Volltext: Die Hexe vom Triesnerberg

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„Ihr müßt den Weibel holen, Nachbar Stöß; Ihr 
habt eine Hex' im Haus." 
Jakob Stöß' Gesicht war entsetzt; er hatte sich er 
hoben und stützte sich schwer auf den Tisch. 
„was habt Ihr gesagt, Jos?" 
„was ich gesagt hab? He? Tine Hex' habt Ihr 
im Haus." 
„Tine Hex'?" Schwer fiel des Jakob Faust auf 
den Tisch. 
„Tine Hex'? Sagt's noch einmal, Jos! weint Ihr 
leicht meine Anna, mein Weib?" 
Die breite Brust des Mannes keuchte; fingerdicke 
Adern lagen ihm auf der Stirn; die Augen traten 
ihm aus den höhlen. Dröhnend fiel die Faust wieder 
auf den Tisch. 
„Euer Weib, Jakob Stoß? was Ihr nicht denkt! 
wer hat denn von Tuerm Weib gesprochen?" 
Da fiel der Bauer auf seinen Sitz zurück, und seine 
Brust arbeitete, daß nur ein Aeuchen und Stöhnen 
daraus kam. Dem Jos war der Anblick unheimlich; 
Mitleid hatte er mit dem Nachbar. 
„Daß Ihr auch so was denkt, Nachbar Stöß! Aeins 
hat von Turem Weib geredet" — 
„Möcht' auch niemand raten, Jos." 
„Wohl, wohl. Die Hex' ist wo anders zu suchen, 
wenn schon unter Tuerm Dach, Jakob Stöß." 
„wer ist gemeint, Jos Rüdi?"
	        

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