Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2005)

MITTWOCH, 23. NOVEMBER 2005 
SSSI WISSEN 24 RATGEBER Alfrad R. Böhm Dipl. Astrologe SfA Freiheit des Geistes Gestern Morgen, in aller Frühe, wechselte die Sonne in dajs Tierkreiszeichen Schütze. Der Übertritt war nicht ganz geräuschlos und zeugt von den momentan auf der Erde herr­ schenden unterschiedlichsten Glaubensüber­ zeugungen. Dabei sind nicht nur die Religio­ nen angesprochen, sondern auch alle Vorstel­ lungen, die mit Wirtschaft, Politik, Gesund­ heit etc. verbunden sind. Leben ist nicht getrennt Nur wenige Menschen merken, dass all die- j se Bereiche wie durch ein geheimnisvolles j Netz miteinander verbunden sind. Es reicht j nicht mehr einerseits für einen freien Handel j zu plädieren und andererseits dem Nachbarn j mit dem Brummen der eigenen Klimaanlage das Leben zur Hölle zu machen. Mangel ist menschengemacht Der Mensch ist ein Wunder an komplexer I Vernetzung. Die Menschen, die heute von der I gegenwärtigen Situation profitieren und die- i jenigen, die permanent damit beschäftigt sind, nur ihr Leben zu erhalten, sind nur die , zwei Seiten der gleichen Medaille. Wenn I irgendwo Mangel auftaucht, muss an anderer i Stelle etwas zuviel sein. Die Ökonomie der ; Natur kennt demgegenüber keinen Mangel, j Betrachten wir nur einmal den verschwende- < rischen Umgang der Natur bei der Fortpflan- j zung. Im Wesen der Natur liegen nicht die 
 : Verknappung, sondern die Fülle und Reich- j tum. Was macht aber der Mensch? Er macht j genau das Gegenteil. Aus der Geschichte lernen? Wir scheinen heute wieder an einer j Schwelle wie vor 1 (X) Jahren zu stehen. Nur leider sind die damaligen Lösungen für die heutige Zeit wenig verlockend. Nationalsozi­ alismus und Kommunismus mögen historisch folgerichtig 
erscheinen. Von den unzähligen Opfern dieser Ideologien kann man nur sa­ gen, der Preis war zu hoch. Eigentum verpflichtet Welchen Preis wollen wir aber heute zah- ! len, wenn wir daran denken, dass immer mehr Menschen zu den Verlierern der gegen­ wärtigen ökonomischen Entwicklung gehö­ ren? In Deutschland besitzen z.B. 10 % der I Bevölkerung 47 % des gesamten Vermögens. ! Irgendwo wird die Rechnung der neuen Re­ gierung nicht mehr aufgehen, wenn sie aus­ gerechnet dem grossen Teil der Bevölkerung immer mehr 
zumutet und an der Umvertei­ lung des Vermögens von unten nach oben nichts ändert. Solidarität ist das Nadelöhr Der Mensch ist frei, doch diese Freiheit ist nur jene, die vom Gegenüber zugelassen wird. Leben wollen alle. Wer aber versteht, dass die Finger einer Hand nicht getrennt sondern nur gemeinsam Sinn machen, kann mit dieser Hand auch etwas anpacken. Itetefonbche Gratis-Sprechstunde diese Woche: Morgen Donnerstag 10 bis 11 Uhr und 21 bis 22 Uhr. k www.astrocoach.ch 
Europa im Stress Schweizer Arbeitnehmer am meisten unter Druck Im auropawettan Vergleich ist dir Stresspegel bei Schweizer Arbeitnehmern am höchsten. NEUCHÄTEL - Dia Führenden im europaweiten Stresspegel-Ver­ gleich sind die Schweizer. Jeder dritte Schweizer Arbeitnehmer fühlt sich arfaeltsbedingt ge­ stresst. Betroffen sind dabei vor allem jün­ gere, männliche Arbeitnehmer und fast die Hälfte der IT-Beschäftig­ ten. Doch bedeutet Druck am Ar­ beitsplatz nicht zwingend Unzu­ friedenheit, wie eine europaweite Untersuchung von Kelly Services aufzeigt. «Die Ergebnisse der Stu­ die haben uns im Endeffekt nur be­ stätigt. Es war schon vorher be­ kannt, dass man immer mehr in im­ mer weniger Zeit schaffen soll», so Leif Agndus, Generaldirektor von Kelly Services. Doch hätten ihn die Ergebnisse für die Schweiz doch etwas erstaunt. Männer eher gestresst In den zwölf europäischen Län­ dern wurden insgesamt 19 000 Per­ sonen 
