Sp), Helena Lundbäck(Sd), Gerco Schrö- 
der, Albert Zoer (beide Ho), Ludo Philip- 
paerts (Be), Thomas Velin (Dä), Mikael 
Forsten (Fi), Geir Gulliksen (No), Edwina 
Alexander (Au), Rodrigo Pessoa (Br), 
Kent Farrington, Todd Minikus, McLain 
Ward, Christine McCrea, Hillary Dobbs, 
Beezie Madden, Mandy Porter, Richard 
Spooner (alle USA), Keean White, Ian 
Millar (beide Ka). 
Verpflichtet Einen 
Tag nach dem Ligaerhalt hat 
der EHC Biel die Verpflich- 
tung von Reto Berra (Foto/22) 
bekannt gegeben. Der Da- 
voser Ersatzgoalie, der im 
Play-off-Final gegen Kloten 
in vier Spielen im Tor stand, 
unterschrieb bei den Seelän- 
dern für ein Jahr. Biels bishe- 
riger Torhüter Pascal Cami- 
nada (22) verlängerte seinen 
Vertrag bis Ende Saison 
2009/2010. (si) 
FOTO 
KEYSTONE 
Heatley bei der WM 
Im ersten WM-Aufgebot der 
Kanadier figurieren drei NHL- 
Stars, die schon in der NLA 
spielten. Dabei handelt es sich 
um die Stürmer Mike Fisher 
(Ottawa/ex Zug), Dany Heat- 
ley (Ottawa/ex Bern) und 
Martin St. Louis (Tampa/ex 
Lausanne). Heatley gilt als ein 
potenzieller Topstar für die 
am 24. April beginnende WM 
in Bern und Kloten. (si) 
EISHOCKEY 
Verheiratet sein ist klasse 
Roger Federer über seine Hochzeit, die bisherige Saison und die Sandplatzturniere 
MONTE CARLO – Für Ro- 
ger Federer beginnt 
vier Tage nach seiner 
Hochzeit die Sand- 
platzsaison. Mit dem 
heutigen Match ge- 
gen Andreas Seppi 
lanciert der Baselbie- 
ter bereits die Jagd 
nach dem French- 
Open-Titel, der Anfang 
Juni vergeben wird. 
Obwohl Federer noch 
auf den ersten Turniersieg 
der Saison wartet, gab er 
sich an der französischen 
Riviera einigermassen zu- 
frieden mit dem bishe- 
rigen Saisonverlauf. «Ich 
habe schon besser 
gespielt, aber 
auch schon ei- 
niges schlech- 
ter», ist sein 
Urteil. Der 
Weltranglis- 
t en- Zwei t e 
sprach in Monte 
Carlo, wo er 
in den letzten drei Jahren jeweils 
im Final gegen Rafael Nadal verlor, 
auch über die Hochzeit mit seiner 
langjährigen Freundin Mirka Vavri- 
nec, den Vorzügen, Schweizer zu 
sein, und den Erwartungen, die er 
für den Tennis-Sommer hat. 
«Mirka und ich redeten bereits 
seit einigen Jahren über eine mög- 
liche Hochzeit. Wir wussten aber, 
dass wir uns relativ kurzfristig ent- 
scheiden würden. Vor wenigen Wo- 
chen erst fingen dann die Planungen 
an. Wir hatten das Glück, dass am 
Ostersamstag alles reibungslos über 
die Bühne ging», so der Tennisstar. 
«Der Grossteil der Gäste konnte 
kommen und die Zeremonie war 
bis zuletzt geheim geblieben. Ich 
habe gute Freunde, die ein Geheim- 
nis behalten können. Wenn man in 
aller Ruhe heiraten will, muss man 
das in der Schweiz tun. Die Schwei- 
zer lassen dir die Privatsphäre. Des- 
halb bin ich gern Schweizer und 
liebe es, in der Schweiz zu leben.» 
Die Hochzeits-Planung 
«Die Zeremonie fand in Basel 
statt. Die Leute gaben sich sehr viel 
Mühe, um alles kurzfristig zu orga- 
nisieren. Von den eingeladenen 
Gästen konnten praktisch alle kom- 
men. Es waren Familienangehörige 
und engste Freunde anwesend – ei- 
ne kleine Feier, wie wir es ge- 
wünscht hatten. Spieler kamen kei- 
ne. Sie waren am Spielen. Wir 
wollten nie, dass es eine gigan- 
tische Zeremonie wird.» 
«Ich habe mit Mirka über die Flit- 
terwochen und die mögliche Teil- 
nahme am Turnier von Monte Carlo 
geredet. Sie überliess den Entscheid 
mir. Ich habe das Gefühl, in den 
letzten Jahren immer in den Flitter- 
wochen gewesen zu sein, deshalb 
stört es mich nicht, dass wir nicht 
dazu kommen, an einen speziellen 
Ort zu gehen. Wir hatten viele sehr 
schöne Moment in den letzten Jah- 
ren. Deshalb ist das Bedürfnis nach 
Flitterwochen nicht so gross.» 
Die Sandplatzsaison 
«Auch als Tennisspieler fühle ich 
mich im Moment sehr gut. Die 
erste Saisonhälfte war besser als 
letztes Jahr. Ich stand in Australien 
im Finale und erreichte die Halbfi- 
nals in Indian Wells und Miami», 
bilanziert Federer. «Klar, habe ich 
nicht immer mein bestes Tennis ge- 
zeigt, vor allem in den Halbfinals 
der beiden Masters 1000. Aber ich 
bin jetzt bereit, anzugreifen. Ich 
fühle mich frisch, sowohl mental 
als auch körperlich.» 
Und: In Monte Carlo verzeichnete 
er in den letzten Jahren gute Resul- 
tate. «Das ist wichtig für das Selbst- 
vertrauen, denn hier beginnt jetzt die 
Sandsaison. Ich will gut spielen und 
einige Matches gewinnen, aber der 
Fokus liegt natürlich auf dem French 
Open. In Paris zu gewinnen, ist das 
grosse Ziel.» (si) 
Roger Federer will als 
glücklicher Ehemann 
in der Sandplatzsaison 
angreifen. 
FOTO KEYSTONE
	        

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