Volltext: Liechtensteiner Volksblatt (2005)

SAMSTAG, 24. SEPTEMBER 200S 
\ •Kür? I WIRTSCHAFT 15 SCHWEIZ Kanada bestallt bal Osrfikon Guntram MONTREAL - Kanada hat der Schweizer Waffenfinna Oerlikon Contraves den Auftrag für die Entwicklung neuer gepanzerter Fahr­ zeuge erteilt Diese würden für die Armee be­ nötigt, teilte der kanadische Verkehrs minister BiU 
Graham am Donnerstag mit. Die kanadische Filiale von Oerlikon Con- traves soll in einer ersten Phase des Projekts einen Prototyp des gepanzerten Fahrzeugs entwickeln. Dieser Teil des Aufrags beläuft sich auf 100 Millionen kanadische Dollars (entspricht 100 Millionen Franken). Insgesamt umfasst der Auftrag 750 Millio­ nen Dollar und beinhaltet die Lieferung von 33 Fahrzeugen bis 2010. (sda) Cassis-de-DI)on-Prlnzlp soll beschränkt Anwendung finden BERN - Der Bundesrat will im Handel mit der EU nur beschränkt auf das Cassis-de- Dijon-Prinzip setzen. Er möchte auch kilnftig vor allem auf einheitliche 
Produktevorschrif­ ten setzen und damit für möglichst viele Pro­ dukte den Marktzugang in die EU aushan­ deln, wie das Eidgenössische Volkswirt­ schaftsdepartement gestern mitteilte. Nur wo dies nicht möglich ist, soll das so genannte Cassis-de-Dijon-Prinzip zur Anwendung kommen. Der Bundesrat strebt dabei eine autonome Anwendung an, die jedoch nicht für alle Produkte aus der EU gelten soll. Das Prinzip soll nur für jene Waren gelten, für die in der Schweiz und in der EU unterschiedli­ che technische Vorschriften bestehen. Ver­ worfen wurde die Option, sich vertraglich mit der EU auf eine umfassende und gegen­ seitige Anwendung des Handelsprinzips zu einigen. (AP) 
MEINE MEINUNG: VON ROLAND MATT Das Produkt muss passen Privatanleger haben schier unbegrenzte Möglichkeiten - und die Qual der Wahl Anleger wollen von der Entwick­ lung der internationalen Finanz­ märkte möglichst profitieren. Das liegt in der Natur der Sache. Wpil sich beispielsweise Aktien- oder Obligationenpreise nicht konstant nach oben bewegen, sondern auch Seitwärtsbewegungen oder Rück­ schläge auftreten können, stellt sich für den Investor aber die Frage, wie sich solche Marktsituationen opti­mal 
nutzen lassen. Ein relativ jun­ ges und modernes Instrument dazu sind die so genannten strukturierten Produkte. Die Vielfalt und das Volumen strukturierter Produkte wachsen derzeit rasant. Privatanleger haben Möglichkeiten wie früher nur insti­ tutionelle Investoren. Bereits für kleine Anlagebetrttge stehen ver­ schiedene Instrumente zur Aus­ wahl. Übrigens: Ein strukturiertes Produkt ist im Grundsatz ein Fi­ nanzprodukt, bei dem Basisanlagen wie Aktien oder Obligationen mit einem Derivat kombiniert und zu einem eigenständigen Produkt ver­ knüpft werden. Beliebt sind Zertifikate mit Kapi­ talschutz. Sie garantieren die Rück­ zahlung des investierten Kapitals und nehmen an der Kurssteigerung zum Beispiel eines Aktienkorbes teil. Gefragt sind auch Produkte, die in seitwärts tendierenden Märk­ten 
besser abschneiden als Aktien: Discount-Zertifikate entsprechen einer Aktie mit Rabatt und Deckel Und die so genannten «reverse coo- vertibles» werfen trotz tiefer Marktzinsen einen hohen Coupons ab - jedoch mit dem Risiko, bei Fälligkeit statt des Nominalbetra­ ges Aktien mit Kursverlust zu er­ halten. Angeboten wird nicht nur eine breite Palette von Instrumenten, sondern auch eine riesige Auswahl an Basiswerten. Auf fast alle Güter, die man im täglichen Leben braucht, lässt sich direkt oder indi­ rekt ein strukturiertes Produkt er­ werben. Es finden sich Instrumen­ te, die den Verlauf des Kurses von Rohstoffen wie Benzin, Orangen- saft, Weizen, Lebendvieh oder Blei nachzeichnen. Über Indexzertifika­ te kann sich der Anleger in türki­ schen, indischen und chinesischen Aktien engagieren oder an der 
Wertentwicklung eines Hedge- Fund-Index teilnehmen. Der Markt ftlr strukturierte Pro­ dukte bietet ein breites Produktsor- timent und beinahe unbegrenzte Möglichkeiten. Ob der Anleger nun konservativ, ertragsorientiert oder spekulativ investieren will. Der In­ vestor kann also nicht nur bei stei­ genden Aktienmärkten verdienen, sondern auch in einem lethargi­ schen Börsenumfeld oder während einer Baisse eine attraktive Rendite erwirtschaften. Bei aller Euphorie darf man ei­ nen Grundsatz allerdings nicht ver­ gessen, der überall im Anlagege- schäft gilt: Höhere Renditen kön­ nen nur mit höherem Risiko «zielt werden. Entscheidend für den Er­ folg im Umgang mit strukturierten Produkten dürfte sein, dass die aus­ gewählten Produkte zum Anleger­ profi] passen und mit der Markter­ wartung übereinstimmen. Leica geht nach Schweden Übernahme von Leica Geosystems durch Hexagon geglückt ZÜRICH -1 gon hat Mir IM arrateht und Ist Angabst bat dan Aktlaniran laüan.  Oba r 70   Pryn t dar tini wunton moidliiitf rn Jkwnd« 
