Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2009)

GARTEN 
LÄNDER 
ZEITUNG 2 24 MITTWOCH, 8. APRIL 2009 
WWW.PRONATURA.LI 
MAUREN 370 74 47 · VADUZ 370 14 10 
ANZEIGE 
8. April 
Bäume und Sträucher schneiden, Frucht- 
pflanzen aussäen 
9. April 
Hülsenfrüchte und Getreide aussäen, 
pflanzen 
10. und 11. April 
Wurzelgemüse aussäen, pflanzen 
12. und 13. April 
Blumen und Brokkoli aussäen, pflanzen 
14. April 
Rasen düngen, vertikutieren, mähen, Blu- 
menkohl aussäen und pflanzen, Blumen 
giessen. 
Der gesamte Mondkalender unter: 
www.pronatura.li 
MONDKALENDER 
Olaf Gassner 
Pro Natura AG 
Gartenplanung und Design 
Der Tipp: 
Wer einen Blumenrasen oder eine Blu- 
menwiese anlegen möchte, lässt sich auf ein 
spannendes Unternehmen ein. Viele Fak- 
toren müssen für ein gutes Gelingen be- 
rücksichtigt werden. 
Aussaat 
Bester Zeitpunkt für die Aussaat eines 
Blumenrasens ist das Frühjahr. Ein gründ- 
lich vorbereitetes und gut abgesetztes Saat- 
bett ist unerlässlich. Idealer Platz ist ein 
sonniger nährstoffarmer Standort. Lehmige, 
nährstoffreiche Böden sollten durch das 
Einarbeiten von Sand abgemagert werden. 
Die Samen müssen leicht eingeharkt und 
angewalzt werden. Wasser wird nur bei ex- 
tremer Trockenheit benötigt. 
Entwicklung 
Eine neu angelegte Blumenwiese blüht 
erst im zweiten Jahr, im ersten sieht sie für 
den Laien «ungepflegt» aus. Dann werden 
die Mühe und die Geduld aber mit grosser 
Blütenpracht belohnt. Mit den Jahren wird 
sich durch die Konkurrenzbeziehung zwi- 
schen den einzelnen Arten eine dem Stand- 
ort und der Pflege angepasste, stabile Pflan- 
zengemeinschaft herausbilden. Eine Arten- 
verschiebung und sogar Artenverluste sind 
dabei ganz natürlich. 
Zusätzliche Blüten 
Das Auspflanzen von speziell zum Ver- 
wildern geeigneter Blumenzwiebeln (z.B. 
Krokus, Märzenbecher, Weinbergs-Hyazin- 
then und viele mehr) zaubert schon im zei- 
tigen Frühjahr bunte Blütentupfen auf Blu- 
menrasen oder Blumenwiesen. 
Durch gezieltes Auspflanzen von vorge- 
zogenen Wiesenblumen kann die Blüten- 
pracht mittelfristig erhöht werden. 
Erste Pflege 
Nicht erwünschte Arten keimen schon 
nach wenigen Wochen. Einer solchen uner- 
wünschten spontanen Verunkrautung muss 
mit einem frühen Pflegeschnitt begegnet 
werden. Dabei wird die Fläche schon 4–6 
Wochen nach der Aussaat zum ersten Mal 
gemäht. Die Wuchshöhe der Unkräuter be- 
trägt dann etwa 15–20 cm. Mit hochgestell- 
tem Mäher wird der Bestand auf 8–10 cm 
geschnitten. Das Schnittgut muss unbedingt 
entfernt werden. Bei Bedarf wird diese Pro- 
zedur noch 1–2 Mal wiederholt. So werden 
die schnittempfindlichen Unkräuter nachhal- 
tig geschädigt. Die langsam keimenden und 
kleinwüchsigen Wildblumenpflänzchen wer- 
den vom hochgestellten Mäher aber nicht er- 
fasst. Sie erhalten durch den Pflegeschnitt 
Licht und Raum für ihre Entwicklung. 
