Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2005)

MONTAG. ,9. DEZEMBER 2005 
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ATION AL 20 SSSI SPLITTER Ende der Green-Card-Lotterie WASHINGTON - Die USA wollen die Hür­ den für Einwanderer drastisch erhöhen. Das Einwanderungsgesetz soll verschärft, ein 1100 Kilometer langer Grenzzaun zu Mexiko errichtet sowie die «Green Card»-Lotterie ab­ geschafft werden. Dies beschloss das US-Re­ präsentantenhaus in Washington' am Freitag­ abend mit 239 zu 182 Stimmen. Bei der «Green Card»-Lotterie waren jährlich welt­ weit rund 55 000 Einwanderungsvisa für die USA ausgeschrieben worden. (sda/dpa) US-Vizepräsident zu unange- kündigtem Besuch in Bagdad BAGDAD - Drei Tage nach der irakischen Parlamentswahl ist US-Vizepräsident Dick Cheney am Sonntag zu einem nicht angekün­ digten Besuch im Irak eingetroffen. Das bestä­ tigten Diplomaten in Bagdad. Der TV-Sender «Al-Arabija» meldete, Cheney habe Über­ gangspräsident Dschalal Talabani und den scheidenden Ministerpräsidenten Ibrahim Dschafari getroffen. Der Irak-Besuch ist der erste Teil einer längeren Reise von Cheney, die ihn noch nach Afghanistan, Pakistan, Oman, Saudi-Arabien und Ägypten führen soll, (sda) Geheimdienst warnte vor Anschlägen auf Londoner U-Bahn LONDON - Der britische Geheimdienst hat nach einem Zeitungsbericht schon lange vor den Anschlägen auf die Londoner U- Bahn vor Terrorangrifl'en gewarnt. Die «Sunday Times» bezeichnete entsprechende Geheimdokumente aus dem Jahr 2003 als den «ersten definitiven Hinweis» darauf, dass mit Anschlägen zu rech­ nen sei. Nach dem Zeitungsbericht beruhen die Erkenntnisse des Geheimdienstes zum Teil auf Befragungen von Khalid Sheikh Mohammed, einem der führenden Köpfe der Terrororgani­ sation al-Kaida, die sich zu den Anschlägen in London bekannt hatte. (sda) Bill und Melinda Gates sowie Bono «Personen des Jahres» l'l l,M »\s ( i| I III ^ i H; -'im 
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WASHINGTON - Der reichste Mann der Welt, Bill Gates, seine Frau Melinda sowie der Rocksän- ger und Friedensak­ tivist Bono sind von dem US-Nachrich­ tenmagazin «Time» zu den Persönlich­ keiten des Jahres 2005 gewählt wor­ den. Dies berichtete der Nachrichtensender CNN am Sonntag. Begründet wurde die Entscheidung demnach mit dem hurftanitären Wirken der drei un­ ter anderem im Kampf gegen den weltweiten Hun­ ger und gegen Aids in Afrika. (sda) 
WTO erzielt Teilerfolg Exportsubventionen für landwirtschaftliche Produkte sollen bis 2013 fallen HONGKONG - Die Welthandels- konferenz in Hongkong ist am Sonntag nach zähem Ringen mit einem Teilerfolg zu Ende gegan­ gen: Die ED einigte sich mit Bra­ silien und anderen Entwicklungs­ ländern auf einen Kompromiss über den Abbau der Agrarsub- ventionen. Für Liechtenstein nahm Aussenministerin Rita Kie- ber-Beck an der Konferenz teil. Alle 149 WTO-Mitgliedsstaatcn verabschiedeten am Sonntag eine Erklärung, die ein Auslaufen der Ausfuhrbeihilfen für landwirt­ schaftliche Produkte im Jahr 2013 festlegt. Die Europäer wehrten sich damit erfolgreich gegen den gefor­ derten Termin 2010. Wieder auf Kurs «Sie haben die Welthandelsrunde wieder auf Kurs gebracht», sagte WTO-Chef Pascal Lamy den Dele­ gierten. «Sie haben ihr ein neues Gefühl der Dringlichkeit gegeben.» Beobachter sprachen von insge­ samt bescheidenen Fortschritten während der sechstägigen Konfe­ renz, die mehrfach am Rande des Scheiterns stand. Viele Streitpunkte wurden vertagt. So sollen bis Ende April 2006 Einzelheiten des Ab­ baus von Agrar- und Industriczöl- len sowie der Subventionen erar­ beitet werden, was eine Vorausset­ zung für ein weltweites 
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haben die Welthandelsrunde wieder auf Kurs gebracht», sagte WTO- Chef Pascal Lamy den Delegierten. delsabkommen bis Ende nächsten Jahres wäre. Die Delegierten blieben damit hinter ihrem selbstgesteckten Ziel zurück, einen Entwurf für ein Frei- handclsabkommen vorzulegen, das die so genannte Doha-Rundc ab- schliessen würde. Die Doha-Runde der Welthandelsgespräche begann 
2001 in Katar und sollte besonders der Bedürfnisse der ärmeren Län­ der Rechnung tragen. Die Abschlusserklärung enthält eine Klausel, wonach ein bedeuten­ der Teil der Agrarsubvcntionen während «der ersten Hälfte des Umsetzungszeitraums» abgeschafft werden 
soll. Dieser Zeitraum soll 
