Volltext: Die Hexe vom Triesnerberg

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es sie schon wieder auf, um nach dem Aranken zu sehen, 
die heißen Tücher aus der kranken Brust zu erneuern 
und ihm zu trinken zu geben. 
Der Aloys ließ sich das alles stillschweigend ge 
fallen; er hätte immerfort krank sein mögen, um sich 
immer von dem Mädchen pflegen lassen zu können. 
Manchmal glaubte er, daß er träume. Tr schloß auch 
so gern die Augen, dann fühlte er mit stiller Seligkeit 
nur ihre Nähe, fühlte die warmen, kleinen l)ände, die 
ihm den Schweiß von der Stirne wischten oder seinen 
Aopf vorsichtig in die Höhe hoben und eine Tasse an 
den Mund setzten. Und trotz der geschlossenen Augen sah 
er die kleine Gestalt immer vor sich, das schmale Ge- 
sichtchen mit den großen, dunklen Augensternen, das feine 
Aöpfchen mit der Fülle von glänzendschwarzem Haar. 
U)ie ruhig und still war jede ihrer Bewegungen; 
lautlos fast glitt sie über den Lehmboden; kein über 
flüssiges Geräusch wurde gemacht. Still hantierte sie 
am Herd, kochte, wusch das Geschirr ab und verrichtete 
alle Arbeit in gleichmäßiger Ruhe. Auch kein über 
flüssiges U)ort kam über ihre Lippen; aber auf ihrem 
Gesichte lag eine stille Zufriedenheit. Sie war ja so froh, 
daß sie bei dem Bruder sein konnte und ihn pflegen 
durfte. Aein anderer Gedanke beschlich ihr reines Ge 
müt ; sie wußte: der Aloys heiratet die Stnta, du bist 
halb wie seine Schwester, bist ihm und seinen Eltern 
zu viele7N Dank verpflichtet, du mußt nu7i sorgen, daß
	        

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