Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2009)

KULTURNEWS 
Mittwoch, 18. März 2009 Seite 25 
KULTURNACHRI CHTEN FÜR DAS RHEI NTAL 
Reigen und andere Tänze 
Zweites Liechtensteiner Tanzfestival «Tanz+» 
SCHAAN – Nach dem vorsichtigen 
ersten Anlauf in der letzten Sai- 
son ist «Tanz+» diesmal ein rich- 
tiges Tanzfestival. Vom 20. bis 
30. März bewegt das TaK ganz 
Liechtenstein – an den unter- 
schiedlichsten Spielorten. 
• Arno Löffler 
In den kommenden Tagen findet 
im TaK zum zweiten Mal das Tanz- 
festival «Tanz+» statt. Aber nicht 
nur dort: Insgesamt vierzehn 
Tanzaufführungen sind zu bestau- 
nen, neun davon stehen unter dem 
Motto «site specific»; sie werden 
also an speziellen Orten abseits 
des Theaters gezeigt. 
«Site specific» 
«Bombeiros» (portugiesisch für 
«Feuerwehr») heisst das Stück von 
Choreograf Carlos Matos, das unter 
Einbeziehung der Schaaner Feuer- 
wehr und ihrer Autos im Schaaner 
Feuerwehrhaus getanzt wird: Das 
Stück ist quasi interaktiv, denn auf 
einen echten Brand wird natürlich 
sofort entsprechend reagiert. Die ös- 
terreichische Gruppe «Bewegungs- 
melder» tanzt den «Asphalt», so der 
Name des Projekts: An allen mög- 
lichen und unmöglichen Orten in 
Liechtenstein – z. B. im Postauto – 
geht spontan und ohne Vorwarnung 
die Bewegung los, unter Einbezie- 
hung der lokalen Gegebenheiten. 
Und Salome Schneebeli tanzt ihre 
für Liechtenstein adaptierte Choreo- 
grafie «Terra incognita»: auf dem 
Rheindamm und mit einem von der 
Ballettschule Beatrice Herzog her- 
beigetanzten Frühling im Vorpro- 
gramm. Arthur Schnitzlers «Rei- 
gen» handelt eigentlich nicht vom 
Tanz im buchstäblichen Sinn. Unter 
der Regie von Hanspeter Horner 
wird der «Reigen» aber doch ge- 
tanzt: An passend verruchtem Ort, 
nämlich im Eschner Nachtclub Tif- 
fany und umtanzt vom echten Tiffa- 
ny-Personal geraten Katja Langen- 
bahn und Oliver Dressel in sämt- 
lichen zehn Hauptrollen aneinander. 
Choreografie: Jacqueline Beck. 
Die ganz grossen Gefühle 
Erotisch geht es auch in «An- 
other Lovestory» mit der Cinevox 
Junior Company zu: Getanzt wer- 
den die ganz grossen Gefühle. Da- 
zu bieten «Michael Zisma & 676 
Nuevo Tango Ensemble mit Leo & 
Eugenia» eine kaum minder ero- 
tische Tangonacht einschliesslich 
Gelegenheit zum Selbertanzen. 
Den Anfang des Festivals macht 
der Tanzclub Liechtenstein mit der 
20.-Jh.-Musical-Tanz-Zeitreise 
«Wie die Wilden». 
Doch damit nicht genug: Ein um- 
fangreiches Rahmenprogramm mit 
Film, einer Ausstellung des Lan- 
desmuseums, Workshops und ein 
Familientag (29. März) runden das 
Festival-Angebot ab. 
Bei Hanspeter Horner eröffnet statt des Grafen ein amerikanischer Steuerhinterzieher (Oliver Dressel) den «Reigen» 
mit der Prostituierten (Katja Langenbahn). Ganz liechtensteinisch-aktuell oder doch schon wieder Nostalgie? 
FOTO 
ARNO 
LÖFFLER 
Wie die Wilden 
Kultur / 27 
Die Trauer in Winnenden hält an 
International / 32 
SchlössleTV Morgen Donnerstag, 
feiern die Home-TV-Macher Mathias Os- 
pelt, Marco Schädler und die Filmfabrik Va- 
tertag.  Beginn: 20 Uhr. Selbst am heiligen 
Vatertag machen sich die Herren Dr. Ospelt 
und Schädler gemeinsam mit der Filmfabrik 
auf, aufklärerisches Fernsehlicht in Liech- 
tensteins düstere Telewelt zu träufeln. Nach- 
dem die zweite Staffel von «SchlössleTV» 
jeweils für einen rumpelvollen Keller und 
feilgehaltene Maulaffen sorgte, wird nun 
noch ein letztes Scheitlein aufgelegt, bevor 
es in den wohlverdienten Sommerschlaf 
geht. Als Studiogäste ist ein junger Haude- 
gen geladen, der die Gabe hat, zur falschen 
Zeit am falschen Ort das jeweils Falsche zu 
machen. Drum: Wer seinem Papi, Daddy 
oder Alten etwas wirklich Nachhaltiges zum 
Vatertag schenken will, der soll die Schach- 
tel «Merci» selbst verschlingen und Vati ge- 
scheiter zum kultigen «SchlössleTV» einla- 
den. Mami wird sich für einmal freuen. 
