Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2005)

MONTAG, 24. OKTOBER 2005 
VOLKS BLATT 
INLAND 
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PETER-SURAVA-PREIS Die Helfer aus der «Platte» VADUZ - Der mit 15 (XX) Franken dotierte Peter-Surava-Preis des PEN-Clubs Liechten­ stein geht heuer an die österreichische Hilfor­ ganisation «Helfen berührt». Aus den Händen von PEN-Präsident Paul Flora nahmen die Helfen-berührt-Gründer Eva-Susanne Ehren­ reich und Martin Diinser am Sonntag die Ur­ kunde entgegen. Marco Walser verschönte den Anlass am Klavier. Nach der kurzen Begrüssung durch den Mit-Hausherrn und Sekretär des PEN-Clubs Mathias Ospelt hielt auch der Graphiker und PEN-Präsident Paul Flora sich, das Publikum und die Geehrten nicht mit einer langen Lau­ datio auf. Stattdessen erhielten Eva-Susanne Ehrenreich und Martin Dünser, die die Eh­ rung stellvertretend für die Hilfsorganisation entgegennahmen, Gelegenheit, ihre Arbeit zum Wohle der Menschen im Trikont, na­ mentlich in der Mongolei, in einem Licht­ bildvortrag vorzustellen. Ehrenreich und j Dünser, Mediziner aus Österreich, bedankten i sich für den Preis und die «ganz wirksame Summe», die ihnen helfen werde, ihre Arbeit fortzuführen. j Nachhaltige Hilfe Seit 2001 ist «Helfen berührt» tätig. Nach Projekten in Tansania und im Kongo erhielten ; die Helfer von Helmut Gassner vom Tibeti­ schen Zentrum in Frastanz eine Verbindungs- adresse in einem tibetanischen Kloster in der > Mongolei. Ziel des 2004 angelaufenen 
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Kunst aus Pulpe Hanspeter Leibolds Ausstellung «Paper Art» in der Galerie Altesse Eva-Susanne Ehrenreich und Martin Dünser Mitte), Intensivniediziner und Hauptorganisa­ toren von «Helfen berührt», nahmen von PEN- Präsident Paul Flora den Peter-Surava-Preis entgegen. jekts ist es, die intensivmedizinisehe Versor­ gung in der Hauptstadt des seit dem Zu­ sammenbruch des Realsozialismus 1990 mit massiven wirtschaftlichen und sozialen Pro­ blemen kämpfenden Landes, nachhaltig zu verbessern. Eigeninitiative geweckt Die Helfer verteilten nicht nur Hilfsgüter, sondern richteten sich auf längere Zeit in ei- : ner Plattenbauwohnung ein, als Basis, von der aus zeitweise bis zu elf Helfer in den de­ solaten Unfall- und Kinderkrankenhäusern der Metropole Intensivstationen von Grund auf renovieren, moderne Geräte installieren ] sowie das Personal in medizinischen, techni­ schen und pflegerischen Belangen schulen ; und zur Eigeninitiative anregen. Nicht alle Verbesserungsvorschläge seien von den mon­ golischen Chefärzten sofort begeistert ange­ nommen worden, man habe auch Konflikte gehabt, die auf Englisch, Französisch, , Deutsch und mit Händen und Füssen ausge- 
 ! tragen worden seien; allerdings sei es ein fruchtbarer Prozess gewesen, insgesamt seien die Mediziner und Schwestern vor Ort mehr als froh über die Unterstützung aus dem Westen. Die Ergebnisse seien bereits spürbar: Die nutfall- und intensivmedizinische Versorgung j Ulan Bators habe sich seit 2004 deutlich ver­ bessert, so Ehrenreich und Dünser. Näheres zum Mongolei-Prokekt unter   http://helfen.be- ruehrt.org.  (AF) 
NENDELN - Für den Papierhisto- riker und -kiinstler Hanspeter Lelbold gehören Handwerk, Kunst und Kunsthandwerk zu­ sammen. In der Galerie Altesse sind seit Samstag und bis 13. November Arbeiten zu sehen, die zeigen, dass Papier nicht nur Träger von Kunst ist, sondern auch als autarkes künstleri­ sches Ausdrucksmittel seine Be­ rechtigung und seine Reize hat. • Arno lätfla r Papier als künstlerisches Aus­ drucksmittel erlebbar zu machen, ist Hanspeter Leibolds primäres Anliegen in der Galerie Altesse. Konsequenterweise heisst die Aus­ stellung wie die Kunstgattung: «Pa­ per Art». Papier begreift Seibold als den Stoff, aus dem unsere Kultur ist. Er befasst sich nicht nur als Vi­ zepräsident der Schweizer Papier­ historiker mit Papier; als Künstler nutzt er alte und neue Techniken und weitet mit dem scheinbar bana­ len, faserigen Werkstoff den sinn­ lich-ästhetischen Erfahrungshori­ zont. Nackte Materialität Am Eingang hängt «Entfaltung», ein weisser, zerknitterter Bogen handgemachtcn Papiers, der sich wie die Reliefkarte einer endlosen Berglandschaft ausnimmt. Das Pa­ pier in seiner nackten Materialität spricht den Betrachter unmittelbar an und setzt etwas in Gang. Leibold giesst und schöpft Papiere aus Hanf, Baumwolle oder Sisal,, «malt» mit farbiger Pulpe'! arbeitet' mit Materialeinschlüssen oder,. Drahtprägung. Das Ende der Pa­ pierprägungsserie 
