Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2005)

FREITAG, 25. NOVEMBER 2005 bla^I REGION 
21 LESERMEINUNG Mobllfunk: «Für das Leben» Ich erlebe seit über sieben Jahren beirn Thema Mobilfunk eine Rücksichtslosigkeit und Skru- pellosigkeit der Mobilfunkanbieter und ihrer Vertreter in Amtsstellen und Politik, die zum Weinen ist. Die Gesellschaft, jeder und jede Einzelne von uns, wird durch die gezielte Ver­ harmlosung der gesundheitsschädigenden | Folgen derart manipuliert und in Abhängigkeit | gebracht, dass den meisten von uns das Handy ! und die stete Erreichbarkeit heute bereits mehr | bedeutet als die Gesundheit. Viele Unschuldi- j 
ge haben das mittlerweile schon mit ihrem Le- i bcn bezahlt. Viele sind wegen der gesund- ! heitsschädigenden Strahlen krank, und wollen | es nicht einmal selbst wahrhaben. Die Men- | sehen sind so leichtgläubig. «Man wird uns ; doch nicht etwas verkaufen, das uns schadet | ...» und ähnliche Äusserungen sind zu hören. ! Die uns behandelnden Schulmediziner kom- | men nicht einmal auf die Idee nachzufragen, ! ob ihr depressiver oder krebskranker Patient | usw. ein Handy verwendet, im Umkreis von DECT-Stationen oder Mobilfunkantennen [ wohnt usw. Um ein aktuelles Beispiel der heu- { tigen Rechtslage zu nennen: Vor zwei Wochen j kam es wegen meinem Einspruch gegen die j ; Polycom-Antenne auf dem Kulm/Saminatal ! | zu einer so genannten «Einigungsverhand- 
J lung». Der Leiter des Amtes für Kommunika- 
 ; tion (Mobilfunk} und der Polizeichef (Poly- com) waren auf der «Gegenseite» die Vertreter des Staates. Es ging dabei meinerseits einzig j ; um die Forderung, dass bei der Bewilligung ' j des Polycom-Mastes auf dem Kulm den auf diesen Masten geplanten Mobilfunkanbietern ; klare Vorgaben gemacht werden: Die gemäss ; Studie der Finna enorm GmbH realisierbare Maximalbelastung von max. 0,02 V/m muss im Alpengebiet eingehalten werden. Dieser : Forderung von 884 Petitionären wollten die j Verantwortlichen in Amtsstellen und Politik j aber nicht entsprechen, sodass leider keine Ei­ nigung zustande kam. Ich habe meine Ein­ sprache nicht an das Landgericht weiter gezo­ gen. Bei der heutigen Verfassung und Gesetz- ; gebung hätte ich damit keine Aussicht auf Er- j folg. Das haben x Prozesse und Verhandlun- i gen bereits gezeigt. Stünde aber in unserer Verfassung, dass das «Recht auf Leben» und : damit auch der Schutz der Gesundheit ernst genommen werden muss, wäre es mit dem Mobilfunk gar nie so weit gekommen. Wenn die heute zur Abstimmung stehende Initiative «Für das Leben» Erfolg hat, muss der Landtag bei der bevorstehenden Debatte über das neue NIS-Gesetz wohl der Gesundheit und damit dem Schutz des Lebens mehr Beachtung : ; schenken. Bei Annahme des Gegenvorschla- I ges wird sich in Sachen Mobilfunk wahr­ scheinlich wenig ändern. In Salzburg findet in zwei Wochen am Österreichischen Institut für ; Menschenrechte eine Podiumsdiskussion j | «Mobilfunk, Mensch und Recht» statt. Die j , Veranstaltung ist kostenlos und für jedermann i zugänglich. Themen wie «UMTS-Pflicht statt j , Bürgerrecht?» - «Mobilfunkpolitik und De- : mokratie im Widerstreit» - «Grund- und men- i ' schenrechtliche Vorgaben im Bereich des Um- i weltschutzes und des Mobilfunks» usw. wer- j den besprochen  (www.uni-salzburg.at/oim ).  ! Klaus Schädler, Triesenberg 545 : 
LESERMEINUNGEN Herzliches Vtergetts Gott... ... allen Spendern und Sponsoren. Durch Ihre grosse Hilfe ist es uns möglich, die erste Fumathoka-FL- Volkschule in Mombasa (Kenia) am 9. Januar 2006 eröffnen zu kön­ nen. Einen gesegneten Advent wünscht Ihnen von Herzen Inge­ borg Kindle sowie das gesamte Fu- mathoka-Team. lngebörg Kindle, Oberfeld 58, Triesen Das Gewissen muss entscheiden! In den letzten Tagen wird in den Tageszeitungen teils sachlich ge­ gen die Initiative «Für das Leben» argumentiert. Um ihren Äusserun­ gen eine gewisse Wichtigkeit zu geben, geizen Leserbriefschreiber/- innen zum Teil nicht mit akademi­ schen Titeln. Aber leider können auch solche Titel nicht verhindern, dass Wahrheit eben Wahrheit bleibt. Selbst wenn der Kaiser von China zu einem Ja der Gegeninitia­ tive raten würde, müsste man die­ sen, den Rat, als unmoralisch ein­ stufen. Was vor Gott ein Verbre­ chen ist, bleibt auch dann ein Ver­ brechen, wenn eine demokratische Mehrheit das Gegenteil behauptet. An dieser Tatsache kommen ehrli­ che Menschen, die sich zum Glau­ ben an Jesus Christus und seiner heiligen Kirche bekennen, nicht vorbei. Jeder Mensch muss schluss- endlich nach seinem Gewissen ent­ scheiden und diese Entscheidung auch verantworten. So sollte gera­ de auch der Verein für eine offene Kirche vorsichtiger sein, wie er sein Fähnlein in dieser Frage op­ portunistisch in den Wind stellt. 
