Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2009)

INLAND 
VOLKSBLATT 
11 FREITAG, 20. MÄRZ 2009 
«Wurde zur Bad Bank gemacht» 
Fondsmanager Jürgen Hermann zieht gegen Bank Frick vor Gericht 
VADUZ – Neben seiner 200-Millio- 
nen-Klage gegen das Land Liech- 
tenstein hat Jürgen Hermann 
auch eine 5-Millionen-Klage ge- 
gen die ehemalige Depotbank 
seiner zu Grunde gegangenen 
Hermann Finance eingebracht. 
Die Bank Frick habe mitgeholfen, 
den Fonds zu zerstören. 
• Johannes Mattivi 
Vor Gericht zeigte sich Jürgen Her- 
mann gestern kämpferisch. Die 
Bank Frick, und namentlich deren 
Generaldirektor Jürgen Frick, hät- 
ten den Wiederaufbau seiner ins 
Schlingern geratenen Firma Her- 
mann Finance Ende 2004 vorsätz- 
lich vereitelt, hätten sich an ihm 
rechtswidrig bereichert und gegen 
Treue und Glauben verstossen. Ei- 
ne Latte an Vorwürfen, zu der auf 
der Beklagtenseite Jürgen Frick 
und dessen Anwalt Mario Frick im- 
mer wieder den Kopf schüttelten. 
«Ich war nach dem Schulterschluss 
mit der Bank Frick der Hoffnung, 
meine Firma mit neuem Geld zu 
füllen», sagte Jürgen Hermann, 
«aber ich wurde ohne mein Wissen 
zur Bad Bank gemacht.» Jetzt ver- 
langt Jürgen Hermann jedenfalls 5 
Mio. Franken Schadenersatz, die 
ursprüngliche Forderung hatte sich 
sogar auf 33 Mio. belaufen. 
Geldzusagen aus den USA 
Jürgen Hermann hatte seine Her- 
mann Finance (HF), die sogenann- 
te Silicon Valley Equities vertrieb, 
im November 2004 treuhänderisch 
an die Crystal Fund Management 
(CFM), eine Tochter der Bank Frick 
in Balzers, übertragen. Die CFM 
sollte die HF, die zuletzt beinahe 
bis zum Minimum der gesetzlichen 
Einlage geschrumpft war, organisa- 
torisch weiterführen. Gleichzeitig, 
sagte Jürgen Hermann dem Richter, 
habe er über seine Kontakte in San 
Francisco versucht sogenanntes 
Seed Money zur Wiederbelebung 
seines Fonds aufzutreiben. «Ich 
hatte bereits Absichtserklärungen 
von zwei US-Banken über eine 
Einlage von 100 Mio. Dollar in der 
Tasche und brauchte nur noch die 
Zustimmung der Bank Frick.» 
Die Angaben von Jürgen Her- 
mann seien immer sehr vage gewe- 
sen, hielt Jürgen Frick vor Gericht 
dagegen. Weder Adressen noch 
Konditionen der US-Banken habe 
er vorlegen können. Auch sei die 
Buchhaltung der HF unordentlich 
gewesen. Schliesslich legte auch 
die Revisionsstelle der HF, Price- 
WaterhouseCoopers, ihr Revisions- 
mandat zurück. Weil damit ein 
wichtiges Organ der HF wegfiel, 
wurde der Anteilsscheinhandel der 
HF an einer ausserordentlichen Ge- 
neralversammlung sistiert. Später 
folgte der Beschluss zur Liquidati- 
on der HF. 
Alle gegen Jürgen Hermann? 
Jürgen Hermann wittert eine In- 
trige. Der Chef der Bank Frick, Jür- 
gen Frick, habe weder die PriceWa- 
terhouseCoopers dazu gedrängt, ihr 
Revisionsmandat weiterzuführen, 
bis eventuell eine andere Revisi- 
onsstelle gefunden würde, noch ha- 
be er nach einer anderen Revisions- 
stelle gesucht. «Wir haben uns so- 
fort darum bemüht», sagte Jürgen 
Frick vor Gericht, «aber wir haben 
keine Revisionsfirma gefunden, die 
mit Jürgen Hermann zusammenar- 
beiten wollte.» Auch einen wei- 
teren Vorwurf von Jürgen Hermann, 
er habe Werbemassnahmen für die 
HF unterminiert, wies der Bank- 
chef zurück. «Die Werbung, die 
Hermann vorgehabt hat, wäre irre- 
führend gewesen und hätte gegen 
das Transparenzgebot und gegen 
den Anlegerschutz verstossen.» 
