Volltext: Internationale Steuerplanung mit liechtensteinischen Vermögensstrukturen im Verhältnis zur Schweiz unter Berücksichtigung der Bestimmungen des neuen DBA Liechtenstein/Schweiz

Internationale Steuerplanung - DBA Liechtenstein/Schweiz 
Die Frage der Besteuerung solcher derivaten Produkte ist sehr komplex und daher ist auf die Publika- 
tionen der Eidgenössischen Steuerverwaltung im Einzelfall zu verweisen, welche laufend über Spezi- 
alfälle solcher Produkte informiert. !®! 
4.3.2 Nach in Kraft treten des DBA 
Im DBA FL-CH werden Gewinne aus derivativen Produkten nicht gesondert erwähnt. Da, wie in Ka- 
pitel 4.3.1 dargelegt, bei den Derivaten mehrheitlich die Zinsen steuerbar werden, folgert der Autor 
dieser Arbeit, dass die Erträge aus diesen Produkten unter Art. 11 des DBA FL-CH fallen. Eventuell 
könnten diese Erträge auch als andere Einkünfte bezeichnet werden, wobei die Behandlung schluss- 
endlich dieselbe sein wird. Zinsen und andere Einkünfte werden, gemäss DBA, nur im Ansässigkeits- 
staat besteuert. !*? 
Somit kommt der Autor zum Schluss, dass die stiftungsähnliche Anstalt vom DBA profitieren kann, 
wenn sie die Ansässigkeitsbestimmungen im Protokoll des DBA erfüllt. In diesem Fall müssten die 
Zinsen aus den Derivaten nur in Liechtenstein verteuert werden. Die Schweiz würde auf den Einbehalt 
einer Quellensteuer verzichten." Zur Beurteilung einer stiftungsáhnlichen Anstalt ohne Stifter und 
Begünstigte in der Schweiz siehe Kapitel 4.1.2. 
Die korperschaftlich strukturierte Anstalt kann im Regelfall (kein Missbrauch) die Vorteile des DBA 
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nutzen und somit würde auch bei den Derivaten keine Quellensteuer anfallen. 
Die verkehrstypische Anstalt wird, wie bereits in Kapitel 4.1.2 dargelegt, nicht als eigenes Steuersub- 
Jekt in der Schweiz anerkannt, so dass die Zinsen aus den Derivaten in der Schweiz mit der Quellen- 
steuer belastet würden. !*? 
4.4 Die steuerliche Quellenbelastung bei Kollektivanlagen (Fonds) in der Schweiz 
4.4.1 Vor in Kraft treten des DBA 
Gemäss Art 7. Abs. 1 KAG bezeichnet man Vermögen, welches von Anlegerinnen zur gemeinschaft- 
lichen Veranlagung aufgebracht und für deren Rechnung dieses verwaltet wird, als Kollektive Kapi- 
talanlage. Diese Anlage befriedigt gleichermassen die Anlagebediirfnisse der Anleger.'® Gemiss Ver- 
rechnungssteuergesetz unterliegen die Zinsen, Renten, Gewinnanteile und sonstige Ertráge der von 
einem Inländer oder von einem Auslünder in Zusammenhang mit einem Inlánder ausgegebenen Antei- 
len an einer Kollektivanlage der Verrechnungssteuer. 
Im Kreisschreiben 24 werden die móglichen verschiedenen Kollektivanlageformen und deren Besteue- 
rung ausführlich dargelegt. In diesem Kreisschreiben wird zwischen inländischen und ausländischen 
Kollektivanlagen unterschieden sowie zwischen offenen und geschlossenen Anlageformen.'® 
  
181 Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV, 2007, S. 13. 
182 Art, 11 und Art. 21 DBA FL-CH. 
183 siehe Kapitel 3.2.4. 
184 siehe Kapitel 3.2.3 u. 3.2.4. 
185 siehe Kapitel 3.2.4 u. 4.1.2. 
186 Art, 7 Abs. 1 KAG. 
187 Art. 4 Abs. 1 Bst. c VStG. 
188 Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV, 2009. 
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