Volltext: Das Schaaner Armenhaus

wurden im Land nicht geduldet; „Gartknechte ** (herrenlose Leute) und andere werklose 
Leute“, Sollten sich diese bei der Ausschaffung zur Wehr setzen, „sollen die Nachbarn einander 
beistehen.“ „Deutsche und wälsche Bettler“ sowie „herumstreifende Leute“, die des Landes 
verwiesen wurden und sich unrechtmäßig erneuten Zutritt verschafft hatten, sollten „nach 
Umständen bestraft“ und anschließend abermals ausgeschafft werden. 
Um dem, zumindest von Seiten der Behörden, als bedrohlich angesehenen Bettel 
entgegenzuwirken, setzte man unter anderem auf Landstreifen.‘*° Die Streifen in Liechtenstein 
wurden ab 1770 regelmäßig durchgeführt, meistens in Zusammenarbeit mit Feldkirch. Die 
Festgenommenen wurden dann an die Rheingrenze geschafft oder für sogenannte Bettelfuhren 
in Triesen bzw. Eschen gesammelt, um schließlich in ihre Heimat abgeschoben werden zu 
können. In Liechtenstein wurde auch die Wiedereinführung der Nachtwache erwogen, die 
neben ihrer feuerpolizeilichen Aufgabe, dem Ausrufen der Stunden und der Wahrung von Recht 
und Ordnung auch nach unerwünschten Personen Ausschau halten sollte. Erfolg war der 
Wiedereinführung der Nachtwache nicht beschieden, wie das Beispiel Vaduz zeigt: 1790, ein 
Jahr nach der Wiedereinführung der Nachtwächter, musste Vaduz aufgefordert werden, die 
Stelle nachzubesetzen, da der letzte Nachtwächter „das Weite gesucht“ hatte. !?° Allem 
Anschein nach war es schwierig, eine für diesen Posten geeignete Person zu finden, weshalb 
auch die Durchführung weiterer Verordnungen in Bezug auf ‚Fremde‘ angezweifelt werden 
darf. Bei den zahlreichen Verboten, dem „fremden Gesindel“ keine Obhut zu geben, und der 
ständigen Missachtung dieser Verordnungen durch die Bevölkerung, scheint es nur konsequent, 
dass sich für diese Arbeit kein Nachtwächter finden ließ. Noch 1817 hörte man Klagen von 
Seiten des Landvogts Schuppler, dem es nicht gefallen wollte, dass die Untertanen das „fremde 
Gesindel“ beherbergte. !?” Festzuhalten ist, dass der Bettel zu Beginn des 19. Jahrhunderts 
zurückging. Veits-Falk und Weiß sehen den Riickgang des Bettels in der durch Fürst Alois I. 
geforderten strengeren Bekämpfung des Bettels und in der dem Lande eigenen Armut. Das 
Land, durch die Koalitionskriege stark geschwächt, erlitt einen Attraktivitätsverlust, welcher 
zum Rückgang des Bettels beitrug. Im 19. Jahrhundert schließlich wurde mithilfe „von Pass- 
  
124 Gartknechte waren aus dem Dienst entlassene Landsknechte, die „garten“, d.h. herumschweifen.“ 
Kaiser/Brunhart, Anmerkungen. Bd. 2, 407. 
125 Die zahlreichen „staatlicher und halbstaatlicher Gebilde im Südwesten des Alten Reichs“ war ein 
prädestiniertes Terrain für alle diejenigen denen das Gesetz was anhaben konnte, denn schließlich war man schnell 
in einem anderen Territorium und musste den langen Arm des Gesetzes nicht fürchten. Aus diesem Grund kam es 
hin und wieder zu Versuchen koordinierter „Treibjagden auf Menschen“. Veits-Falk, Weiß, Armselig sieht es aus, 
223. 
126 Veits-Falk, Weiß, Armselig sieht es aus, 224. 
27 Veits-Falk, Weif3, Armselig sieht es aus, 226. 
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