Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2009)

INLAND 
VOLKSBLATT 
2 FREITAG, 20. MÄRZ 2009 
Bildung als Abenteuer 
18. Mühleholz-Gespräch über das «Gymnasium der Zukunft» 
VADUZ – Steckt das Gymnasium 
in der Krise? Braucht es ein 
neues Profil? Abseits der aktu- 
ellen SPES-Debatte lud das LG Va- 
duz am Mittwoch zum Experten- 
gespräch über die Zukunft der 
Allgemeinbildenden Schule. 
• Johannes Mattivi 
Vor 30 Jahren war die Welt noch 
einfach: Wer Zugang zu höherer 
Bildung und besserer Karriere er- 
strebte, ging ins Gymnasium. Doch 
heute bekommt das Gymnasium 
zunehmend Konkurrenz durch at- 
traktive Berufsausbildungen mit ei- 
ner Vielzahl an anschliessenden 
Weiterbildungsmöglichkeiten. Das 
Gymnasium hat seine frühere 
Schleusenfunktion zu höherer Bil- 
dung verloren. «Immer mehr Junge 
kapieren, dass Karrieren heute an- 
ders gemacht werden», sagte Bil- 
dungsexperte Ludwig Hasler in sei- 
nem Impulsreferat zu Beginn des 
Abends, an dem im Anschluss am 
Podium zur Diskussion geladen 
wurde. Neben Ludwig Hasler dis- 
kutierten dort unter der Moderation 
von Franz-Xaver Goop der ehema- 
lige Rektor des Gymnasiums, Josef 
Biedermann, Georg Konzett, Di- 
rektor des Gymnasiums Schiller- 
strasse in Feldkirch, und Ruedi 
Stambach, Bildungsexperte und 
ehemaliger Leiter der Intensivwei- 
terbildung der EDK-Ost. 
Schule für Generalisten 
Zunehmend mehr Jugendliche 
hielten das Gymnasium für ver- 
plemperte Zeit, so Ludwig Hasler 
in seinem provokanten Referat. Der 
Königsweg zur Lebenstauglichkeit 
heisse heute frühe Bodenhaftung in 
der Berufspraxis und darum herum 
klug assortierte Bildung: speziali- 
sierte Ausbildungsgänge, abgefe- 
dert mit etwas Allgemeinbildung. 
Eine Banklehre plus Berufsmatura 
oder eine Ausbildung zum Automa- 
tiker oder Elektroniker mit beglei- 
tender technischer Berufsmittel- 
schule, danach vielleicht noch ein 
Studiengang an der Fachhochschu- 
le, nicht selten mitfinanziert durch 
die Firma. Daneben wirkt das Gym- 
nasium mit seinem elitären Bil- 
dungsanspruch zunehmend anti- 
quiert, bildet seine Schüler nur 
noch ins Ungefähre aus, hat Schwie- 
rigkeiten, in der Gegenwart anzu- 
kommen, meint Ludwig Hasler. 
Zeit für das Gymnasium, in die Of- 
fensive zu gehen und ein neues 
Selbstverständnis zu entwickeln als 
unverwechselbare Bildungsstätte 
für normative Eliten, für Genera- 
listen, die das Ganze im Auge be- 
halten und für die Gesellschaft ne- 
ben den funktionalen Eliten unver- 
zichtbar sind. Ludwig Hasler plä- 
diert für eine rigorose Umstellung 
der Lehrpläne, fordert exempla- 
risches Lernen statt Häppchenun- 
terricht im 45-Minuten-Rhythmus, 
fordert auch eine stärkere Betonung 
der Naturwissenschaften wie Ma- 
thematik, Physik oder Biologie. 
In der anschliessenden Diskussi- 
on waren sich auch die Podiums- 
teilnehmer einig, dass das Gymna- 
sium seine elitäre Stellung verloren 
hat. Allerdings habe sich das Gym- 
nasium in den letzten Jahrzehnten 
auch weiterentwickelt. So sei die 
Didaktik deutlich besser geworden. 
Gefordert wurde aber mehr Eigen- 
verantwortung der Schüler im Un- 
terricht und mehr selbst organisier- 
tes Lernen. 
Bildungsexperte Ludwig Hasler plädierte in seinem Impulsreferat für eine rigorose Umstellung der Lehrpläne 
am Gymnasium. 
FOTO 
MICHAEL 
ZANGHELLINI 
Viel Glück im Ehestand 
Heute Freitag vermählen sich vor dem Zi- 
vilstandesamt in Vaduz: 
Patrick LEUENBERGER, von Vaduz in 
Mauren, und Cleide PROVENZANO, geb. 
DOS SANTOS FERREIRA, von Herisau/ 
CH in Sulgen/CH 
Amir HAMDANI von Tunesien in Djerba/ 
TN, und Sabrina ROTTENHOFER, von 
Ruggell in Gamprin-Bendern 
Ardian AMMANN, von und in Alt St. Jo- 
hann/CH, und Milica MILUTINOVIC von 
Vaduz in Schaanwald 
Stefan SCHRANZ, von Schaan in Vaduz, 
und Erika TANIKAWA von Japan in Va- 
duz 
Wir gratulieren recht herzlich zur Ver- 
mählung und wünschen den Brautpaaren al- 
les Gute und viel Glück auf dem gemein- 
samen Lebensweg. 
