Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2009)

SPORT 
VOLKSBLATT 
13 MONTAG, 2. MÄRZ 2009 
Wichtiger Sieg im Abstiegskampf 
Volleyball Nationalliga B: VBC Galina – TV Lunkhofen 3:1 
SCHAAN – Die Herren des VBC 
Galina konnten zwei wichtige 
Punkte im Abstiegskampf einfah- 
ren. In vier Sätzen behielten sie 
im Resch gegen den TV Lunkho- 
fen die Oberhand. 
Für die Herren des VBC Galina 
ging es am Samstagabend bereits 
um sehr viel. Dementsprechend ver- 
krampft begann das Spiel der Gast- 
geber. Einzig Neuverpflichtung Erik 
Schuil (das «Volksblatt» berichtete) 
gab den Galinesen im ersten Satz 
die nötige Sicherheit. Die Gäste aus 
Lunkhofen spielten engagiert und 
schöpften ihre Möglichkeiten voll 
aus. Dadurch blieb Satz eins lange 
ausgeglichen. Die Gäste aus Lunk- 
hofen erspielten sich den ersten 
Satzball, doch durch zwei schöne 
Aufschläge von Erik Schuil wende- 
te sich das Blatt. Mit 27:25 ging 
Satz eins an den VBC Galina. Die- 
ser Satzgewinn brachte etwas Ruhe 
und Lockerheit in das Spiel der 
Galinesen. Gleichzeitig agierte 
Lunkhofen nicht mehr auf dem Ni- 
veau von Satz eins und produzierte 
deutlich mehr Fehler. Damit ging 
Satz zwei deutlich und in dieser Hö- 
he verdient mit 25:15 an den VBC. 
Mit zwei Sätzen in Führung 
spielten die Galinesen nun zu lo- 
cker und unkonzentriert. Viele Un- 
genauigkeiten in der Annahme er- 
schwerten das Angriffsspiel und die 
Gäste erkämpften sich durch gute 
Abwehraktionen viele Punkte. 
Trotz eines Schlussspurts ging Satz 
drei an Lunkhofen (20:25). Nach 
dem erneuten Seitenwechsel ging 
Galina wieder konzentrierter zu 
Werke. Die Aufschläge kamen 
druckvoller und auch im Angriff 
agierten die Spieler wesentlich effi- 
zienter, als im Satz zuvor. Lunkho- 
fen konnte in dieser Phase nichts 
entgegensetzen und somit ging Satz 
vier mit 25:17 und das Spiel mit 3:1 
an die Schaaner. Dieser Sieg war 
ein erster und wichtiger Befrei- 
ungsschlag im Abstiegskampf und 
verschafft dem VBC Galina etwas 
Luft. (rp) 
Galina-Neuzugang Erik Schuil liess seine Klasse aufblitzen. 
FOTO 
MAURICE 
SHOUROT 
Dritter WM-Titel für Stähli 
LAKE PLACID – Zum 41. Geburtstag hat 
sich Gregor Stähli sein schönstes Geburts- 
tagsgeschenk gemacht. In Lake Placid 
(USA) wurde der Schweizer am Samstag 
zum dritten Mal nach 1994 und 2007 Skele- 
ton- Weltmeister. Stähli siegte überlegen vor 
dem Briten Adam Pengilly und dem Russen 
Alexander Tretjakow und ist nun Rekord- 
Weltmeister. «Es war ein relativ ruhiges 
Rennen für mich. Die Konkurrenz schien 
mir nervöser zu sein. Zudem hatte ich ein 
gutes Team im Rücken», sagte Stähli. (si) 
SKELETON 
Sport ist der Weg 
zur Unabhängigkeit 
TRIESENBERG – Der Schellenberger 
Ferdi Brendle (Foto) ist der einzige Liech- 
tensteiner Rollstuhlsportler, der am Sonntag 
beim Schweizer Rugby-Meisterschafts-Tur- 
nier mitspielte. 