in weiteren Gesprächen abgesteckt werden. EU-Handelskommissar Peter Mandelson nannte den Text akzeptabel. Die Einigung sei nicht ausreichend, um das Treffen zu ei­ nem Erfolg zu machen, aber immerhin ausreichend, um es vor einem Scheitern zu bewahren. Der brasilianische Aussenminister Cel- so Amorim nannte den Entwurf vernünftig. Einlenken der USA Bis Ende 2006 sollen die Indus­ triestaaten alle Exportsubventionen für Baumwolle abschaffen. Dieses Einlenken der USA ist ein Erfolg für die westafrikanischen Staaten. Der US-Handelsbeauftragte Rob Port- man sagte, dies sei dem US-Kon- gress nur schwer zu vermitteln. Weiter beschloss die WTO, dass die Industrieländer den am wenigs­ ten entwickelten Staaten bis 2008 einen weitgehend zoll- und quoten­ freien Marktzugang gewähren. Für 97 Prozent ihrer Produkte sollen die ärmsten Länder keine Einfuhr­ zölle mehr bezahlen müssen und auch keinen Quoten unterliegen. Nach Berechnungen der Vereinten Nationen würden die Ausfuhrerlöse der 50 ärmsten Entwicklungsländer um rund 5,3 Milliarden Euro stei­ gen, wenn ihnen die Industriestaa­ ten einen zoll- und quotenfreien Marktzugang für alle Produkte ge­ währten. (AP) Deutsche Geisel in Freiheit Susanne Osthoff ist nach mehr als drei Wochen Geiselhaft frei J 
BERLIN - Nach mehr als dreiwö­ chiger Geiselhaft Im Irak ist die Deutsche Susanne Osthoff wieder frei. Das bestätigten der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier und der Bruder der Entführten, Ro­ bert Osthoff, am Sonntagabend. Die 43-Jährige sei in guter körper­ licher Verfassung und befinde sich in der sicheren Obhut der deutschen Botschaft in Bagdad, sagte Stein- meier vor Journalisten in Berlin. Die deutsche Regierung teile die Erleichterung der Familie über die Freilassung. Die Entführer hätten angekündigt, auch den zusammen mit Osthoff verschleppten Fahrer in Freiheit 
zu entlassen. Osthoffs Fa-1 
W$f- • - s SSiSSäl* Die 43-jährige Archäologin Osthoff war am 25. November entführt worden. milie sei am Abend informiert wor- nicht», ergänzte der Aussenminis- den. Weitere Einzelheiten über die ter. Steinmeier sprach allen seinen Freilassung und die Geiselnehmer Dank aus, die zur Freilassung der nannte Steinmeier nicht. «Heute Archäologin beigetragen hätten, 
darunter der Botschaft im Irak, dem Krisenstab im Auswärtigen Amt und allen, die Solidarität mit der Entführten demonstriert hätten. Osthoffs Schwester Anja hatte sich am Mittwoch mit einem ein­ dringlichen Appell an die Deutschen gewandt 
und sie zur Solidarität mit der Geisel aufgerufen. Rund 300 Menschen nahmen am Mittwoch­ abend an einer Mahnwache für Ost­ hort' teil. Zuvor hatten sich zahlrei­ che deutsche Prominente in öffent­ lichen Appellen an die Entführer ge­ richtet und Osthoffs Freilassung ge­ fordert. Die 43-jährige Archäologin war am 25. November gemeinsam mit ihrem irakischen Fahrer in der nordirakischen Provinz Ninive ver­ schleppt worden. (sda) ANZI-ICil- voiJ Politik-Wirtschaft-Sport Bei uns ist alles im Prejsjnbegriffen Jet VOI ibonnieren 
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Dank Blairs Einlenken EU-Gipfel einigt sich auf ein Budget BRÜSSEL - Die Staats- und Re­ gierungschefs haben sich am frühen Samstagmorgen nach schwierigem Ringen auf die EU- Finanzplanung 2007 bis 2013 verständigt. Zentrale Konflikte wurden beim EU-Gipfel aber nicht gelöst, sondern vertagt. Der britische Premierminister und Gipfelpräsident Tony Blair hatte in Brüssel eine schwierige Doppelrol­ le zu meistern. Einerseits musste er mit dem seit zwei Jahrzehnten un­ angetasteten Britenrabatt nationale Interessen vertreten. Andererseits galt nach dem Scheitern des letzten Gipfels und dem drohenden Schei­ tern der Verfassung ein Beweis für die Einigungsfähigkeit der EU als 
wichtiger denn je. Der schliesslich vorliegende Kompromiss «erlaubt Europa, nach vorn zu marschie­ ren», wie Blair sagte. Das EU- Budget für die sieben Jahre beträgt 862,363 Milliarden Euro, das sind 1,045 Prozent der EU-Wirtschafts- leistung. Die neuen Mitgliedsstaa­ ten - alle Nettoempfänger - be- grüssten den Kompromiss ebenso wie die grossen Nettozahler. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach von einem «Signal der Hoffnung für Europa». Viele Regierungschefs lobten Merkel für ihre Vermittlung und den britischen Premierminister für sein Entgegenkommen. Das EU- Parlament muss dem Budget noch zustimmen. . (sda) 
+ + + + + Zu «Eine Million Sterne» BERN - Eine Woche vor Weih­ nachten hat die Schweizer Cari­ tas am Wochenende mit ihrer Aktion «eine Million Sterne» Plätze, Brücken und Häuser 
zahlreicher Schweizer Städte in Kerzenlicht getaucht. Insgesamt brannten über 30 000 Kerzen. «Eine Million Sterne» erinnert an die Wichtigkeit von Solida­ rität und sozialem Zusammen­ halt für die Gesellschaft. (sda)
	        

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