Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2005)

FREITAG, 16. DEZEMBER 2005 SEITE 17 RETTER DES TAGES Wie Formel-1-Zampa- no Bernie Ecclestone den Grand Prix von Belgien rettete. 1 ~f 
RÜCKTRITT DES TAGES Weshalb der frühere 100-m-Weltmeister Um Montgomery seinen Rücktritt erklärte. 
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PLATZIERUNG DES TAGES Wie Liechtensteins Langlauf-Ass Markus Hasler beim Weltcup in Canmore abschnitt. 
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WECHSEL DES TAGES Für welchen Klub Roy Keane in Zukunft seine Fussballschuhe schnüren wird. 
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NEWS Ecclestone rettet GP von Belgien FORMEL 1 - Bernie Ecclestone 
(75) tritt als Veranstalter des Grand Prix von Belgien auf. Die Austragung des Rennens am 11. Septem­ ber stand nach dem Konkurs des bisherigen Ausrichters DDGP auf des Messers Schneide. Die wallonische Regierung mochte nicht 
mehr hinter dem bis 2010 laufenden Vertrag stehen, der den Veranstalter des Grand Prix eine LH zenzgebühr von rund 20 Millionen Franken pro Jahr kostet. (si) Tim Montgomery tritt zurück LEICHTATHLETIK - Der US-Sprinter Tim Montgomery erklärte nach der Verurteilung durch den internationalen Sportgerichtshof CAS den Rücktritt. Der ehemalige Weltre­ kordhalter über 100 m war wegen Dopings für zwei Jahre gesperrt worden. Der 30-Jährige erklärte zudem, er werde die vom internatio­ nalen Verband 1AAF zurückgeforderten Preis­ gelder nicht aushändigen. «Vergesst das, erst recht, wenn man sieht, auf welche Art ich für zwei Jahre suspendiert wurde. Wäre ich posi­ tiv getestet worden, würde ich jeden Penny zu­ rückzahlen.» Montgomery war am Dienstag vom CAS in Lausanne im Zuge der Balco-Af­ färe für zwei Jahre bis Juni 2007 gesperrt wor­ den. Das Urteil basiert auf Indizien. Montgo­ mery war nie positiv getestet worden. (si) Federer, Thürig erneut nominiert ALLGEIMEIN - Roger Federer und Karin Thürig können wiederum Schweizer Sportler des Jahres werden. Beide befinden sich unter den drei Nominierten für die TV-Gala «Credit Suisse Sports Awards 2005» am Samstag in der BEA-Halle in Bern. Trotz seiner herausragen­ den Erfolge wird es Roger Federer nicht ein­ fach haben, den Hattrick als Sportler des Jah­ res zu schaffen, denn seine Herausforderer sind Stephane Lambiel und Tom Lüthi. Bei den Frauen stehen nebst der Titelhalterin Karin Thürig auch die ehemaligen Wahlsiegerinnen Natascha Badmann und Simone Niggli-Luder im Final. Um den Titel der Marinschaft des Jahres duellieren sich die Schweizer Fussball- Nati mit der WM-Qualifikation, der FC Thun mit seinem Kampfgeist in der Champions Lea- gue sowie das mit dem WM-Titel gekrönte Unihockey-Nationalteam der Frauen. (si) VOLKS BLATT 
