Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2005)

SAMSTAG, 15. OKTOBER 2005 BLATT 
INTERNATIONAL 
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I SPLITTER 1 
Bond erstmals blond LONDON - Das monatelange Rätselraten um den neuen James-Bond-Darsteller ist vorüber: Der 37-jährige britische Schauspieler Daniel Craig (Bild) schlüpft in die Rolle des be­ rühmtesten Geheim­ agenten der Welt. «Wir sind alle unge­ mein begeistert», sagte Carol Craig, die Mutter des neuen 007, nach Angaben der Zeitung «The Times» vom Freitag. Der Ex-Freund der Schauspielerin Heike Makatsch und des Foto­ modells Kate Moss wurde seit Wochen als heisser Favorit für die Agentenrolle gehandelt. Im Gespräch waren neben anderen auch Clive Owen und Hugh Jackman. (sda) «Akute Bedrohung beseitigt» DEN HAAG - Mit der Festnahme von sieben Terror-Verdächtigen sind die niederländi­ schen Sicherheitsbehörden gestern nach eige­ nen Angaben einem Attentat zuvorgekom­ men. «Vir haben eine akute Bedrohung be­ seitigt», sagte Innenminister Johan' Remkes. Es habe klare Hinweise gegeben auf geplante Anschläge auf Politiker und auf das Gebäude des Geheimdienstes AIVD in Leidschendam bei Den Haag. Dieses Gebäude sowie mehre­ re Ministerien und eine nicht genannte An­ zahl von Personen würden jetzt stärker als bisher bewacht. (sda) LOS ANGELES 
- Kaum langer als ein Jahr hat die Ehe des Hollywood-Paars Tori Spel- ling (Bild) und Charlie Shanian gehalten: Der Schauspieler und Autor reichte jetzt die Schei­ dung ein, wieaus Gerichtsunterlagen in Los Angeles bekannt wurde. Spelling, die in der Donna spielte, lernte Shanian vor drei Jahren bei der Produktion seiner Komödie «Maybe, Baby It's You» in Los Angeles kennen. Im Ju­ li 2004wurde geheiratet, Im September 2005 folgte die Trennung» (AP) 
Historisches Referendum Drastische Sicherheitsmassnahmen im Irak vor heutiger Abstimmung BAGDAD - Gestern, am Vortag des historischen Referendums über die'Verfassung, ist das öf-, fentiiche Leben im Irak wegen drastischer Sicherheitsmass­ nahmen praktisch zum Erliegen gekommen. Innenminister Bajan Baker Solagh verhängte eine viertägige nächtli­ che Ausgangssperre. Zivilisten durften keine Waffen mehr tragen. Die Grenzen wurden für alle Fahr­ zeuge geschlossen, ausgenommen Nahrungsmittel- und Wassertrans­ porte sowie Tankfahrzeuge. Heute soll zudem praktisch der gesamte Autoverkehr ruhen. Angesichts der Sicherheitsmassnahmen 
ging die Zahl der blutigen Zwischenfälle merklich zurück. Aussergewöhnlich ruhig Bereits gestern waren die Strassen Bagdads, wo sonst regelmässig Ver­ kehrschaos herrscht, aussergewöhn­ lich ruhig. Auch der internationale Flughafen von Bagdad soll bis mor­ gen Abend geschlossen bleiben. Die multinationalen 
Truppen sollen die irakischen Sicherheitskräfte wie bei der Parlamentswahl im Januar unterstützen und für einen sicheren und ordnungsgemässen Ablauf des Referendums sorgen. Bei den Freitagsgebeten warben Befürworter und Gegner für ihre Position bei den Gläubigen. In 
Sunniten demonstrierten gestern in mehreren irakischen Stüdten gegen die Verfassung. mehreren Städten demonstrierten Sunniten gegen die Verfassung. Grund: Viele Sunniten befürchten, dass der Irak in drei Gebiete zerfal­ len könnte: zwei machtvolle Klein­ staaten der Kurden im Norden und der Schiiten im Süden, die von den Öleinnahmen profitieren würden, sowie eine schwache sunnitische Region in der Mitte und im Westen des Iraks. Die sunnitische Minder­ heit könnte die Vorlage zu Fall bringen. Wenn in drei Provinzen zwei Drittel der Wähler mit Nein stimmen, gilt der Entwurf als ge­ scheitert; die Sunniten stellen die 
Bevölkerungsmehrheit in vier der 18 Provinzen. Wenige Anschläge gemeldet Insgesamt sind heute rund 15,5 Millionen Iraker dazu aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Sie wer­ den sich strengen Kontrollen unter­ ziehen müssen. Uni die Wahllokale herum, die von 6 Uhr bis 16 Uhr MESZ geöffnet sind, werden Si­ cherheitszonen in einem Radius von bis zu 3(X) Metern gezogen. Selbst Handys müssen abgegeben werden. Anders als in den vergan­ genen Tagen wurden gestern ver­hältnismässig 
