Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2005)

MITTWOCH, 28. SEPTEMBER 2005 
SSjffl INLAND 
5 Woher kommt die Milch? Madianoriantiarung zum Projekt «Schu-La» mit Pauaanmilchaktion VADUZ - Mit einem Becher fri­ scher «Lindlamllch» wurden gestern die Prfmarschiiler Im ganzen Land auf dam Pausen- platz bagrtfssL Bna Aktien des Projekts «Schu-La», das den Kontakt zwischen Schule und Landwirtschaft fördern «rill. »Twan   rwr t Stellvertretend für 
alle Primarschu­ len im Lande luden die Initianten des Projekts «Schu-La» auf den Pausenplatz der Primarschule Äule. Das Projekt bedeutet Klassenbesu­ che auf Bauernbetrieben und die Vorbereitung zum Unterricht auf dem Hof mittels eines Leitfadens, der bereits in dritter Auflage vor­ liegt. Klaus Büchel, Geschäftsfüh­ rer der Vereinigung bäuerlicher Or­ ganisationen (VBO): «Es.ist wich­ tig, dass die Landwirtschaft Tore und Türen öffnet.» Viele Kinder würden die Herkunft der Grund­ nahrungsmittel, den Ablauf im Bauernhof und die Tiere nicht mehr kennen. 
«Wir möchten die 
Mög-Mit 
dam Powarpaket Milch IHnt as «Ich nachher gleich besser lernen. Im Hintergrund Otto Seiner vom Mllch- hef (links) und Lehrer Michael Goop (rechts). Schwclnskotolatts mager Fleisch aus der Schweiz per kg Chrysanthemen OaniMi RNurns in verschiedenen Farben blühend, gefüllt, im 14-cm-Topf. Aus der Region. Für die Region, pro Pflanze statt 7.80 Genossenschaft Migros Ostschweiz 
MIGROS SO ODER SO 
lichkeit bieten, ihnen auf interes­ sante und alltägliche Art im Praxis­ unterricht Einblicke in die Abläufe und Zusammenhänge zu geben.» Seit der Gründung von «Schu-La» im Jahr 1998 sei dies unzählige Male erfolgreich geschehen. «16 Landwirtschaftsunternehmen sind am Projekt beteiligt und wir sind bestrebt, es weiter fortzuführen. Wir können uns eine noch attrakti­ vere Teilnahme vorstellen.» Gute Produkte vor der Haustüre «Wir wollen zwei Ziele errei­ chen: Für <Schu-La> das Interesse wecken und im Bereich Absatzför­ derung einen Schritt vorwärts ge­ hen. Ich bin überzeugt, dass die VBO einen Beitrag an die Bildung leistet», so Büchel. Zudem soll der Bevölkerung klar gemacht werden, dass es gute 
Produkte auch vor der Haustüre gibt.» Schulamtsleiter Guido Wolfin­ ger: «Kinder haben einen anderen Bezug zu Produkten als wir. Die Milch kommt aus der Migros, das Fleisch aus der Metzgerei. Wir möchten sie wieder näher in den Kontakt mit der Landwirtschaft bringen. Sie sollen den Bauernhof mit allen Sinnen entdecken: Schmecken, tasten, streicheln ...» Wolfinger möchte die Schulen er­ muntern, vermehrt Gebrauch vom Angebot «Schu-La» zu machen. Powarpaket Milch Otto Gerner, Geschäftsführer des Milchhofs, sieht die Pausenmilch- aktion als willkommene Gelegen­ heit, den Kindern die einheimi­ schen Prodükte näher zu bringen. «Obwohl sie gesund sind, sind sie nicht mehr selbstverständlich. Die Milch ist ein Powerpaket mit wich­ tigen Nährstofflieferanten», so Ger­ ner. «Warum eine Konserve kaufen, wenn man täglich das frische Pro­ dukt bekommt?» Die «Ländle- milch» sei von hervorragender, Qualität und sowohl im Jahr 2004 als auch heuer von der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft mit Gold ausgezeichnet worden. Wettbewerb mit Ausstellung Michael Goop, Primarschulleh­ rer aus Triesen, wies darauf hin, dass es für die Kinder einen Wett­ bewerb gibt: «Sie sollen aus den Packungen der <Ländlemilch> eine Milchstadt bauen, die etwa 80x80 cm gross werden soll. «Im Novem­ ber wird es eine Ausstellung und Preise geben.» 