Noch vor gar nicht langer Zeit konnte man auf der zweiten Seite der Zeitschrift «Fenster» lesen, wie sich der Verein ganz und gar zur katholischen Kirche bekennt und wie er sich klar auf die Seite des Papstes stellt. Man sei nur gegen den bösen und unfähigen Erzbi- schof. Mit der Stellungnahme vom letzten Dienstag in der Presse sieht das aber nicht mehr so nach Treue zum Lehramt aus. Man kann also ohne weiteres der Initiative den Vorzug geben, schreibt der Verein, die eventuell eine Abtreibung und anderes zulassen würde. Das widerspricht ganz klar der Lehre der Kirche, die diese im Auftrag ih­ res Gründers verteidigt. So liegt es nahe, auch dem Verein für eine of­ fene Kirche zu sagen, dass seine Stellungnahme, gelinde ausge­ drückt, eine Mogelpackung ist. Der Sache gerechter käme aber eine Umbenennung des Vereins: Verein für eine offene Kirche - Verein für eine verlogene Kirche. Pirmin Zinsli, Balzers Wald/Wild - Freie Liste Die beiden Landeszeitungen be­ richteten am Donnerstag, 24. No­ vember 2005 Uber die von der Freien Liste eingereichte Interpel­ lation zum schlechten Zustand des Liechtensteiner Waldes, der auf ei­ nen überhöhten Wildbestand zu­ rückzuführen ist. Als Vertreter der Jagdpächter im Jagdbeirat der Fürstlichen Regie­ rung möchten wir dazu Folgendes anmerken: Das Amt für Wald, Na­ tur und Landschaft hat im Winter 2004/05 eine neutrale Person be­ auftragt, eine Rotwildzählung in allen Revieren durchzuführen. Die­se 
Zählung ergab einen Rotwild- Winterbestand von 185 Stück in Liechtenstein. Die Erhebung vom Jahr davor ergab einen Winterbe­ stand von 350 Stück Rotwild. Im Jagdjahr 2004/05 wurden landes­ weit 244 Stück Rotwild erlegt und zusätzlich ca. 35 Stück Fallwild ge­ meldet. Unseres Erachtens haben die liechtensteinischen Jagdpächter ihren Auftrag zur Reduktion des Rotwildes sehr wohl erfüllt. Wenn die Reduktion in diesem Mass weitergeführt werden kann, wird der Auftrag, den Winterbestand auf 100 bis 120 Stück zu senken, er­ füllt werden können. Es ist uns unerklärlich, woher die Freie Liste Zahlenmaterial be­ schafft, das einen Bestand von 400 aufweist. Alex Ospelt, Schimmclgasse 11, Vaduz und Thomas Bargetze, Mat- schilsstrasse 5, Triesen, Vertreter der Jagdpächter im Jagdbeirat Volksabstimmung vom 25./27.11.2005 Nachdem sich offensichtlich etli­ che Bewohner unseres Landes die Frage stellen, ob es Aufgabe des Hilfswerkes Liechtenstein oder des Liechtensteinischen Roten Kreuzes sein könne, «aktiv in die Tagespoli­ tik einzugreifen», sehen wir uns zu folgenden Klarstellungen veran­ lasst: 1) Die Frage, ob in unsere Landes­ verfassung Bestimmungen über den Schutz des menschlichen Le­ bens und der Menschenwürde auf­ genommen werden sollen, ist für uns keine Frage der Tagespolitik, sondern eine Grundsatzfrage des Zusammenlebens in unserem Lan­ de, die alle Bewohner unseres Lan­des 
direkt betrifft und deshalb auch interessieren wird. Wir stimmen daher am 25./27.11.2005 nicht über irgendwelche Vorlagen ab, sondern über solche, die das künf­ tige Zusammenleben in unserem Lande ganz entscheidend beein­ flussen könnten und sicherlich auch werden. 2) Für uns wären sowohl die Lö­ sung laut Initiativ-Begehren (Er­ gänzung von Art. 14 unserer Lan­ desverfassung) als auch die Lösung laut Gegenvorschlag des Landtages (Einfügung der zwei neuen Art. 27bis und 27ter in unsere Landes­ verfassung) akzeptabel. Demge- mäss haben wir die Stimmberech­ tigten in unserem Rundschreiben vom 16.11.2005 nur gebeten, bei­ den Abstimmungsvorlagen zuzu­ stimmen mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass jeder bei der Vor­ zugsstimme die Variante wählen solle, die ihm mehr entspreche. In diesem Sinne haben wir somit kei­ nen konkreten, sondern lediglich einen grundsätzlichen Vorschlag für das Stimmverhalten anlässlich der Volksabstimmung vom 25./27.11.2005 gemacht. 