befragt. Im Durchschnitt sind davon 27 Prozent arbeitsbe­dingt 
im Stress. In der Schweiz nahmen 1372 Personen an der Um­ frage teil. Davon gaben 32 Prozent der Frauen an, gestresst zu sein, bei den Männern waren es 35 Prozent. Im Gegensatz zum übrigen Euro­ pa, wo eher ältere Beschäftigte un­ ter grosser Arbeitsbelastung leiden, sind in der Schweiz jüngere Arbeit­ nehmende in der Altersgruppe 25 bis 34 Jahre betroffen (36 Prozent). Teilzeitbeschäftigte verzeichnen mit 25 Prozent die niedrigsten Be­ lastungsraten, bei Beschäftigten mit langen Arbeitszeiten (51 Stun­ den und mehr) ist die Belastung mit 68 Prozent am höchsten. Am gelassensten geht man in den Niederlanden an die Arbeit heran. Dort fühlen sich nur 16 Prozent ge­ stresst. Unterfordert und unzufrieden Was die Zufriedenheit am Ar­ beitsplatz anbelangt, sind 37 Pro­ zent der überbelasteten Arbeitneh­ mer unzufrieden. Bei denjenigen mit normalem Stressaufkommen sind es lediglich 20 Prozent. Am 
unzufriedensten sind die beruflich unterforderten Arbeitnehmenden mit 44 Prozent. «Natürlich ist Unlerforderung auch Stress. Es geht dabei um die eigene Wert­ schätzung und darum, dass man sich am Arbeitsplatz wohl fühlen sollte», erklärte Agn^us. Informatiker am meisten von Stress betroffen Das Stressautkommen erwies sich nach Berufsgattungen unter­ schiedlich. Am stärksten sind Infor­ matik-Beschäftigte betroffen, wo 46 Prozent der Befragten angaben, sich sehr gestresst zu fühlen. Die niedrigsten Raten sind in den Be­ reichen Human Resources und in der Buchhaltung mit je 22 Prozent zu finden. «Eine hohe Arbeitsbelas­ tung kann für kurze Zeit die Pro­ duktivität und Kreativität erhöhen. Wenn aber der Leistungs- und Zeit­ druck chronisch werden, kann das zu Produktivitätsverlusten bis hin zu gesundheitlichen Beeinträchti­ gungen führen», so Agnöus ab­ schliessend. (PD) Bakterien stehlen Infos Raffinierte Vorgehensweise im Überlebenskampf LONDON - Im Kampf gegen Anti­ biotika und andere Feinde müs­ sen Bakterien sich ständig neu anpassen, wollen sie unter den sich ändernden Rahmenbedin­ gungen überleben. Einem kürzlich publizierten Be­ richt von Nature Genetics zufolge, gelingt ihnen dies, indem sie gene­ tische Informationen von anderen, besser angepassten Bakterienarten «stehlen». Dieser Vorgang, den ein an der Studie beteiligter Wissen­ schaftler scherzhaft als «Sex unter Bakterien» bezeichnet, ist unter dem Begriff horizontaler Gentrans- fer bekannt. «Bakterien übernehmen neue Gene oft durch direkten Transfer von anderen Bakterienarten», er­ klärt Studienautor Martin Lercher von der University of Bath. Dies sei in der Bakterienwelt in gewisser Weise vergleichbar mit Sex und spiele bei der Frage, wie krank­ heitserregende Bakterien gegenü­ ber Antibiotika resistent werden, eine ganz entscheidende Rolle, so Lercher weiter. In einer erstmalig durchgeführten systematischen Analyse ist es den Forschern am 
Bakterien sind im Übariebens- kampf sehr anpassungsfähig. Beispiel des Bakteriums Escheri­ chia coli jetzt gelungen nachzuwei­ sen, wie Bakterien ihre metaboli­ schen Netzwerke aufgrund verän­ derter Lebensbedingungen adaptie­ ren. Anpassung an neue Bedingungen Die Wissenschaftler fanden her­ aus, dass in den vergangenen 100 Mio. Jahren etwa 25 der rund 900 metabolischen Gene von E.coli in 