Herzliche Gratulation 
zum 40. Dienstjubiläum 
Die Geschäftsleitung und Mitarbeiter der 
Herbert Ospelt Anstalt möchten Walt HEIN- 
RICH ganz herzlich zu seinem 40-jährigem 
Jubiläum gratulieren. Für die wertvolle, 
langjährige Mitarbeit bedanken sie sich und 
wünschen ihm für die Zukunft weiterhin 
viel Erfolg, Glück und gute Gesundheit. 
Dienstjubiläum 
in der Industrie 
Angela FUNK, Untere Runa, Feldkirch-Gi- 
singen (A), feiert heute ihr stolzes 30-jäh- 
riges Dienstjubiläum bei der Ivoclar Viva- 
dent AG. Frau Funk ist als Mitarbeiterin im 
Bereich Endfertigung tätig. 
Der Gratulation der Firmenleitung schlies- 
sen sich die Liechtensteinische Industrie- 
und Handelskammer und das «Volksblatt» 
gerne an. 
PERSÖNLICH 
Familiengottesdienst 
ESCHEN – Am kommenden Sonntag, den 
den 22. März, feiern wir in der Pfarrkirche 
St. Martin in Eschen um 9.30 Uhr den Fa- 
miliengottesdienst. Anschliessend sind alle 
zum Pfarreicafé im Foyer des Gemeinde- 
saales eingeladen. 
Das Familiengottesdienst-Team 
Jäger trauern 
um Vereinsmitglied 
Nach dem Hinscheiden unseres Waidkame- 
raden und Vereinsmitglieds Heike Verling 
treffen sich die Mitglieder der Liechtenstei- 
ner Jägerschaft am Samstag, den 21. März, 
um 8.45 Uhr bei der Pfarrkirche in Vaduz, 
um an der Beerdigung teilzunehmen. Für 
Trauerbrüche ist gesorgt. 
Liechtensteiner Jägerschaft 
IN KÜRZE 
Lukas Bollhalder fährt ab auf 
verschneite Berge, steile Fels- 
wände und auf den Peugeot 205 
T16 Pikes Peak. 
• Mario Heeb 
Gerne wird den jungen Menschen 
von heute nachgesagt, dass sie in 
ihrer Freizeit sinnlos herumhän- 
gen oder sich mit Gewaltspielen 
beschäftigen. Den Gegenbeweis 
liefert Lukas Bollhalder. Der 21- 
Jährige hat seine Lehre als Auto- 
mechaniker mit einer 5,8 abge- 
schlossen. In der Theorie schaffte 
er sogar eine glatte 6. 
Lukas Bollhalder zeigte auch an 
den Schweizer Meisterschaften 
der Automechaniker, was Sache 
ist. 
EM in Luxemburg 
Am vergangenen Mittwoch 
reiste er sogar zu den Europa 
Meisterschaften nach Luxemburg. 
Er weiss ungefähr, was von ihm in 
Luxemburg verlangt wird. «Es 
wird wohl ein Parcour mit ver- 
schiedenen, praktischen Arbeiten 
sein», sagt Lukas Bollhalder, der 
in der Hof Garage in Gams die 
Lehre absolvierte und heute in der 
Falknis Garage in Vaduz arbeitet. 
An den Europameisterschaften 
wird sich auch entscheiden, ob er 
im Herbst die Schweiz an der Be- 
rufsolympiade in Calgary vertre- 
ten darf. 
Technik, die fasziniert 
Dabei stand für den erfolg- 
reichen Berufsmann nicht von 
Anfang an fest, dass er Autome- 
chaniker werden möchte. Im 
Raum stand eine weitere Mög- 
lichkeit, der Beruf des Zimmer- 
mannes. Zwei ganz verschiedene 
Berufe. Was fasziniert ihn an sei- 
nem Beruf des Automechanikers? 
«Die Technik», sagt er und meint, 
«die Autos sind dank der rasanten 
Entwicklung so vielseitig in der 
Technik als auch in der Anwen- 
dung.» 
Lukas Bollhalder fährt einen 
Peugeot 205 GTI. Doch einmal 
möchte er hinter dem Steuerrad 
eines Peugeot 205 T 16 Pikes 
Peak sitzen. «Dieses Modell hat 
Geschichte geschrieben. Auf der 
Rallyestrecke in Pikes Peak/Colo- 
rado ist das Auto fast allen um die 
Ohren gefahren, auch bei der Ral- 
lye Paris-Dakar war der Franzose 
nicht zu schlagen», erklärt der 21- 
Jährige. 
Aber der Toggenburger steht 
nicht nur auf französische Model- 
le, auch der Audi S5 hat es ihm 
angetan. «Der schaut wirklich gut 
aus. Und zum Fahren ist er mit 
seinem manuellen Getriebe ein- 
fach Extraklasse.» 
LUKAS BOLLHALDER 
Familie: Zwei Brüder, eine 
Schwester 
Geburtstag: 15. September 
1987 
Beruf: Automechaniker 
Da bin ich Daheim: Alt St. Jo- 
hann, Vaduz 
Auf das stehe ich: Verschneite 
Berge und steile Felswände 
Ist nicht mein Ding: Flache 
Gegenden 
Am Rheintal schätze ich: Das 
Föhnwetter 
Menschen in 
         Liechtenstein 
Traumnote 5,8 
Lukas Bollhalder, Au- 
tomechaniker. 
FOTO 
MICHAEL 
ZANGHELLINI 
Japanisches Spritsparwunder
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.