«SchlössleTV» mit Mathias Ospelt, Marco 
Schädler und der Filmfabrik ist eine Veran- 
staltung im Rahmen von «Liechtensteiner 
Spezialitäten im Schlösslekeller» und findet 
am Vatertag, den 19. März, statt. Beginn: 20 
Uhr. Offizielle Vorverkaufsstelle des 
Schlösslekellers für alle Veranstaltungen ist 
der Postcorner der Liechtensteinischen Post 
AG (www.postcorner.li oder Tel: +423 399 
45 45). Ebenso besteht die Möglichkeit, an 
der Abendkasse mögliche Restkarten zu be- 
ziehen.   (pd) 
NEWSMIX 
Vorpremiere: Josef Hader in 
«Der Knochenmann» 
SCHAAN – «Jetzt ist schon wieder was 
passiert ...» So fangen alle Brenner-Filme 
(«Komm, süsser Tod», «Silentium») an. 
Josef Hader ist Brenner und er ist zurück! 
Der Filmclub im Takino zeigt die neueste 
Verfilmung eines Wolf-Haas-Romans heute 
Mittwoch, den 18. März, mittags um 12 Uhr 
als Schweizer Vorpremiere. Weiter geht es 
dann ab Freitag, den 20. März, mit Vorstel- 
lungen im Haupt- und Spätprogramm. «Der 
Knochenmann» thematisiert und karikiert 
gesellschaftliche Missstände locker und 
drastisch zugleich, sodass einem das La- 
chen wie ein verschluckter Hühnerknochen 
im Hals stecken bleibt. Weitere Informati- 
onen unter www.filmclub.li.   (pd) 
«Zweieinhalb» Morde und viel Krimi-Spannung 
Der Krimiklassiker «Die Mausefalle» im Theater am Kirchplatz zu Gast 
SCHAAN – Der Krimiklassiker «Die 
Mausefalle», die neueste Produk- 
tion des Vorarlberger Volksthea- 
ters, war am Montag im Theater 
am Kirchplatz zu Gast. 
Der Krimiklassiker «Die Mausefal- 
le» der britischen Erfolgsautorin 
Agatha Christie (1890–1976) wird 
seit 56 Jahren ununterbrochen in 
London gespielt und existiert welt- 
weit in 24 Übersetzungen. Das 
Vorarlberger Volkstheater («Vo- 
Vo») reitet derzeit auch auf dieser 
permanenten Agatha-Christie-Er- 
folgswelle, und zwar in einer schon 
üblichen Dialektfassung von Stefan 
Vögel, die aber bei diesem interna- 
tionalen, «very british» Klassiker 
etwas deplatziert wirkt. Der Schau- 
platz ist das eingeschneite Schrö- 
cken in Vorarlberg, die Inhaberin 
der Pension Jägerheim (Elke M. 
Riedmann) spricht etwa breites Lu- 
schnouerisch … 
Viel Spannung 
Die Handlung der «Mausefalle» 
dürfte bekannt sein. Das Sujet ist 
beliebt: In einem eng begrenzten 
Schauplatz muss sich der/die Mör- 
der/-in befinden. Und die Jagd nach 
ihm birgt viel Spannung, die der 
deutsche Regisseur Dirk Waanders 
mit den sehr guten Schauspiele- 
rinnen und Schauspielern (Profis 
und Semiprofis) durch etliche Gags, 
kleine Gesten, mimische Andeu- 
tungen etc. realisiert hat. Elke M. 
Riedmann und Johannes Lampert 
als Inhaber Stütler der Pension Jä- 
gerheim geniessen vorerst ihr jun- 
ges Eheglück, geraten aber sehr 
bald in schrecklichen Verdacht; die 
Gäste sind durch ihre profilierte 
Bühnenpräsenz ein schillerndes 
Grüppchen zwielichtiger Exis- 
tenzen: Renate Neve als fesche, ex- 
altierte Frau Bell, Dolores Hosp als 
leicht verklemmte und undurch- 
sichtige Frau Ludescher, Heinz Ne- 
metschke als Wiener Zyniker Herr 
Paravicini mit feiner verbaler Klin- 
ge, Gottfried Lercher als bedäch- 
tiger Major Fuchs, Peter Nickel als 
berührend tragikomischer Otto 
Wagner und Stefan Pohl als for- 
scher Inspektor Mock. 
Dieser junge Vorarlberger Be- 
rufsschauspieler, der bald beim 
Vorarlberger Landestheater in der 
Bühnenfassung des Films «Die fet- 
ten Jahre sind vorbei» zu sehen sein 
wird, und die als Clownfrau sehr 
populäre Vorarl-berger Mimin und 
Kabarettistin Elke M. Riedmann 
lieferten sich kurz vor Schluss als 
Höhepunkt der Aufführung ein ful- 
minant-dramatisches Bühnenduell. 
Die heimelige Jägerheim-Stube mit 
üppigem Schneegestöber am Fens- 
ter und die leicht altmodischen Ko- 
stüme (Reinhard Mathis/Kerstin 
Köck) sorgten für das dichte, knis- 
ternde Krimi-Ambiente. Der Veran- 
stalter bittet, die «Täterschaft» 
künftigen Besuchern (in Vorarl- 
berg) nicht zu verraten!    (es) 
Am Montag war im TaK «Die Mausefalle» zu sehen. 
FOTO 
PAUL 
TRUMMER 
Unterhaltung für die ganze Familie 
TV-Programm / 30 – 31
	        

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