Bleibt noch ein Vorwurf des Klä- 
gers im Raum: Nämlich, dass Pri- 
ceWaterhouseCoopers (PWC) 
schon bei der Überführung der HF 
unter das Dach der CFM ihr Revi- 
sionsmandat niederlegen wollte 
und dass die Bank Frick das wuss- 
te. Nach diesem Vorwurf unter- 
brach Richter Dieter Santner die 
Verhandlung. Bei einem nächsten 
Termin sollen Vertreter der PWC 
über Details der Mandatsniederle- 
gung zulasten der HF befragt wer- 
den. 
Jürgen Hermann verlangt 5 Mio. Franken Schadenersatz von der Bank 
Frick. Mit seiner 200-Mio.-Klage zieht er vor den Obersten Gerichtshof. 
FOTO 
ZVG 
2. Schellenberger 
Hobbyausstellung 
SCHELLENBERG – Am Wochenende 
vom 28./29. März organisiert die Kultur- 
kommission Schellenberg die 2. Schellen- 
berger Hobbyausstellung im Gemeindesaal 
in Schellenberg. Am Samstag von 16 bis 21 
Uhr sowie am Sonntag von 10 bis 16 Uhr 
präsentieren 24 Hobbykünstler unter dem 
Motto «Sehen, erleben und erfahren» ihre 
Hobbyarbeiten. Bilder in verschiedensten 
Techniken, von Aquarell, Öl und Gouache 
bis zu grossflächigen Acrylbildern sowie 
Collagen und Federzeichnungen werden zu 
sehen sein. Daneben Porzellanmalereien, 
Specksteinarbeiten und Raku-Keramiken, 
Fotografien und Fotobücher, Schnitz- und 
Drechslerarbeiten, Glasritzarbeiten, Schaf- 
wolle-Engel und Mobile, Patchworkar- 
beiten, Stricksachen, Bastelarbeiten aus Heu 
sowie eine Auswahl der Bastelarbeiten der 
Primarschüler und schliesslich   Wissens- 
wertes rund um die Imkerei und die Kaffee- 
kultur. Ausserdem werden am Samstag ein 
Patchwork- und am Sonntag ein Line Dance 
Workshop sowie ein vielfältiges Begleitpro- 
gramm, musikalische Einlagen, Line-Dance- 
Aufführung und Gedichte, geboten. Ein de- 
tailliertes Programm kann im Internet auf 
www.schellenberg.li unter News/Meldungen 
eingesehen werden. Mit heissem Fleischkä- 
se und Kartoffelsalat (Zivilschutzgruppe) 
sowie einem Kuchenbuffet (Elternvereini- 
gung) und erlesenem Kaffee ist auch für das 
leibliche Wohl bestens gesorgt. Die Kultur- 
kommission als Organisator sowie alle Aus- 
steller und Ausstellerinnen, die Workshop- 
Leiterinnen, die Begleitprogramm-Gestalter 
und -innen sowie die Elternvereinigung und 
die Zivilschutzgruppe Schellenberg laden 
alle Interessierten herzlich zur 2. Schellen- 
berger Hobbyausstellung ein und freuen 
sich auf zahlreichen Besuch.   (pd) 
HOBBY 
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…   unsere Lehrer / innen seit Jahren hervorragende Arbeit leisten, während 
das Schulamt unsere Schulen andauernd schlecht redet ? 
…   SPES I Umbaukosten von bis zu 50 Millionen Franken verursachen wird, 
ohne dass dadurch ein einziges Kind einen besseren Unterricht erhält ? 
…   zusätzliche Lehrkräfte eingestellt werden müssen, um die versprochenen 
Fördermassnahmen sicherzustellen ? 
…   eine behutsame Schulreform, bei der die Lehrerfortbildung deutlich 
mehr Gewicht erhält. 
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und den Schüler / innen eine wirklich freie Wahl ermöglichen. 
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staatliche Bevormundung. 
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