REKORD Liverpool mit Klubrekord FUSSBALL - Der FC Liverpool zog mit dem 3:0 gegen Deportivo Saprissa (Costa Ri­ ca) in Yokohama (Jap) und nach seinem elf­ ten aufeinander folgenden Spiel ohne Gegen­ treffer in das Finale der Klub-WM in Tokio ein. Saprissa vermochte die seit 1987 beste­ hende Rekordmarke des Champions-League- Siegers (10 
Partien ohne Verlusttor) nicht zu gefährden. Die Treffer der Engländer erziel­ ten Crouch (2) und Gerrard (Bild). (si) 
«Büx» will aufs Podest Marco Büchel peilt heute im SuperG von Gröden Topplatzierung an GRÖDEN - Mit Marco Büchel und Claudio Sprecher nehmen heute zwei Liechtensteiner Ski-Cracks den Weltcup-Super-G (12.15 Uhr) In Brüden unter die Bretter. «Büx» hat sich dabei hohe Ziele gesteckt: Zumindest ein Top-5- Rang muss es sein, restlos zu­ frieden wäre der Balzner aber nur mit einem Stockerlplatz. «Mtehart Bwwmit l Marco Büchel strotzt zurzeit vor Selbstvertrauen. Auf die Frage, wann er heute nach dem Super-G telefonisch am besten zu erreichen sei, meinte er mit einem Lachen: «Auf jeden Fall erst nach der Sie­ gerehrung.» Mit der blossen Teil­ nahme an der Siegerehrung wäre Büchels Hunger aber noch nicht ge­ stillt, immerhin werden die besten 10 jedes Weltcup-Rennens mit Tro­ phäen ausgezeichnet. «Ein Rang unter den Top 5 sollte es schon sein», schraubt der 34-Jährige die Erwartungen hoch, «ein Platz auf dem Podest wäre megaschön.» Das Erlebnis, in Gröden auf dem Super-G-Stockerl zu stehen, durfte Marco Büchel schon 2002 mit sei­ nem 3. Platz geniessen. Im letzten Jahr reichte es zu Rang 6. Über Er­ folg und Misserfolg werde heute die Risikofreudigkeit entscheiden, sagt «Büx», und verspricht kom­ promisslosen Angriff. Sprecher weit zurück Weit weniger hohe Ziele hat sich der zweite Liechtensteiner Starter, Claudio Sprecher, gesteckt. Für den 25-jährigen Gampriner, der letztes Jahr in Gröden seine Weltcup-Pre- miere hätte feiern sollen, sich aber ausgerechnet beim Einfahren zum Super-G schwer verletzte, wäre be­ reits ein Rang in der Nähe der Top 30 ein Erfolg. Dass er mit den weit­ besten Speed-Assen noch nicht 
\Ma schon In Laka Louise, als «r Dritter In der Abfahrt wurde, «rill Marco Büchel auch in GriMen autt Podest ganz mithalten kann, zeigte auch das gestrige Abschlusstraining zur morgigen Abfahrt in Gröden, das er mit 4,90 Sekunden auf den erneut überragenden Kristian Ghedina (It) als 54. beendete. Weit besser erging es LSV-Bran- chenleader Marco Büchel, der als 7. seine hohen Ambitionen ein­ drucksvoll unterstrich. Bei erneut traumhaften Bedingungen, sowohl Wetter wie auch die Saslong zeig­ ten sich von den besten Seite, lag «Büx» bis zur letzten Zwischenzeit an 2. Stelle, verlor auf der «Csias- lat» aber wertvolle Zehntelsekun­ den. Dennoch überwog beim Balz­ ner, der am Samstag mit Nummer 24 ins Rennen gehen wird, die Freude: «Das war schon sehr gut.» Wie schon am Vortag fuhr Kristi­ an Ghedina auch gestern wie von einem anderen Stern. Bruno Ker­ nen als Zweitbester war 1,48 Se­ kunden langsamer als der 36-jähri- ge Evergreen. 
