Volltext: Die Hexe vom Triesnerberg

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Haare zu Berge. Er wollte auch rufen, das Brausen 
und Toben des Wassers übertönte seine Stimme. Der 
Aloys sah, wie die Stina beide Arme gen Himmel 
streckte, er vernahm ihren letzten Aufschrei „Tobel 
hockerin, Tobelhockerin!" — dann sah er, wie sie sich in 
die grausige Tiefe stürzte; der wildschäumende, reißende 
Strudel verschlang gierig sein Dpser. 
wie erstarrt stand der Aloys, unfähig, ein Glied 
zu rühren. 
Der ganze Vorgang hatte sich so schnell vor seinen 
Augen abgespielt, daß er ihn kaum begriff. 
Langsam, langsam kam ihm die Erkenntnis. 
„Tobelhockerin" hatte sie gerufen. 
„Du warst es also, Stina, du? was hat dir das 
unschuldige Gretli getan?" 
Aufstöhnend barg er das Gesicht in beide Hände; 
in heißem Weh wand sich sein Aörper. Lange ver 
harrte er so, der Aufruhr in seiner Brust war zu 
stürmisch, als daß er sich so schnell hätte legen 
können. 
Dann war es überwunden; Aloys Stöß hatte auch 
damit abgeschlossen. Sein Gesicht zeigte den Frieden, 
der aus einem stillen, abgeklärten Gemüte kam. 
„Ich will immer für dich beten, Stina Rüdi. Gott 
sei deiner armen Seele gnädig!" 
Langsam trat er den Heimweg nach dem Triesner- 
berg an.
	        

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