3) Auch die offenbar vorhandene Besorgnis, es könnten zur Finan­ zierung unserer Information an die Mitbürgerinnen und Mitbürger vom 16.11.2005 allenfalls Spen­ dengelder eingesetzt und damit zweckentfremdet worden sein, ist völlig unbegründet. An den mit dieser Information verbundenen Kosten mussten wir uns nämlich in keiner Weise beteiligen. Für das Hilfswerk Liechtenstein: Beatrice Amann, Präsidentin Für das Liechtensteinische Rote Kreuz: I. D. Fürstin Marie von Licchten- stein/Präsidentin Informierten über Drogentrends, von links: Peter Frick, Pipoltr; Gabi Brel- ner-Robin, Karin Jehie, Kommission für SucMfragen; Jutta Dlem, Stellen­ leiterin Sdiarmotz und Sonja Hersctie vom Amt für soziale Dienste. 
Drogentrends im Land BALZERS - In einer Weiterbil­ dung zum Thema «Sucht» wurden die Jugendarbeiter vom Verein Liechtensteiner Jugendorganisatio­ nen (VU) über illegale Drogen in­ formiert und erhielten Tipps zum Erkennen von Drogenproblemen bei Jugendlichen und zur Leistung von Hilfestellung. Das Hauptziel der gestrigen Ver­ anstaltung war es, die Jugendarbei­ ter über die Situation illegaler Dro­ gen in Liechtenstein zu informie­ ren. Dabei wurden die Jugendarbei­ ter unter anderem über den aktuel­ len Drogenmarkt aufgeklärt: Was gibt es alles, wie wirkt der Stoff und wie sehen die Drogen über­ haupt aus? Markus Beck, Landes­ polizei, nahm in einem Referat Stellung zu Verstössen gegen das 
Betäubungsmittelgesetz in Liech­ tenstein. Dabei hielt er fest, dass der Konsum illegaler Drogen bei Liechtensteiner Jugendlichen mi- nim ist. Allgemein aber sei zu ver­ merken, dass der Kokainkonsum in Liechtenstein steigt. Legale Drogen wie Alkohol und Tabak seien im­ mer noch Spitzenreiter im Drogen­ konsum von Jugendlichen im Land, 
so Karin Jehle, Beauftragte für Suchtfragen. Dabei spielen unter anderem Modeerscheinungen wie «Binge Drinking» (Saufen bis zum Umfallen) eine Rolle. Bei den ille­ galen Substanzen gilt Cannabis als Hauptgefahrenpunkt, wobei ge­ mäss einer FL-Studie männliche Jugendliche regelmässiger «kiffen» als weibliche. Wichtig war dem 
VU vor allem, den Jugendarbeitern aufzuzeigen, wie man verschiedene Suchtmerkmale bei Jugendlichen erkennen kann und was man dage­ gen tun kann. Bei Verdacht auf Drogenkonsum müsse man das Ge­ spräch mit den Jugendlichen su­ chen, auch weil sie oftmals ein grosses Vertrauen zu den Jugendar­ beitern aufbauen. Dabei soll man die Jugendlichen ernst nehmen und keine belehrende Rolle einnehmen. Als Hilfestellung erhielten die Ju­ gendarbeiter eine Liste mit Slang- Ausdrücken aus der Drogenszene, schliesslich sollen sie im Gespräch mit den Jugendlichen auch wissen, was die Jugendlichen meinen wenn sie von «dinky dows» oder «Spinel- los» reden. Bei den «dinky dows» handelt es sich übrigens um Mari- huana-Zigaretten und mit «Spinel- los» sind kleine Joints gemeint, (kf) AN/.IMIH-. So telefoniert Liechtenstein! yout communkation Company Telecom FL AG - Austrasse 77' 9490 Vaduz - Weitere Informationen unter der Gratisnummer 000 22 22 oder  www.telecom-fl.coni Aktion gültig bis 24.12.2005. 
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