Volltext: Das liechtensteinische Erbrecht im Vergleich mit dem österreichischen Erbrecht unter besonderer Berücksichtigung der historischen Rechtsentwicklung des ABGB

4.6. Die Lebensgefährten 
Das außerordentliche Erbrecht 
Mit dem ErbRÄG wurde in Österreich ein außerordentliches Erbrecht des Lebensgefährten 
neu eingeführt. Der Lebensgefährte kommt aber nur dann zum Zug, wenn kein anderer Erbe 
besteht. Es handelt sich hierbei um ein außerordentliches Erbrecht, welches dem 
außerordentlichen Erbrecht der Vermächtnisnehmer und dem Aneignungsrecht des Bundes 
vorgeht.?*? 
8 748 Abs 1 6ABGBE: ,Gelangt kein gesetzlicher Erbe zur Verlassenschaft, so fällt dem Lebens- 
geführten des Verstorbenen die ganze Erbschaft zu, sofern er mit dem Verstorbenen als dessen 
Lebensgefáührte zumindest in den letzten drei Jahren vor dem Tod des Verstorbenen im gemeinsamen 
Haushalt gelebt hat." 
Die Anspruchsvoraussetzungen 
Voraussetzung für das außerordentliche Erbrecht ist das Bestehen eines gemeinsamen 
Haushalts in den letzten drei Jahren vor dem Tod des Verstorbenen. Hiervon kann aber 
abgesehen werden, wenn erhebliche Gründe, gesundheitlicher oder beruflicher Art, 
entgegenstehen, ansonsten aber eine für Lebensgefáhrten typische besondere Verbundenheit 
vorliegt.?/? Somit kann die Lebensgemeinschaft auch in einem Wohnheim fortgesetzt bzw. erst 
begründet werden." Eine weitere Voraussetzung ist, dass der Lebensgefáhrte nicht 
rechtmäßig enterbt wurde. 
Das Vorausvermächtnis 
Der Lebensgefährte hat Anspruch auf ein gesetzliches Vorausvermächtnis, welches das Recht 
umfasst, „/n der gemeinsamen Wohnung weiterhin zu wohnen und und die zum ehelichen oder 
partnerschaftlichen Haushalt gehörenden beweglichen Sachen, soweit sie zu dessen 
Fortführung entsprechend den bisherigen Lebensverhältnissen erforderlich sind, weiterhin zu 
benützen“. Dieser Anspruch ist allerdings auf ein Jahr befristet ab dem Tod des 
Verstorbenen .?"? 
Voraussetzung ist auch hierfür das Bestehen eines gemeinsamen Haushalts in den letzten 
drei Jahren. Der Lebensgefáhrte darf zudem nicht rechtmáfsig enterbt worden sein.?^? 
  
269 Eccher, 39. 
270 § 748 Abs 2 ABGB. 
271 Eccher, 40. 
272 § 745 Abs 2 ABGB. 
273 § 745 Abs 2 ABGB. 
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