Anfragen an: 
info@pronatura.li 
RATGEBER GARTEN 
Farbenfrohe Bienenweide 
Blumenrasen – Gestaltungselement mit hohem ökologischem Wert 
Es gibt kaum etwas Schöneres, 
als eine, in ganzer Farbenpracht 
leuchtende Blumenwiese. Immer 
mehr weichen heute glattgescho- 
rene Rasenflächen dem naturna- 
hen Grün. 
Wildblumen, wie sie früher in un- 
seren Wiesen vorkamen, erleben 
eine Renaissance. Schmetterlinge, 
Bienen und Marienkäfer fliegen 
auf der Suche nach Nahrung zu 
den Blumenwiesen um die Wette. 
Der Blumenrasen verbindet die 
Vorzüge eines Rasens mit denjeni- 
gen einer Blumenwiese. Darum ist 
die Investition in einen Blumenra- 
sen im Privatgarten überaus loh- 
nenswert. 
Im Gartenbau ist die Blumenwie- 
se ein Gestaltungsziel, das im Ver- 
laufe der Jahreszeiten verschiedene 
Aspekte an Farbe, Wuchshöhe und 
Tierbesatz bietet. Dabei steht nicht 
immer der Naturschutz im Vorder- 
grund, sondern das ästhetische Er- 
lebnis. Die Erwartungen, die an 
Blumenrasen gestellt werden, sind 
meist sehr hoch. Dicht mit mög- 
lichst vielen verschiedenen Blu- 
menarten soll er sein. Da sehr un- 
terschiedliche Begebenheiten anzu- 
treffen sind, ist die Entwicklung 
eines Blumenrasens immer eine 
Überraschung. Wunder dürfen nicht 
erwartet werden. Je nach Bodentyp, 
Lage und Ausrichtung der Fläche 
wachsen sehr unterschiedlich viele 
Blumen heran. 
Zu den ideellen Gründen kom- 
men die praktischen, die für einen 
Magerrasen sprechen, hinzu: 
● Man möchte mit möglichst wenig 
Pflege auskommen. 
● Den Aufenthalt im Wochenend- 
haus möchte man nicht nur mit Ra- 
senmähen verbringen. 
● Steile Böschungen sind schlecht 
zu pflegen und sollten mit einem 
kurzwachsenden Rasen begrünt 
werden. 
● Die Pflegekosten für Grossflä- 
chen sollen reduziert werden. 
Neuanlage oder Umwandlung 
vorhandener Rasenflächen 
Soll eine bestehende Rasenflä- 
che umgewandelt werden, so ist 
der Erfolg am grössten, wenn die 
alte Rasennarbe durch Abschälen, 
Abspritzen oder Auffräsen mög- 
lichst vollständig vernichtet wird. 
Anschliessend kann die Fläche mit 
einer entsprechenden Wildblumen- 
mischung komplett neu angelegt 
werden. Die Umwandlung arten- 
armer intensiv genutzter Rasen 
und Wiesen in blumenreiche Flä- 
chen ist schwierig. Es gelingt 
kaum durch Verzicht auf Düngung 
und häufiges Schneiden einen Ra- 
sen innerhalb weniger Jahre in ei- 
nen Blumenrasen umzuwandeln. 
Neue Arten können erst einwan- 
dern, wenn die alte Rasennarbe lü- 
ckig geworden ist und die Umge- 
bung entsprechendes Samenpoten- 
zial aufweist. Die Übersaat einer 
Wildblumenmischung in einen ge- 
schlossenen Bestand bleibt meist 
erfolglos. Mehr Erfolg verspricht 
eine Streifensaat. Dabei wird auf 
einen aufwendigen Totalumbruch 
verzichtet. Die alte Grasnarbe wird 
streifenweise mehrmalig aufge- 
fräst und eine Wildblumenmi- 
schung auf die Erdstreifen ausge- 
sät. Bei günstigen Bedingungen 
können sich die Arten auf den 
Streifen etablieren und von dort in 
die übrige Fläche einwandern und 
langsam zu einer Umwandlung 
beitragen. O.G. 
FOTOS 
PRO 
NATURA 
Design und Natur in perfekter Harmonie 
Obstbaumwiese. 
Blumenrasen. 
Wild Möhre. Margeriten. Blumenwiese.
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.