Volltext: Die Hexe vom Triesnerberg

„Ich hatte eine alte Base," fuhr die Barbara mit 
geheimnisvoller Miene fort, die Stimme noch mehr 
dämpfend, daß sie fast nur wie ein 6auch durch die 
Stube drang, — „sie ist schon lange Jahre tot, Gott 
sei ihrer Seele gnädig, — die wohnte drüben am 
Triesnerberg ganz allein in einem kleinen Häuschen; 
ihr ZTTartri war gestorben, Ainder hatte sie nicht. Sk 
war schon längere Zeit krank, bettlägerig. 
Lines Nachts im schlaf wurde sie ganz fürchter 
lich von den: Schrättlig*) gequält. Der kleine, un 
heimliche Geselle saß ihr auf der Brust, daß ihr die 
Luft ausging; aus dem widerlichen, häßlichen Gesichte 
streckte er ihr noch wie zum Hohn eine lange, rote 
Zunge heraus. 
Meine Base erwachte mit einem lauten Schrei; 
sie war in Schweiß gebadet; die Haare standen ihr zu 
Berge; sie zitterte am ganzen Leibe; der Schrättlig war 
aber fort. 
Noch hatte sie sich nicht von ihrem Schrecken erholt, 
als es in dem Zinnner plötzlich taghell wurde, obschon 
es Mitternacht war. 
Im Aamin ging ein großes Gepolter los. Angst 
voll starrte meine Base in die Lcke, wo der Herd stand, 
plötzlich fährt etwas herunter, schnell wie der Blitz, 
und ehe noch meine Base überhaupt begriff, was 
*) Das Albdrücken.
	        

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