Volltext: Das Fürstentum Liechtenstein im Wandel der Zeit und im Zeichen seiner Souveränität

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durch den Kulmen hindurch nach Masescha. 
Die anschließende Druckleitung ist zirka 
2000 m lang und mündet südlich Vaduz in 
die Zentrale. Die 3 Freistrahlturbinen haben 
eine Leistung von 13500 PS. Die Rohr 
leitungen wurden mit Rücksicht auf das 
Landschaftsbild eingedeckt. Man kann wohl 
sagen, daß hier keine Kosten gescheut wur 
den, um die Natur vor einer Verunstaltung 
zu bewahren. Als störend könnten wir 
höchstens die Betonfläche der Wasserfassung 
empfinden. Durch die Kleinheit der Anlage 
kann sie jedoch keine dominierende Rolle 
spielen. Hingegen gewinnt das Saminatal an 
Reiz durch das Seebecken. 
Die rasche Wandlung unserer Landschaft 
wird uns wohl am besten durch die intensive 
Tätigkeit im Wohnungs- und Industriebau 
bewußt. In wenigen Jahren sind ganze 
Dorfteile neu entstanden und aus aufge 
lockerten Bauerndörfern sind geschlossene 
Ortschaften mit Geschäftsstraßen und Indu 
striebezirken gewachsen. Ohne steril am frü 
her Vorhandenen festhalten zu wollen, 
müssen wir feststellen, daß nicht alles, was 
hier neu entstanden ist, bodenständig und 
naturverbunden wirkt. Die natürliche Ent 
wicklung soll weitergehen, aber der Charak 
ter sollte sich nicht ändern. Unsere Archi 
tekten haben hier als Mitgestalter der Land 
schaft eine große Verantwortung übernom 
men. Im allgemeinen können wir sagen, daß 
sie sich dieser Verantwortung bewußt sind. 
Die Regierung hat in der Naturschutzkom 
mission ein beratendes Organ geschaffen. 
Diese kann natürlich nicht alle Pläne prü 
fen. Sie wird aber in zweifelhaften Fällen 
und bei exponierten Bauten zur Begutach 
tung beigezogen. 
Unsere heutige Landschaft ist gegenüber der 
ursprünglichen und unberührten mannig 
faltiger und abwechslungsreicher geworden. 
Dort, wo sie nicht verunstaltet wurde, wo 
die von Menschenhand geschaffenen Werke 
und Anlagen sich harmonisch in das Land 
schaftsbild einfügen, zeigt sie sich mitsamt 
ihren Kulturwerken schöner und reicher. 
Die rasche technische Entwicklung birgt 
aber für die Zukunft Gefahren in sich. Das 
Verantwortungsbewußtsein mahnt uns des 
halb, zum Rechten zu sehen, denn wir alle 
sind Treuhänder unserer Landschaft. Was 
uns anvertraut ist, wollen wir hüten, was 
gut ist, bewahren und was schädlich ist, 
ausmerzen. Es handelt sich ja um nichts Ge 
ringeres als darum, wie wir unsere Heimat 
dereinst den kommenden Generationen hin 
terlassen wollen.
	        

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