wenige Anschläge gemeldet. Bei der Explosion einer Bombe in der Nähe von Baakuba starben nach Polizeiangaben vier Polizisten, die ein Wahllokal si­ chern sollten. Zu Wochenbeginn waren mehr als 90 Menschen bei Anschlägen getötet worden. Der US-Botschafter im Irak. Zal- may Kh'alilzad, unterstrich die Be­ deutung des Referendums für den Abzug der US-Truppen. «Iraks Er­ folg ist unsere Ausstiegsstrategie», sagte Khalilzad. Vollständige Er­ gebnisse des Referendums werden nicht vor Montag erwartet. (sda) Vogelgrippe lokal bekämpfen Tierseuche an der Türschwelle Europas - Angst in der Schweiz wächst BRÜSSEL - Die EU plant derzeit zur Abwehr der Vogelgrippe kein generelles Freilauf-Verbot für Geflügel. Die Experten der 25 Mitgliedsländer verständig­ ten sich aber darauf, die Vogel­ grippe Je nach lokalen Gege­ benheiten zu bekämpfen. «In Gebieten mit besonders hohem Risiko kann dies bedeuten, dass das Geflügel in Ställen gehalten werden muss», erklärte die EU-Kommis­ sion gestern Abend. Vor allem sollen Massnahmen ergriffen werden, um Kontakte zwischen Hausgeflügel und wilden Vögeln auszuschliessen. Die EU-Behörde werde den ent­ sprechenden Rechtstext «in eini­ gen Tagen» förmlich 
verabschie-Die 
Mitarbeiter des EU-Referenzlabors haben zurzeit einiges zu überprüfen. den. Ein genauer Termin wurde nicht mitgeteilt. Als Risikogebiete gelten beispielsweise Feuchtge­ biete, in denen Zugvögel rasten. Die Mitgliedsländer müssen dem­ nach ihre Schritte bis am 5. No­ vember melden. Derweil wartet 
die EU auf Testergebnisse aus Ru­ mänien. Dort war ein Vogelgrippe­ virus H5 festgestellt worden, das häufiger vorkommt. Das EU-Refe­ renzlabor im 
britischen Weybridge prüft nun, ob es sich um den auch für Menschen gefährlichen Subtyp 
H5N1 handelt. Der Befund soll heute vorliegen. In der Schweiz wächst unterdes­ sen die Angst vor einer möglichen Ansteckung von Mensch zu Mensch. Hierfür müsste das H5H1 - Virus aber erst mutieren. Verunsi­ cherung herrscht auch darüber, dass der Bund ein Pflichtlagcr des Medi­ kaments Tamiflu nur für zwei Millionen Menschen hat und nicht für sieben Millionen. «Alles im , Griff», versicherte der Bund am Freitag. Die verfügbare Medika- mentenreservc genüge, sagte Da­ niel Koch vom Bundesamt für Ge­ sundheit (BAG). Im Pandemiefall könnten damit sämtliche Erkrank­ ten der ersten Krankheitswelle be­ handelt werden. (sda) AN/.CIUI: VOLK'jUAliU i i Ui 
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Suche geht weiter Pakistan: Kleinkind lebend geborgen ISLAMABAD - Es grenzt an ein Wunder: Sechs Tage nach dem katastrophalen Erdbeben in Südasien haben Helfer im pa­ kistanischen Teil von Kaschmir ein 18 Monate altes Mädchen aus einem völlig zerstörten Haus lebend geborgen. Eine knappe Woche nach dem Be­ ben fanden die Retter unter den Trümmern des Hauses die kleine Baiana. Sie war bewusstlos, aber atmete noch, wie der private Fern­ sehsender Geo TV berichtete. Rettungskräfte geben die Hoff­ nung auch weiterhin nicht auf. Die Suche nach Überlebenden dauert of­ fiziellen Angaben zufolge an. Gros­ se Sorgen bereitet den Helfern aber 
der bevorstehende Winter. Auch zu Beginn der kalten Jahreszeit im No­ vember würden zahlreiche Men­ schen noch kein Dach über dem Kopf haben, sagte der pakistanische Hilfskoordinator Farooq Javed. «Wir können nicht allen Betroffenen vor Winterbeginn eine Unterkunft anbieten», sagte Javed. Zwar werde die Regierung in Islamabad 2 Milli­ onen Decken und 100 000 Zelte im­ portieren. Diese würden jedoch nicht ausreichen, um allen Men­ schen zu helfen. In der weitgehend zerstörten Stadt Muzafarrabad san­ ken die nächtlichen Temperatur be­ reits auf null Grad. Für das Woche­ nende sind für das Katastrophenge­ biet Gewitter und eine weitere Ab­ kühlung angesagt. (sda) 
+ + + + + Zu guter Letzt... + + + + +J 23 verhängnisvolle Eier In der Unterhose SYDNEY - Weil er 23 Eier in seiner Unterhose ausser Landes schmuggeln wollte, ist ein Aust­ ralier zu zwei Jahren Haft verur­ teilt worden. Mehrere Eier stammten von geschützten Kaka­ du-Arten, wie die Zollbehörden am Freitag mitteilten. Der 51-Jährige war im ver­ gangenen November am Flugha­ fen von Sydney festgenommen worden, als er eine Maschine nach Zürich nehmen wollte. Mit dem Strafmass kam der Mann vergleichsweise gut weg: Für das Schmuggeln von Tieren und Pflanzen drohen in Australien 
bis zu zehn Jahren Haft. Der Zoll werde auch künftig hart ge­ gen Schmuggler vorgehen, um» die einzigartige Natur Austra­ liens zu bewahren, warnten die Behörden. (AP)
	        

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