Volltext: Die Hexe vom Triesnerberg

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anzusehen; das Gesichtchen mit den großen, traurigen 
Augen war so blaß; an einer groben schürze rieb sie 
sich die Hände und Arme trocken; die waren ganz rot; 
denn sie hatte mit der Bäuerin gespült. Anna 5töß 
kam hinter ihr drein und war über den Besuch, den 
sie in der Sube vorfand, nicht wenig erstaunt. 
„Grüß Gott, Nachbar Rüdi! Ist schon recht, daß 
Ihr Euch sehen laßt; ist lang nicht dagewesen, die Ghr'." 
Se reichte dem Jos die Hand und war ganz ver 
wundert über die ernsten Gesichter der beiden Männer. 
Sie sah bald aus den einen, bald auf den andern. 
„Ist leicht was passiert?" 
„U)irst schon hören," sagte ihr Mann kurz. Gr 
atmete wieder schwer, der Anblick des Gretli mit dem 
fragenden, traurigen Blick tat ihm in der 5-eele weh. 
Herrgott, dem Ainde war er gut, so wahr er Jakob 
Stoß hieß; so ein gutes, braves Dirnlein, wie das 
immer gewesen war, und so fleißig und so anhänglich. 
Und nun so ein Gered'! 
Gr wollte ganz streng mit ihr sprechen; aber es ging 
nicht, ganz weich war es ihm ums Herz und so weh. 
Gr fuhr sich erst über die Augen, räusperte sich und 
hub dann an: 
„Ist kein gutes Gered' im Dorf über dich, Gretli." 
Sie wurde noch um einen schein bleicher und senkte 
dabei scheu den Blick. Ihre arme, kleine Seele war 
voller Angst; denn sie glaubte nichts anders, als daß
	        

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