das interagierende Proteinen-Netz- werk der Bakterienart neu eingefügt wurden. Das Interessante dabei ist, dass dieser Vorgang in erster Linie durch horizontalen Gentransfer und nicht durch weiterentwickelte Gen­ duplikationen, die gelegentlich auch bei Tieren vorkommen kön­ nen, ausgelöst wurde. Ausserdem fanden die Wissenschaftler heraus, dass die meisten der übernomme­ nen Gene dem Bakterium nicht zur Verbesserung der Leistungsfähig­ keit in seiner bekannten Umgebung dienten, sondern ausschliesslich da­ für bestimmt waren, ihm die Anpas­ sung an veränderte Lebensbedin­ gungen zu ermöglichen. Bequeme Bakterien «Bakterien stehen unter dem ständigen Druck sich anzupassen. Sie reagieren, indem sie genetische Informationen von besser adaptier­ ten Bakterienarten übernehmen», so Lercher. Er vergleicht diese Ei­ genheit mit der auch der Mensch­ heit nicht fremden Bequemlichkeit: «Warum das Rad zwei Mal erfin­ den, wenn jemand anderer schon eine Lösung zu deinem Problem bereit hat?» (PD) 
KURZ-NEWS Blutsaugendes Überraschungsei BERLIN - Biologen aus Wil­ helmshaven und Berlin haben einem Vorbericht des Journal of Ornithology zufolge eine eben­ so elegante wie trickreiche Me­ thode entwickelt, um Vögeln stressfrei Blut abzunehmen. Sie nutzen dazu eine Raub­ wanze, die sie den Federtieren im wahrsten Sinne des Wortes unterschieben: in einem präpa­ rierten Kunststoffei. Die For­ scher umgehen damit die für die Vögel stressvolle Prozedur der herkömmlichen Blutabnahme mittels Kanülen, zu deren Zweck die freilebenden Tiere erst gefangen werden müssen. Die eingesetzte Raubwanze Di- petalogaster maximus erledigt die Aufgabe hingegen völlig un­ bemerkt von den unfreiwilligen Blutspendern. Dazu wird jeweils ein ganzes Gelege mit künstlichen Eiern ausgetauscht, wovon eines aus­ gehöhlt und mit einer hungrigen Raubwanze bestückt ist. Diese kann durch eine kleine Öffnung, die mit einem feinen Netz ver­ sehen ist, zustechen und das Blut der brütenden Vögel anzap­ fen. Die Prozedur dauert zwi­ schen zehn und dreissig Minu­ ten. Danach werden die Eier wieder rückgetauscht, inklusive der Blutprobe, die aus dem Kropf der Wanze entnommen werden kann. In einer kürzlich durchgeführten Teststudie ge­ lang es den Wissenschaftlern Peter Becker vom Institut für Vogelforschung in Wilhelmsha­ ven und Christian Voigt vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin mit dieser Methode 78 Blutproben einer brütenden Flussschwal- benkolonie zu bekommen. 68 dieser Proben wiesen mehr als 100 Mikroliter Plasma auf - ge­ nug für eine Laboranalyse. (PD) Bessere Therapien gegen Hautkrebs HAMBURG - Zwei deutsche Forscher haben das weltweit erste Computermodell der menschlichen Haut entwickelt. Dieses soll dem besseren Ver­ ständnis der Hautentstehung dienen und damit die Chance zur Entwicklung neuer Thera­ pieansätze verbessern. Die Ar­ beitsergebnisse des Dermatolo­ gen und des Bioinformatikers wurden in der internationalen Wissenschaftszeitschrift «Bio- informatics» veröffentlicht. Die Forscher erhoffen sich von dem Computermodell neue Perspektiven zur Therapie der stark zunehmenden Hautkrebs­ erkrankungen. «Bei dem Mo­ dell handelt es sich erst um ei­ nen Prototypen, der nur dann er­ folgreich sein kann, wenn er als interdisziplinäre Kooperation mit Forschergruppen aus den verschiedenen relevanten Ge­ bieten erweitert wird», erklärt Neuber. (pru
	        

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