Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2009)

KULTURNEWS 
Mittwoch, 25. Februar 2009 Seite 25 
KULTURNACHRI CHTEN FÜR DAS RHEI NTAL 
Was es heute 
Mittwoch auf 
den diversen 
TV-Kanälen zu 
sehen gibt 
TV / 27 
Skandal in Zürcher Pflegeheim 
Letzte / 28 
Goldene Löwen Mit Goldenen 
Löwen für ihre Lebenswerke ehrt die Interna- 
tionale Kunstbiennale von Venedig in diesem 
Jahr die Japanerin Yoko Ono (Bild) und den 
Amerikaner John Baldessari. Yoko Ono, die 
frühere Ehefrau von John Lennon, sei eine 
Schlüsselfigur der Nachkriegskunst und habe 
Pionierarbeit auf dem Gebiet der Perfor- 
mance und der Konzeptkunst geleistet, heisst 
es in der am Dienstag veröffentlichen Be- 
gründung der Biennale-Leitung. Der Kalifor- 
nier Baldessari wird als herausragender Meis- 
ter der visuellen Kunst ausgezeichnet. (sda) 
NEWSMIX 
Take-away im Kunstmuseum 
VADUZ – Die etwas andere Mittagspause 
in Vaduz: Ab diesem Frühling bietet das 
Kunstmuseum Liechtenstein wieder die be- 
liebten Führungen über Mittag an. Jeden 
letzten Donnerstag im Monat erhalten die 
Besucher in 30 Minuten Einblick in eine ak- 
tuelle Ausstellung und erfahren Interes- 
santes zu Künstlern und Werken. Die Take- 
away Führungen richten sich besonders an 
jene, welche über die Mittagspause in Va- 
duz bleiben. Für die Take-away-Führungen 
gilt zudem der ermässigte Eintritt von 8 
Franken. Die Führungen: 
  Donnerstag, 26. Februar, 12.30 Uhr: 
«Matti Braun. Kola» 
Donnerstag, 26. März, 12.30 Uhr: «Samm- 
lungspräsentation: Der Blick» 
Donnerstag, 30. April, 12.30 Uhr: «Das 
Glück dieser Erde ...» – Mit Werken aus den 
Fürstlichen Sammlungen 
Donnerstag, 28. Mai, 12.30 Uhr: «Chris- 
tian Boltanski. La vie possible» 
Donnerstag, 25. Juni, 12.30 Uhr: «Chris- 
tian Boltanski. La vie possible» 
Weitere Informationen gibt es im Internet 
unter www.kunstmuseum.li. (pd) 
Dem Wort eine Bühne 
BUCHS – Bern ist überall, kommenden 
Samstag, den 28. Februar, um 20 Uhr auch 
in Buchs, im Werdenberger Kleintheater Fa- 
briggli. Auf der Bühne steht das Spoken 
Word Ensemble «Bern ist überall» mit Pe- 
dro Lenz, Daniel De Roulet und Beat Ster- 
chi. Musikalisch erweitern wird das Pro- 
gramm der Akkordeonist Adi Blum. Dem 
Wort eine Bühne: Das ist die Idee von 
«Bern ist überall», einer Gruppierung von 
insgesamt sieben Autorinnen und Autoren 
und drei Musikern und Musikerinnen. Sie 
treten in der Regel in wechselnder Beset- 
zung im Quartett auf. Ihr Anliegen ist nicht 
die konventionelle Lesung, sondern das ge- 
sprochene Wort, dargeboten als eine Art 
Performance. Sie präsentieren Literatur, die 
nicht nur für die Bücher, sondern auch (oder 
gar ausschliesslich) für die Bühne geschaf- 
fen wurde. Platzreservation: Telefon 081 
756 66 04 (dienstags bis samstags von je- 
weils 18 bis 20 Uhr) oder im Internet unter 
www.fabriggli.ch. (pd) 
Vom Leben einer Aussenseiterin 
«Bal a l’üna»: Kuno Bonts neuer Dokumentarfilm ab Samstag im Takino 
SCHAAN – Rund 20 Jahre sind 
vergangen, seit die Wirtin und 
Heilerin Paula Roth im Albulatal 
einem Raubmord zum Opfer fiel. 
Kuno Bont hat ihre Lebensge- 
schichte, welche ab kommenden 
Samstag im Takino zu sehen sein 
wird, filmisch aufgearbeitet. 
1988 wurde Paula Roth in ihrem 
einsamen Bergrestaurant brutal er- 
mordet. «Es ist genau das passiert, 
was wir immer befürchtet haben», 
sagt ein Dorfbewohner. «Paula 
kann nicht auf normalem Weg ab 
der Welt.» Die Lebensgeschichte 
der Paula Roth ist denn auch alles 
andere als gewöhnlich. 
Von Übersinnlichem fasziniert 
Paulina Roth wird 1918 im Thur- 
gau geboren. Mit ihrem Vater zügelt 
sie fast jedes Jahr. Als 22-Jährige 
darf Paula im ausserrhodischen Re- 
hetobel nur unter der Bedingung 
wirten, dass ein Mann die Landwirt- 
schaft übernimmt. So wird sie vom 
Vater kurzerhand mit einem Aktiv- 
dienstler verkuppelt. Ein «Kuhhan- 
del», wie sie später sagt. Nach dem 
zweiten Kind lässt sich Paula schei- 
den, die Kinder werden dem Mann 
zugesprochen. Paula passt nicht ins 
Bild der braven Ehefrau und Mutter. 