«Der Sport ist für mich so wichtig, weil 
dadurch meine Unabhängigkeit stetig grös- 
ser wird», erzählt der 32-jährige Maschi- 
nist. Vor fünf Jahren kam nach einem Moto- 
cross-Unfall die «bittere» Erkenntnis, dass 
ein Leben im Rollstuhl seine Zukunft sein 
würde. Das «berühmte seelische Tief» hat 
Brendle bei sich selbst nie feststellen kön- 
nen: «Ich habe vom ersten Tag an gewusst, 
dass ich sofort wieder nach vorne arbeiten 
und Vollgas geben werde. Meine damalige 
Freundin und heutige Frau Sabine war in 
dieser Situation natürlich eine grosse men- 
tale Stütze für mich.» Brendle stellt auch in 
seinem Umfeld fest, dass Verunfallte mit 
gutem familiärem Hintergrund psychisch 
«besser gestellt sind als Singles, die das 
seelische Loch oft mit voller Härte trifft. 
Also gings rasch zur Rehabilitation und 
zurück ins Leben, in ein Leben, in dem der 
Sport «nun halt im Rollstuhl» eine grosse 
Bedeutung bekommen sollte. Skifahren, 
Schwimmen und Rollstuhl-Rugby fordern 
den Schellenberger fast täglich. Das Ein- 
zige, was ihn dabei stört, ist die Tatsache, 
dass Liechtenstein zu klein ist, um wirklich 
organisierten Mannschaftssport wie eben 
Rollstuhl-Rugby betreiben zu können. «Ei- 
ne Mannschaft hat zehn Spieler, alle mit 
sehr hohen Querschnittlähmungen, in Liech- 
tenstein kenne ich nur drei oder vier solche 
Personen.» Also orientiert sich Brendle in 
die Ostschweiz zum Rollstuhlklub St. 
Gallen und zu den Rolling Rhinos. 
Mit dabei bei seinen Aktivitäten ist sehr 
oft auch sein Schwager Bernd Kurz, der als 
Schiedsrichter beim Rugby fungiert. Eines 
ist im Gespräch mit Brendle besonders auf- 
gefallen: Der junge, lebenslustige Sportler 
vermittelt nie den Eindruck, behindert zu 
sein. Im Gegenteil, man wartet darauf, was 
er demnächst noch alles organisieren oder 
unternehmen wird. «Unterkriegen lassen» 
scheint in seinem Wortschatz irgendwie zu 
fehlen. (ef) 
ROLLSTUHL-RUGBY 
Galina – TV Lunkhofen   3:1 
Satzresultate: 27:25, 25:15, 20:25, 25:17 
Zuschauer: 100 
Spieldauer: 1 Stunde 31 Minute 
VBC Galina: Manuel Gahr, Ralf Petzold, 
Michael Bleiker, Jan Schmid, Miguel San- 
chez, Adrian Ritter, Matthias Wachter, 
Maximilian von Deichmann, Beat Wach- 
ter, Christof Zvokelj, Patrick Hohl, Erik 
Schuil 
VBC Damen unterliegen Glaronia 
Volleyball Nationalliga B: VBC Glaronia – VBC Galina 3:1 
GLARUS – Die Damen vom VBC 
Galina beendeten ihre erste NLB- 
Saison mit einer knappen Nieder- 
lage beim VBC Glaronia. Am Sams- 
tagabend traten die Galinesinnen 
stark dezimiert an und mussten 
sich 3:1 geschlagen geben. 
Aufgrund von Krankheit und Ver- 
letzungen konnte Coach Jürgen 
Albrecht nicht auf seinen gesamten 
Kader zurückgreifen. Wegen einiger 
Umstellungen gelang den Damen 
der Start nicht wie gewünscht. Die 
Gastgeberinnen starteten schwung- 
voller und übten viel Druck im Auf- 
schlag aus. Coach Albrecht nahm 
früh ein Time-out, denn das Vorha- 
ben seiner Mannschaft war, die tolle 
Saison mit einem Sieg zu beenden. 
