Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2005)

MONTAG, 12. DEZEMBER 2005 «jurfllNLAND 
9 LESUNG Benno Büchel mit Mundart aus Balzers im Schlösslekeller VADUZ - Gemäss eigener Aussage scheint dem Balzner Benno Büchel (*1949) der Hang zum Reimen in die Wiege gelegt wor­ den zu sein, gab es doch in seiner erweiterten Familie schon seit mehreren Generationen immer wieder talentierte «Schreiberlinge». Büchel selber verfasst seit Jahren regelmässig Gedichte, in denen er sich gerne mit alltäg­ lichen, menschlichen Dingen befasst (u.a. in den «Balzner Neujahrsblättem 1997» oder in «Winter in Liechtenstein»). An seiner Lesung am kommenden Dienstag wird er neben per­ sönlich gefärbter Lyrik und Gedichten über Alt-Balzers auch Erzählungen zum Besten geben. Und selbstverständlich darf dabei sein «Balzner Lied» nicht fehlen. Wie für alle Ver­ anstaltungen im Rahmen der «Mundart im Schlösslekeller» gilt auch für diese Lesung: «Zall wasd vermagschd!» Die Lesung von Benno Büchel ist eine Veranstaltung im Rah­ men der «Mundart im Schlösslekeller» und findet am Dienstag, 13. Dezember, statt. Be­ ginn: 20 Uhr. Offizielle Vorverkaufsstelle des Schlösslekellers für alle Veranstaltungen ist der Postcorner der Liechtensteinischen Post AG  (www.postcorner.li oder Tel: +423 239 63 66). Ebenso besteht die Mög­ lichkeit, an der Kasse mögliche Restkarten zu beziehen. (PD) KünstleiweiiilQiiiig NENDELN ~ Die GrüiKlungeiner steinischen KUmtfcrvereinigtpgirtfö 9 re Nähe gerückt. Knapp 20 
KinwtMltfffcOde" trafen sich gestern Sonntag shop anter der Leitung von Michael Bieder­ mann, ETH-Dozent filr Projektmanagement, in der Kunstschule, um ihre Vorstellungen und Ziele für eine solche 
Interessensvertrctung zu definieren. (al) 
«Das ist das Glück» Premiere von F. K. Wächters ««Die Eisprinzessin» im Theater am Saumarkt Sabine Wütigem erzählt als Grossmutter des Teufels die Geschichte einer schwierigen Liebe. FELDKIRCH - Der heissbliitige König von Sizilien hat sich In die hochmütige llsprinzessln ver­ lieht, die Ihn Jede Nacht im Traum heimsucht. Kille sich die tragische Llehesgeschlchte doch noch zum Guten wendet, erzählt Sabine Wöllgens als des Teufels Grossmutter in der ak­ tuellen Produktion des Theaters der Hgur unter der Regie von Johannes Rausch. • Anw UfTl w Als mit Blechkübeln und Wischmopp klappernde Putzfrau in einem wei­ ten, dicken Rock kommt des Teufels Grossmutter auf der Bühne. Sie hat gut lachen, hat sie doch das Unmög­ liche möglich gemacht, nämlich den 
verliebten König von Sizilien mit der zunächst tödlich abweisenden Eisprinzessin zusammengebracht. Sie erzählt die Geschichte dieser werdenden Liebe und schlüpft dabei in 
die Rollen beider Liebenden, die ihrerseits ein Verwirrspiel mit fal­ schen Identitäten miteinander trei­ ben und eine ganze Weile brauchen, bis sie einander wirklich ganz gehö­ ren können. Sinnliche Grossmutter Sabine Wöllgens stehen nur we­ nige Hilfsmittel zur Verfügung, ein Topf als Krone, Besen, Mopp, ein eisblaues Tuch, verschiedenfarbige Teile ihrer Kleidung, die sie wech­ selweise nach vorne kehrt, und die Kübel als Soldaten. Des Teufels Grossmutter wird richtig jung und 
sinnlich beim Erzählen, die Phanta­ sie des Publikums bleibt dennoch gefordert: Für die teils sehr jungen Zuschauer, die in der Premiere am Samstag auf den vorderen Rängen Platz genommen hatten, waren ge­ rade die vielen Wiederholungen, die die sprachliche und körperliche Annäherung durchläuft und die in Wächters Text ihren dramaturgi­ schen 
Sinn haben, um den «Eis­ berg » schliesslich im Feuer der Liebe brennen zu lassen, offenbar etwas viel, und ihre Aufmerksam­ keit Hess nach: «Wir kommen jetzt zum Mund.» «Den hatten wir doch schon.» «Noch nicht ausführlich.» Wöllgens war am Premierenabend gesundheitlich etwas angeschlagen, und ihr Spiel hätte eine Spur poin­ tierter sein können. Das Kippen 
und leichte Sich-Verwischen des Gegensatzes von der Derbheit der Grossmutter des Teufels zu der Zartheit der Triebe, von denen sie in der kunstvollen Sprache mit lyri­ schen Elementen aus Wächters Fe­ der erzählt, vermittelte sie indes ausgezeichnet. Dl§ Macht dtr IMm Die Putzfrau singt wieder ihr Lied vom Anfang und 
geht träl­ lernd und lachend zum Foyer hin ab, das erotische Märchen, eine rührende Parabel über die Macht der Liebe, ist zu Ende. Dem wunder­ vollen Stück haben Wöllgens und der Regisseur Johannes Rausch ei­ ne bewundernswert anmutige Form, nicht ohne Ecken und Kan­ ten, verliehen. ANZRIOI-;
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.