Die Nachbarinnen sagen, sie habe 
keine rechte Ordnung im Haus. 
Auch das psychiatrische Gutachten 
fällt nicht zu ihren Gunsten aus. 
Das Übersinnliche fasziniert Pau- 
la Roth. Ein Naturheiler führt sie in 
die Geheimnisse von Salben und 
Heilwasser ein; bald ist sie als He- 
xe verschrien. Obwohl sie nach ei- 
nigen Zwischenstationen als Wirtin 
und Eigentümerin des Gasthauses 
«Bellaluna» Fuss fasst, haftet ihr 
bis zum Lebensende der Ruf der 
Spinnerin an, welchen sie auch sel- 
ber kultiviert. Sie nimmt kein Blatt 
vor den Mund, treibt ihre Spässe 
und unterhält ihre teils illustren 
Gäste am Harmonium. Den Banken 
traut sie nicht. Lieber versteckt sie 
ihre Einnahmen in Büchsen und 
Strümpfen, was ihr schliesslich 
zum Verhängnis wird. 
Für den Film wurde an 
Originalschauplätzen gedreht 
Im behutsamen Doku-Drama 
«Bal a l’üna» erzählt der Rheintaler 
Filmemacher Kuno Bont eindrück- 
lich vom Leben und vom tragischen 
Sterben der eigenwilligen Aussen- 
seiterin. Gedreht wurde an Origi- 
nalschauplätzen im Thurgau, im 
Appenzellerland, in der Via Mala 
und im Albulatal. Ihre Lebensge- 
schichte wird eingebettet in die 
Landschaft, in der sie gelebt hat, in 
die Gesellschaft, die sie umgab, 
und zu der sie doch nicht gehörte. 
Der Filmclub im Takino zeigt 
«Bal a l’üna» ab kommenden Sams- 
tag, den 28. Februar. (pd) 
Um sie bildeten sich schon zu ihren Lebzeiten Legenden: die «Bellaluna»-Wirtin Paula Roth, deren Lebensge- 
schichte Kuno Bont im Film «Bal a l’üna» nachgeht. 
FOTO 
ZVG 
«Bal a l’üna» 
«Bal a l’üna» ist ein Film von 
Kuno Bont (Schweiz, 2009); 
Dauer: 95 Minuten; entstan- 
den unter der Mitarbeit von 
Daniel Schierscher; Vorstel- 
lungen: Samstag, 28. Febru- 
ar, bis Dienstag, 3. März, je- 
weils 18 Uhr; weitere Infor- 
mationen gibt es im Internet 
unter www.filmclub.li 
«Nellie Goodbye» im 
Buchser Fabriggli 
Gastspiel des Jungen Theaters Tuchlaube 
BUCHS – Am nächsten Freitag, 
den 27. Februar, spielt das Junge 
Theater Tuchlaube um 20 Uhr 
sein Stück «Nellie Goodbye» für 
ein Publikum ab 13 Jahren und 
Erwachsene im Fabriggli. 
Eine Geschichte um eine Rockband 
mit viel Livemusik. Seit Wochen 
gibt es für Nellie, Cora, Tina, Jonny 
und Danny – die «Useless Beau- 
ties» – nur ein Ziel: den grossen 
Bandwettbewerb «Battle of the 
Bands». 
Doch dann kippt Nellie während 
einer Probe um. Cora schleppt ihre 
Freundin zum Arzt. Die Ungewiss- 
heit legt die Nerven im Proberaum 
blank. Der gemeinsame Traum wird 
zwischen kleinen Streitereien aufge- 
rieben. Als das Telefon klingelt, ver- 
stummen die Instrumente. Nellie 
soll noch am selben Tag beim Arzt 
vorbeikommen. Ein Tumor dringt in 
die geschlossene Welt des Pro- 
beraums ebenso unverhofft ein wie 
kurz zuvor in Nellies Kopf. Er stellt 
die Band vor eine Zereissprobe und 
drückt jeden Einzelnen an die Wand. 
Realitätsnahe Geschichte 
«Nellie Goodbye» erzählt eine 
realitätsnahe Geschichte einer ju- 
gendlichen Rockband mit grossen 
Träumen, erzählt vom Tod, aber 
auch von fünf Jugendlichen und ih- 
ren Gefühlen, von Liebe, Angst, 
Trauer und Frust, davon, an Gren- 
zen zu kommen. Grenzen der Vor- 
stellungskraft, der Hoffnung, Gren- 
zen des Seins. Das Stück behandelt 
das Thema Tod auf unpathetische 
Art und Weise und lässt seine Zu- 
schauer am Ende nicht in Verzweif- 
lung, nicht in Hilf- oder Hoffnungs- 
losigkeit zurück. Im Gegenteil. Man 
wird ermutigt, eine Situation zu ak- 
zeptieren, zu sagen, das Leben geht 
weiter. Es bleibt trotzdem ein «du 
fehlst». Der Eintritt beträgt für Ju- 
gendliche 3 anstatt 10 Franken, Er- 
wachsene bezahlen 15 Franken. Re- 
servationen: Tel. 081 756 66 04 
(dienstags bis samstags von jeweils 
18 bis 20 Uhr oder im Internet un- 
ter www.fabriggli.ch). (pd) 
«Nellie Goodbye» – das ist eine Geschichte um eine Rockband, garniert 
mit viel Livemusik. 
FOTO 
ZVG 
Exfreund der 
Achtlings-Mut- 
ter will die 
Vaterschaft 
klären lassen 
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