Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2009)

Liechtensteiner 
VOLKSBLATT 
AZ 9494 SCHAAN 
Samstag, 4. April 2009 
Idee findet Anklang 
Ernst Büchel und Gregor Ott sprechen sich für Untergymnasium im Unterland aus 
SCHAAN – Der Vorschlag von Jo- 
hannes Kaiser, im Unterland ein 
Unterstufengymnasium zu bauen, 
stösst auf offene Ohren. Die Vor- 
steher von Eschen und Ruggell 
sprechen sich für eine solche Lö- 
sung in der SZU-II-Frage aus. 
• Stefan Lenherr 
Nach dem Volks-Nein zu SPES I 
steht hinter dem geplanten und 
55,6 Millionen schweren Bau des 
Schulzentrum Unterland II in Rug- 
gell ein Fragezeichen. Der FBP- 
Fraktionssprecher Johannes Kaiser 
hat sich dafür ausgesprochen, im 
Unterland ein Unterstufengymna- 
sium anzubieten (am Donnerstag 
im «Volksblatt»). «Das ist eine tol- 
le Idee», sagt Eschens Vorsteher 
Gregor Ott, «diese Variante ist si- 
cher prüfenswert.» 
«Schritt in richtige Richtung» 
Ebenfalls wohlwollend, aber 
noch zurückhaltender äusserte sich 
Ruggells Oberster, Ernst Büchel: 
«Das ist ein Schritt in die richtige 
Richtung. Es ist aber dringend nö- 
tig, dass man diese Möglichkeit 
sauber abklärt. Ein zweites Schul- 
zentrum zu bauen, einfach damit 
man es hat, macht keinen Sinn.» 
Gerade in diesen wirtschaftlich un- 
sicheren Zeiten sei es notwendig zu 
prüfen, ob man die vom Landtag 
bereits genehmigten 55,6 Millionen 
Franken wirklich in vollem Um- 
fang benötige. 
Klar sei jedoch, dass sich die Un- 
terländer Bevölkerung ein zweites 
Schulzentrum wünsche. Bevor man 
das Gymnasium Vaduz aufgrund 
eventueller Engpässe ausbaue, solle 
man lieber im Unterland ein Unter- 
stufengymnasium bauen. 
Profile fürs Gymnasium 
Bezüglich der Volksabstimmung 
meint Büchel: «Für mich sind die 
Profilschulen durch die Ableh- 
nung von SPES I nicht gestor- 
ben.» Der Ruggeller Vorsteher 
schlägt vor, bei einem möglichen 
Bau des Unterländer Unterstufen- 
gymnasiums verschiedene Profile 
anzubieten. 
Die beiden Vorsteher sind sich 
darin einig, dass ein Gymnasium 
für das Unterland eine wünschens- 
werte Option wäre. In der Standort- 
frage – das Schulzentrum Unter- 
land II sollte in Ruggell entstehen – 
gibt es aber noch Diskussionsbe- 
darf. «Eschen liegt zentral und ist 
das Unterländer Zentrum, daher 
denke ich, wäre der Standort ide- 
al», sagt Vorsteher Gregor Ott. 
Ernst Büchel hingegen sähe es ger- 
ne, wenn an Ruggell festgehalten 
werden würde. «Für mich wäre es 
logisch, dass die neue Schule in 
Ruggell entstehen würde, hier be- 
sitzt das Land bereits das Bauland. 
Ausserdem glaube ich nicht, dass 
eine zu grosse Anhäufung an Schü- 
lern in Eschen gut ist. Zwei Schul- 
standorte im Unterland wären an- 
gebracht.» 
Treibhausgase auf dem Rückzug 
Inland / 7 
NEWSMIX 
Weniger Arbeitslose im März 
VADUZ – In Liechtenstein ist die Zahl der 
Arbeitslosen im März fast konstant geblie- 
ben. 478 Personen waren ohne Stelle, 6 we- 
niger als im Februar. Die Arbeitslosenquote 
sank von 2,7 auf 2,6 Prozent. Mit 264 Per- 
sonen am stärksten von der Arbeitslosigkeit 
betroffen war das Segment der 25- bis 49- 
Jährigen. Bei den über 50-Jährigen waren 
118 Personen als arbeitslos gemeldet. 96 
Arbeitslose waren im März zwischen 15 
und 24 Jahre alt, wie die Liechtensteiner Ar- 
beitsmarkt-Service-Stelle am Freitag mit- 
teilte. Den Behörden wurden im März 207 
offene Stellen gemeldet. Das sind 27 mehr 
als im Februar. Seite 14 
Jogger angefahren 
TRIESEN – Am Freitagnachmittag wurde 
ein Jogger angefahren und verletzt liegen 
gelassen. Der Mann wurde zwischen 13.30 
und 14 Uhr im Bereich der Industrie- und 
Austrasse in Triesen von einem Fahrzeug 
angefahren und kam dabei zu Sturz. Dabei 
zog er sich Verletzungen unbestimmten 
Grades zu und musste sich ins Spital bege- 
ben. Der Fahrzeuglenker unterliess es, sich 
um den Verletzten zu kümmern und ver- 
liess die Unfallstelle. Personen, welche 
Angaben zum Lenker oder zum Unfallher- 
gang machen können, werden gebeten, 
sich bei der Landespolizei unter +423/ 236 
71 11 zu melden.   (lpfl) 
  
