Volltext: Die Hexe vom Triesnerberg

er sah, daß der Bauer einen gar fürchterlichen Zorn 
im Gesicht hatte, daß ihm die Adern auf der Stirn 
fingerdick anschwollen und die Brust vor Aufregung 
keuchte. 
Der schrie aber wie wild und fuchtelte mit den Armen 
durch die Luft: 
„U)as, du willst nicht? Du magst die Stina nicht? 
Verschmähst sie, meine, des Zos Rüdi Tochter? Das 
schönste und reichste Mädchen im Dorf? Du magst sie 
nicht, die Stina?" 
Der Zorn übermannte ihn so, daß er alle Herr 
schaft über sich verlor und nur immerfort drauflos 
fluchte. 
„Hast vielleicht ein anderes im Sinn?" 
Lauernd hing fein Blick an dem Gesicht des Bur 
schen. Ls entging ihm nicht, daß er bei dieser Frage 
aufzuckte. 
„Hast ein anderes im Sinn, he?" 
Da kam ihm plötzlich wie der Blitz ein Gedanke. 
„Vielleicht gar das schmächtige Ding, das Gretli, 
das Aind der Lucia, die Hexenbrut?" 
„Jetzt ist's genug, Bauer, lang genug hab' ich Euer 
Geschwätz angehört, verstanden? Und ich sag' Tuch 
nochmals, die Stina mag ich nicht und wär' sie selbst 
die leibhaftige Tochter des Grasen Aaspar von Hohen 
ems! So, nun wißt Zhr's, Bauer Rüdi, und behüt' 
Luch Gott jetzt auf dem Heimweg!"
	        

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