Volltext: Die Hexe vom Triesnerberg

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Sic Iadjit grell auf, in ihren Augen glimmte ein 
unheimliches Feuer. 
„hast ausgespielt, Stina Rüdi," sagte sie mit zucken 
den Lippen. „Ist alles umsonst gewesen, war alles 
vergebens." 
Sie eilte vorwärts wie gehetzt; längst schon lagen 
die letzten Däuser hinter ihr; immer nur vorwärts eilte 
sie bergan, durch Gestrüpp und Gesträuch. 
Ab und zu stieß sie ihr gellendes Lachen aus; dann 
sprach sie wieder mit sich selbst. 
„Verloren, Stina Rüdi, kriegst den Liebsten nicht. 
Ist alles umsonst gewesen, alle Lieb', alle Rache. Zum 
zweitenmal verschmäht, für immer verschmäht!" 
Verzweiflungsvoll rang sie die Hände ineinander, 
während die Füße sie unaufhaltsam vorwärts trugen. 
Sie mochte kaum merken, wohin sie kam, bis sie auf 
einmal das Rauschen und Toben des Wassers hörte. 
Da lachte sie wieder gellend auf. 
„hu, die Lavenaschlucht! Seht ihr die Tobelhocker? 
hu, hu, hu, wie der Scheiterhaufen raucht! Die Aleider 
brennen, die haare brennen; hu, wie die Flammen 
knistern, das Gretli stirbt, hu, hu, hu, Tobelhockerin, 
Tobelhockerin! Tin Judas bin ich, die Base hat es 
gesagt. Tobelhockerin, Judas! In Ewigkeit wird's 
keine Ruhe finden." 
Schauerlich klang ihr Lachen und Rufen; dem 
Lauscher auf der Felskante standen vor Entsetzen die
	        

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