& Ha- Dctailliatte Aofc^^ill der schwedische Technologtekonzern am MpBtjg  fjg ron bot den Leica-Aktionären 44ü Franken in bar sowie fünf eigene B-Aktien, zum Schlusskurs von gestern also ingesamt 594.50 Franken. Die Lei- ca-Aktien notierten bei Börsen- schluss bei 578.00 Franken, der Börsenwert lag damit über 1,3 Milliarden Franken. Die Mitbieterin, die amerikani­ sche Danaher, hatte sich letzte Wo­ che aus dem Rennen um Leica ver­ abschiedet. Danaher war in den Bieterstreit um Leica eingestiegen, nachdem Hexagon Ende Juni eine erste Offerte lanciert hatte. Die Amerikaner wurden vom Leica- Verwaltungsrat als weisse Ritter empfangen. Nachdem Hexagon die nun akzeptierte Offerte vorlegte, krebsten sie zurück und verhielten sich «neutral». In einer Reaktion auf das erste Angebot der Schweden hatte das Leitungsgremium die industrielle Logik eines Zusammenschlusses in 
Frage gestellt. Die Hexagon-Strate- gie stelle für Leica einen Rück­ schritt in die 80er-Jahre dar, hiess es damals. Das erste Angebot von Hexagon lag bei 440 Franken je Aktie, was 
einem Aufschlag von Uber 20 Pro­ zent gleichkam. Danaher über­ trumpfte den Preis Ende Juli und bot 500 Franken. Hexagon legte noch fünf eigene B-Aktien drauf. Nicht nur die Aktionäre gaben dem SCHWEIZ Produkthrttätswadistum abgebremst BASEL - Die Produktivität der Schweizer Erwerbstätigen hat im zweiten Quartal 2005 weiter zuge­ nommen. Das Wachstum fiel aber schwächer aus als im Vorquartal. Der von BÄK Basel Economics im Auftrag der Nachrichtenagentur sda berechnete Stundenproduktivi­ tätsindex stieg gegenüber dem Vor­ quartal saisonbereinigt um 0,2 Pro­ zent. Der Index erreichte den Stand von 116,7 Punkten (1994 = 100 Punkte). Im ersten Quartal hatte der PToduktivitätszuwachs revi­ diert 0,4 Prozent betragen, wie BÄK Basel Economics gestern be­ kannt gab. Die Abschwächung im zweiten Quartal sei aber nicht Ausdruck ei­ner 
schwächeren Wirtschaftslage, halten die Basler Ökonomen fest. So sei der Anstieg des realen Brut- toinlandprodukts (BIP) im zweiten Quartal von einer leichten Zunah­ me der Beschäftigtenzahl begleitet gewesen. Das sei ein Indiz dafür, dass sich die Erholung der Schwei­ zer Wirtschaft weiter festige. Im Vergleich zum Voijahr ergab sich für das zweite Quartal ein Pro­ duktivitätswachstum von 1,3 Pro­ zent, verglichen mit 1,8 Prozent im ersten Quartal. Die im Jahresver­ gleich deutliche Abschwächung des Produktivitätswachstums ist nach Einschätzung von BÄK Basel Economics das Ergebnis einer sich langsam entspannenden Situation auf dem Arbeits markt. Für das dritte Quartal ist mit ei­ nem leicht beschleunigten Produk­tivitätswachstum 
zu rechnen. Die Zahl der eingesetzten Arbeitsstun­ den dürfte vorerst aber nicht zu­ nehmen. Erst im vierten Quartal rechnet BÄK Basel Economics mit einem sich beschleunigenden Wirtschaftswachstum bei gleich­ zeitiger Zunahme der Beschäfti­ gung. (sda) Swlsscom will deutlich wachsen GENF - Angesichts des schrumpfenden Kerngeschäfts will die Swisscom in verwandten Bereichen massiv wachsen, etwa im Geschäft mit Kundenkarten oder Inkasso. Im Ausland sind TV- und Radio-Sendeanlagenbe­ treiber im Visier. «Wir verfolgen einen klaren Wachstumskurs», 
Hexagon-Angebot den Vorzug, son­ dern auch die Arbeitnehmer. Der Hexagon-Chef gab in Gesprächen mit Arbeitnehmervertretern eine weitgehende Garantie für die bishe­ rigen Arbeitsbedingungen ab. (sda) sagte der neue Chef der nicht zum angestammten Telekomge­ schäft gehörenden verwandten Bereiche, Jürg Rötheli, am Frei­ tag vor den Medien in Genf. Die Accarda, welche aus der Zu­ sammenlegung der Billag und der Billag Card Systems am 1. Juli entstand, sei bereits bei den Kundenkarten die Nummer eins in der Schweiz und solle weiter Gas geben. Zwar würden schon Grossunter­ nehmen wie Shell, Migrol, Esso, Manor, Möbel Pfister oder Media­ markt ihre Kundenkarten von Ac­ carda betreuen lassen. Aber die beiden «orangen Riesen» Mi gros und Coop betrieben ihre Kunden­ karten M-Cumulus beziehungs­ weise Supocard noch in eigener Regie. (sda)
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.