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SKI 
ALPIN - 
EUROPACUP Jessfe* Walter Fünfte ZOLDO - 
Jessica Walter (Bild) belegte gestern beim Europacup- Slalom in Zoldo (It) den ausge­ zeichneten 5. Platz. «Ich bin sehr glücklich Uber dieses Ergebnis», freute sich die 21-jähnge Plank- nerin, «nach der schweren Zeiti ist dieser 5- Platz extrem wichtig für mich,» Trotz der ausgezeichneten Platzierung war Jessica .Walter mit- ihrer. Leistung nicht restlos zufrieden. «Es waren keine per­ fekten. Läufe. Ich fahre noch zu zögerlich und traue mich noch nicht, voll ans Limit zu gehen.» Dass die Formkurve der sym­ pathischen LSV-Athletin steil nach oben zeigt, hatten schon die. letzten drei Fis-Slaloms bewie­ sen, als sie in Gurgl (Ö) einen Sieg und einen 2. Platz einfahren 
konnte' und auch am vergangenen Dienstag in Ratschings' (It) nicht zu schlagen war. (mb) Freuen. EC-Sfahat In ZaMo(H) I. AiumUm 
Ceres» (It) 1:5839. 2. Chiara Cortsoa (U) 6,26: zurück., 3. Funy. ChrodB (Pe) 0,60- 4. Am» Fem» (0)1,25.3.* Walter (Lit) 1,32.",I .fta)WK. 4feiMjfedl riu Nigg OLk) 5,1». Scheinhinrichtungen als Motivation Grausame Trainingsmethoden in Schwimmcamp schockieren Australien MELBOURNE - Der australische Sport wird durch einen Skandal erschüttert. Um die Belastbar­ keit von Spitzenschwimmern zu testen, mussten sie sich absur­ den Prüfungen eines Marine- Offiziers unterziehen. So wurden an den Schwimmern Arun Karunaratne (Sri Lanka) und offenbar auch Shayne Reese Scheinhinrichtungen exerziert. Fo­ tos, die in der Melbourner Zeitung «Herald Sun» erschienen sind, zei­ gen, wie der Marine-Offizier Na­ than Schräg dem vor ihm knienden Karunaratne von hinten die Attrap­ pe einer 9-Millimeter-PistoIe an den Kopf hält und offenbar auch 
abdrückt. Ein weiteres Bild zeigt den nach vorne gestürzten jungen Mann, der wie leblos auf dem Bo­ den liegt. «Diese Bilder sind ekelhaft, be­ leidigend für die Opfer, beschä­ mend und schlichtweg inakzepta­ bel», erklärte der Verbandsgeneral­ sekretär Glenn Tasker. «Wir sind schockiert.» Die Verantwortung für diese Scheinhinrichtungen trägt der Schwimmtrainer Rohan Taylor, der das Cary Aquatic Camp nahe Melbourne leitet. Für die psycholo­ gische Schulung hatte "iyior den Marine-Offizier Schräg angeheu­ ert. Mit den vorgetäuschten Hin­ richtungen sollte Schräg testen, welcher Sportler auch extremen 
Druck aushalten kann. «Schräg hat zwei Sportler <exekutiert>, die dann auf Bahren zurück ins Quartier ge­ bracht wurden», sagte Taylor in der «Herald Sun». «Wlttkommene Abwechslung» Der Coach wollte dieses Spekta­ kel als Abwechslung verstanden wissen. «Die Schwimmer verbrin­ gen in der Woche zwanzig bis dreissig Stunden im Pool, und dann wird ihnen etwas langweilig.» Die Abwechslung bestand aus einem zweistündigen Drillprogramm, da­ bei mussten die Athleten auch in TarnanzUgen durchs Gelände rob­ ben. «Sie haben es geliebt», versi­ cherte Taylor. Auch Delfin-Welt-meisterin 
Danni Miatke gehörte zu den Absolventen des Camps. «Solche Trainingsregimes gehö­ ren mit zu unserem Sport. Aber es gibt Grenzen, die nicht überschrit­ ten werden dürfen. Ich muss mit Nachdruck darauf verweisen, dass so etwas vom australischen Verband niemals 
gebilligt wird», sagte Tas­ ker. Rohan Taylor habe einen «ekla­ tanten Fehler in der Einschätzung» begangen, hiess es von Seiten des australischen Verbandes. Tlisker und Landescheftrainer Alan Thompson sprachen mit Taylor, der sich nach Angaben des Verbandes für die Vor­ kommnisse entschuldigte und eine Wiederholung der Scheinhinrich­ tungen ausschloss. (id) i i 
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