Doch auch nach der Auszeit agierte 
Glaronia sicherer und es war deut- 
lich zu erkennen, dass auch sie sich 
mit einem Sieg aus der Saison ver- 
abschieden wollten. Glaronia spielte 
konstant durch und holte sich ver- 
dient mit 25:19 Satz eins. Satz zwei 
begann wieder gar nicht nach den 
Vorstellungen von Albrecht. Seine 
beiden Auszeiten beanspruchte er 
bereits bei 4:0 und 7:0. Glaronia 
spielte stark, Galina wirkte verunsi- 
chert. Bei 20:10 schien der Satz ge- 
laufen, doch die eingewechselte Bi- 
anca van der Helm drückte in dieser 
Phase dem Spiel noch mal ihren 
Stempel auf. Mit einer tollen Serie 
kam Galina Glaronia gefährlich na- 
he, musste sich jedoch trotzdem mit 
25:22 geschlagen geben. 
Satzgewinn für Galina 
Im dritten Satz konnte Galina das 
Spielgeschehen ausgeglichen hal- 
ten. Unter der Führung von Bianca 
van der Helm gelang den Galine- 
sinnen ein hart umkämpfter Satzge- 
winn (23:25). Der vierte Abschnitt 
brachte nicht die erhoffte Wen- 
dung. Eher glich er vom Verlauf her 
Satz Nummer eins. Galina agierte 
wieder zu unkonstant und Glaronia 
deutlich druckvoller. Satz vier ging 
mit 25:20 an Glaronia und damit 
beendeten die Damen des VBC 
Galina ihre erfolgreiche Saison mit 
einer Niederlage. Als Erstplatzierte 
der Play-down-Runde haben die 
Damen um Coach Jürgen Albrecht 
ihr Ziel erreicht. (rp) 
VBC Glaronia – VBC Galina   3:1 
Satzresultate: 25:19, 25:22, 23:25, 25:20 
VBC Galina: Petra Tschirky, Bianca van 
der Helm, Julia Fehr, Laura Rüegg, Moni- 
ka Marxer, Petra Kluker, Gloria König, 
Esther Biedermann, Lena Vogrin 
➲www.vbcgalina.li 
Spannung bis ins Finale 
Flying Wheels (Ö) gewannen Schweizer Meisterschafts-Turnier in Triesenberg 
TRIESENBERG – Mit einem Sieg 
der Flying Wheels aus der Steier- 
mark endete am Sonntag das 
Schweizer Meisterschafts-Turnier 
im Rollstuhl-Rugby. Die Rolling 
Rhinos mit dem Schellenberger 
Ferdi Brendle wurden Dritte. 
Spiele auf hohem Niveau und teil- 
weise unglaublich spannend: Das 
sahen die Zuschauer am Sonntag in 
der Turnhalle der Primarschule 
Triesenberg. Zum zweiten Mal gas- 
tierten die Rollstuhlfahrer mit 
einem Schweizer Meisterschafts- 
Turnier in Liechtenstein. Schon die 
Gruppenspiele endeten zumeist 
sehr knapp, das kleine Finale wur- 
de erst in den letzen zwei der 30 
Spielminuten zugunsten der Rol- 
ling Rhinos entschieden. 
Packendes Finalspiel 
Der absolute Höhepunkt war aber 
das Finale: Remis nach 30 Minu- 
ten, Remis nach der ersten Verlän- 
gerung und Remis nach der zweiten 
Verlängerung. Erst die dritte Nach- 
spielzeit brachte eine Entscheidung 
zugunsten der Flying Wheels aus 
Graz, die zu Spielbeginn die 
Figthingsnakes (Luzern) noch klar 
dominierten. Doch die Schweizer 
änderten die Taktik, forderten die 
Österreicher nun voll heraus, am 
Schluss reichte es dennoch nicht 
zum Sieg. (ef) 
Spannung und erstklassigen Sport gab es über das Wochenende beim Schweizer Meisterschafts-Turnier im Rollstuhl-Rugby zu sehen. 
FOTOS SHOUROT
	        

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