Volltext: Die Hexe vom Triesnerberg

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sie auch immerhin sie, das arme Gretli, sonst von 
ganzem Kerzen gern haben und ihm nur alles Gute, 
was ihm das Trdenleben zu geben hat, wünschen. 
Dem Mädchen wurde es ganz wund und weh ums 
Herz, je mehr es über die Zache grübelte. Und doch 
kam ihr auch immer wieder der jubelnde Gedanke zum 
Bewußtsein: „Der Aloys liebt mich, nur mich ganz 
allein; er hat es gesagt, der lügt nicht, und seine treuen, 
guten Augen, die lügen schon gar nicht!" 
Dann zog Seligkeit in Gretlis Herz und verscheuchte 
für eine kurze Spanne Zeit alle Arial und alle Zorge 
daraus; dann war sie ganz stolz, daß der Aloys sie, 
das arme, kleine Ding, liebte, was sie ja selbst im 
Traume nicht einmal zu hoffen gewagt hatte. Das 
war so süß, dies Gefühl, sich geliebt zu wissen. Und 
wenn sie auch niemals des Aloys U)eib werden konnte, 
denn der mußte ja die Ztina heiraten, so hatte sie doch 
seine Liebe besessen. 
Am besten wär' es, sie ginge weit, weit fort vom 
Triesnerberg, daß der Aloys sie niemals wiedersehen 
würde. Aber wohin sollte ein armes, elternloses Mäd 
chen, wie sie, die keine Verwandten und Bekannten 
hatte, wohl seinen Fuß hinsetzen und sich sein Brot ver 
dienen? Zm Tale sah es bös aus, dem ganzen Rhein 
entlang wimmelte es von fremden, rohen Ariegsscharen. 
Und noch weiter gehen, gar über den Rhein in das 
Appenzellerland, jetzt, zur rauhen U)interszeit, Tag und
	        

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