Inland 2–9 Kultur 23 
Ausland 10 Kino/Wetter 25 
Wirtschaft 11–14 TV 26+27 
Sport 15–18 International 28 
INHALT 
www.volksblatt.li 
132. JAHRGANG, NR. 76 Verbund Südostschweiz 
Tel. +423/237 51 51 
Fr. 1.80 
9 771812601006 
60014 
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Das neue LBA-Kunden- 
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Peter Zogg, 
Kunde der LBA 
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FC Vaduz empfängt die Grasshoppers 
Sport / 15 
Vorwärtsstrategie trägt Früchte 
Inland / 3 
FOTO 
MICHAEL 
ZANGHELLINI 
Gute-Laune-Wetter Skiass Marco Büchel (Mitte) genoss ges- 
tern das schöne Wetter in Vaduz – bei einer Temperatur von fast 20 Grad. 
Mit amtlichen Publikationen 00423 237 51 51 
DI E TAGESZEI TUNG FÜR LI ECHTENSTEI N 
Raab will ganzen Bestand schlachten 
Behörden wollen bei illegaler Methode Strafanzeige einreichen 
OBERRIET – Der Besitzer der Me- 
lander-Fischfarm in Oberriet, 
Hans Raab, hat gestern mit der 
Schlachtung von 50 Tonnen Wel- 
sen begonnen und will danach 
den Betrieb schliessen. 
Falls der 68-jährige Deutsche die 
bisherige tierschutzwidrige Tötungs- 
methode anwendet, wollen die St. 
Galler Behörden Strafanzeige ein- 
reichen. Mit der Massenschlachtung 
werde am Freitag begonnen und die 
Fischfarm anschliessend geschlos- 
sen, hatte eine Sprecherin der Firma 
zurvor auf Anfrage gesagt. Der im 
Fürstentum Liechtenstein wohnende 
Multimillionär hatte zuvor gedroht, 
er werde am Freitag um 12 Uhr den 
Strom in der Anlage abstellen, falls 
seine Tötungsart von den Behörden 
nicht akzeptiert werde. Damit wären 
rund 400 000 Fische qualvoll veren- 
det. 
Ultimatum zurückgewiesen 
Die St. Galler Regierung wies 
das Ultimatum als «unhaltbar» zu- 
rück. Gesundheitsdirektorin Heidi 
Hanselmann stellte auf Anfrage der 
AP fest, dass das Tierschutzgesetz 
nicht verhandelbar sei. «Eine Mas- 
senvernichtung der Fische hat 
höchstwahrscheinlich eine Strafan- 
zeige durch das kantonale Veteri- 
näramt zur Folge», sagte die Regie- 
rungspräsidentin weiter. Das St. 
Galler Veterinäramt hatte dem Be- 
treiber eine Übergangsfrist bis zum 
15. Mai eingeräumt, um auf eine 
tierschutzgerechte Tötungsmethode 
umzustellen. Die Behörden hatten 
Raab zudem bereits während der 
Bauphase 2006 darauf hingewie- 
sen, dass die selbst entwickelte Tö- 
tungsmethode nicht tierschutzkon- 
form sei. 
In der Indoorfarm werden die Fi- 
sche im Wasser heruntergekühlt 
und dann im Eis zu Tode geschleu- 
dert. Auf seiner Website hält Raab 
fest, die Fische würden zur Schlach- 
tung in eigenem Umfeld zu 80 Pro- 
zent betäubt, dass eine völlige Star- 
re eintrete. Zur Weiterverarbeitung 
würden sie entschleimt, wo sie den 
Gehirntod zu 100 Prozent erhielten. 
Danach übernehme eine Maschine 
den Genick- und Kehlschnitt und 
die Entfernung der Innereien.   (ap)
	        

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