«Hühnerge-Hanspeter 
Leibold mit dem Galeristenehepaar Dolores und Werner Gamper (v. I.) vor den «Hühnergesciiichten». schichten», der Selbstmord des Hahns, fehlt aus Platzgründen; der narrative Gehalt tritt nicht nur gegenüber dem dekorativen Cha­ rakter, sondern v. a. gegenüber den eingearbeiteten Hieroglyphen, die «Brot» bedeuten, in den Hinter­ grund: Entscheidend ist der Me­ diencharakter des mit dem Papyrus Verwandten Werkstoffs. i. Kommunikation und Medialttät «Money» ist ein dicker, grauer 
Papierteppich, in den zahllose, winzige Streifen aus entwerteten Banknoten eingearbeitet sind. In einem anderen Kontext hatte Lei­ bold eine ähnliche Arbeit gezeigt, nicht an der Wand und hinter Glas; die grossflächige Installation soll­ te Lust machen, auf dem Mammon herumzutrampeln. In Nendeln ist dafür kein Platz, für Leibold ist das keine Einschränkung; «Eine Installation springt einen sofort an. Man weiss sofort, was der 
Künstler will. Damit muss man sich eingehender befassen.» Der Sinngehalt wird anders transpor­ tiert, Kommunikation selbst zum Thema. Um Medialität geht es auch in «Musikbeseelt»: Eine ge­ prägte Figur liegt unter einem No- tenschnipselhimmel. In ihr fügen sich die Noten zu einer Partitur: Der Mensch ordnet die chaotische Welt in sich mit seinem Intellekt. Das Medium für diese Urkultur- leistung: Papier. Ganz grosses Kopftheater Martin Schwab und das Duo Ost-West zu Gast imTakino SCHAAN - Schiller und Tango, wie geht das zusammen? Sehr gut, wenn die Akteure Martin Schwab, Marie-Therese Daub­ ner und Andrej Serkow heissen. Im Takino las am Samstag der schwäbische Burgschauspieler zum 200. Todesjahr seines grossen Landsmanns Balladen aus dem Themenfeld der Anti­ ke, virtuos umrahmt vom Duo Ost-West. »Arno LBffla r Ältere Menschen, nicht nur im deutschen Südwesten, wurden in ihrer Schülerzeit noch regelmässig mit dem Auswendiglernen von Schillerballaden traktiert. Welch ungeheure poetische Kraft in den Texten des 1805 verstorbenen und wenig später zur Kultfigur verstei­ nerten Sturm- und Drang-Dichters aus Marbach am Neckar steckt, be­ wies der Burgschauspieler Martin Schwab, einer der wandelbarsten deutschsprachigen Mimen, indem er, auf der Bühne des Takinos hin­ ter einem prosaischen Ambo ste­ hend, all die Schiller'schen Mini­ dramen wie «Der Taucher», «Die Bürgschaft» oder «Die Kraniche des Ibykus» mit solcher Lebendig­ keit rezitierte, dass in den Köpfen seiner Zuhörer ganz grosses Thea­ ter entstand. Rhythmus und Urning Manch Deutschlehrer wirft sich gerne vor seinen Schülern in Pose 
«Was tun?, spricht Zeus, die Welt ist weggegeben, der Herbst, die Jegd, der Markt ist nicht mehr mein. Willst du in meinem Himmel mit mir le­ ben - so oft du kommst, er soll dir offen sein.» 
Cello und Andrej Serkow (Ukraine) am Akkordeon. Mit virtuosen Inter­ pretationen 
von hoher Musikalität von Duoliteratur aus der Feder Na- dia Boulangers, Astor Piazzolas, Arvo Pärts und Igor Strawinskis so­ wie einem bulgarischen Volkslied, teils selbst für ihre Besetzugn ar­ rangiert, setzten sie zwischen den Balladen Kontrapunkte und stellten eine Verbindung von der Antike, bzw. vom Mittelalter («Der Hand­ schuh») zur Moderne her. Der anti­ ke Mythenschatz war zu Schillers Zeit nicht antiquiert, und auch heu­ te sind die Geschichten, die in be­ sonders eindringlicher, verdichteter Form menschliche Urerfahrungen auf den Punkt bringen, aktuell wie eh und je, besonders dann, wenn man sie mit solcher Frische darge­ boten bekommt. Als Zugabe las Schwab «An die Freude» nach Art des Dichters selbst: mit schwäbi­ schem Akzent. ANZI-Kil- und deklamiert mit wichtiger Mie­ ne die Geschichte vom Jüngling, der «in der Charybde Geheul» tau­ chend sein Leben lässt. «Und es wallet und siedet und brauset und zischt, wie wenn Wasser mit Feuer sich mengt», solche Sätze laden zum dramatischen Augenrollen un­ ter gefurchter Stirn ein. Schwab re­ zitierte die Klassiker ohne hohles Pathos, faszinierend kraftvoll, von 
der Wucht der Sprache und der Dramatik der Handlung getragen, mit perfektem Gespür für Rhyth­ mus und Timing. Aktuelle Antike Bei «Ost-West» denkt man sofort an den «West-östlichen Divan», doch halt! Der ist von Goethe. Das Duo Ost-West, das sind Marie-The- rese Daubner (Deutschland) am 
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