Lesermeiimung Der Dialog - sine Täuschung Dr. Gerard Batliner hat als Vertreter Liechten­ steins in der Venedig Kommission den An-  v fang gemacht und auf ein Monitoringverfah- ' ren gegen sein eigenes Land hingearbeitet. Ohne Abstimmung mit seiner Regierung - wenn man genügend selbstherrlich oder ge­ wissenlos ist oder starke persönliche Motive hat, dann bringt man das fertig. Es war dem Einsatz von Renate Wohlwend zu verdanken, i dass das Büro der Parlamentarischen Ver­ sammlung ein Monitoring mit 9 zu 8 Stimmen abgelehnt hat, die Versammlung selbst hat es sogar mit 81 zu 27 verworfen. Es folgte die Verfassungsabstimmung 2003, deren Resultat bekannt ist. Es muss wohl Mario Frick und seinem Demokratiesekretariat zuzuschreiben sein, dass das Büro der Parlamentarischen Versammlung ein neues Verfahren hervorhol­ te, das in der Kompetenz des Büros liegt, den «Dialog». Dieser war vom Ministerrat ent­ wickelt worden und soll den Mitgliedsstaaten bei der Erfüllung ihrer Verpflichtungen hel­ fen. Er hat nur die Verfassungspraxis und nicht die Verfassung selbst zum untersuchen­ den Gegenstand. Das traf sich gut, da ja eine ; demokratisch zustande gekommene Verfas- j sung schlecht kritisiert werden kann. Die Täuschung das Volkes Es lag jedoch kein eigentlicher Anlass für diesen Dialog vor; macht nichts, sagte sich ; das Büro, auch ein Dialog auf Verdacht hin kann nicht schaden. Der Dialog entspricht formal schon haargenau einem Monitoring­ verfahren. Das Ergebnis eines Dialoges ist ein Bericht an den Europarat und als Sanktion kann, man staune, ein Monitoring eingeleitet ; werden. Eine Delegation des Europarates hat also diese Woche geprüft, ob die Verfassungs­ praxis mit der Verfassung übereinstimmt. Ja, ; aber mit welcher? Mit der liechtensteinischen oder mit einer nach Europarat-Standards? Unsere Verfassungsrevision ist erst zwei Jah­ re in Kiftft, welche Verstösse können schon vorliegen? Darüber ist nichts in den Landes- • Zeitungen zu finden. Der Autor hat am Dialog für die GPL teilgenommen, er kann Hinweise beisteuern. Die Delegation fragte ihn, ob er wtisste, dass Liechtensteiner bereits wegen politischer Unterdrückung ins Ausland fluch­ ten? Oder sind auch ihm Fälle bekannt, in de­ nen Menschen 
in ihrer beruflichen Entwick- 
 : lung behindert würden? Die Demokratiebe- ; wegung wird sicher noch andere abenteuerli­ che Beispiele vorgebracht haben. Warum schweigt die Landtagskömmission darüber? Selbst wenn Schweigen vereinbart wurde, die Verstösse müssen doch auf den Usch! Das ist eine ureigene Sache der Liechtensteiner. Die hinterhältige Täuschung des Volkes j liegt darin, dass es nicht um unsere Verfas­ sung geht, sondern um die, die sich der Euro- ' parat vorstellt. Im Vaterland sagte der FL-Ab- j geordnete Paul Vogt: «Wenn wir Mitglied des ' Europarates sein wollen, dann müssen wir j uns dazu verpflichten, diese Standards auch j einzuhalten. Ich sehe nicht ein, was Liechten- j stein dagegen haben soll, dass man die Ver- fahren überprüft, für Rechtsstaatlichkeit j sorgt, Gewaltenteilung verstärkt usw. Und wir 
 1 sollten nicht so eitel sein, dass man von vorn- i herein sagt, Liechtenstein stehe ausserhalb je- i den Verdachts.» Nicht nur, dass Vogt Liech­ tenstein die Rechtsstaatlichkeit abspricht und von Eitelkeit faselt, wie kann man so leicht-' i fertig die Souveränität Liechtensteins verra- ten? Der Leiter der Delegation stellte klar, i dass mit dem Fürsten keine Gespräche vorge- 
 1 sehen seien. Warum auch? In den Europarat- j Standards kommt ein Fürst nicht vor. i Der Autor hält diesen Dialog für den in- ; famsten Angriff auf Liechtensteins Selbst- ; ständigkeit und seine Verfassung. Der Land- < tag soll sich keiner Illusion hingebender kann diese Delegation noch so fürstlich bewirten ! und einladen, diese Politprofis sind nicht zu j beeindrucken. Sie wollen dieses Dialogver­ fahren auch auf andere Staaten ausdehnen und müssen Erfolge vorweisen. Das Volk wird wohl früher oder später wieder eine Machtwort sprechen müssen. Als überzeug­ tem Europäer sind dem Autor zum ersten Mal Zweifel gekommen, ob auf diesem Weg ein geeintes Europa zustande kommen kann. Ob­ wohl 
von Haus aus Optimist, muss der Autor nach 43 Jahren im Lande feststellen: Bedau­ ernswertes Liechtenstein! Wolfgang J. Bayer, Gamprin |
	        

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