Volltext: Die Dachstiftung in der Schweiz im Vergleich zur segmentierten Stiftung (Protected Cell Foundation) in Liechtenstein

Vergleich Dachstiftung segmentierte Stiftung 
Ferner hat der Stiftungsrat ein Vermögensverzeichnis zu führen, aus dem der Stand und die Anlage 
des Stiftungsvermögens ersichtlich ist.“ In der Praxis dürfte sich kein Unterschied zwischen klassi- 
schen Stiftungen und segmentierten Stiftungen ergeben, da es nur wenige Anwendungsfälle geben 
dürfte, die den Verzicht auf eine ordentliche Buchführung rechtfertigen würden. 
5.11. Vermögen der Dachstiftung 
Die stiftungsrechtlichen Bestimmungen in der Schweiz sehen prinzipiell kein Mindestvermögen für 
Stiftungen vor. In der Praxis ist es jedoch verbreitet, dass ein Mindestvermögen von 50'000 Schweizer 
Franken bei der Stiftungserrichtung vorausgesetzt wird!” so schreibt die Eidgenössische Stiftungsauf- 
sicht, die als Aufsichtsbehörde von gesamtschweizerischen und international tätigen gemeinnützigen 
Stiftungen fungiert, vor, dass hinsichtlich der anfänglichen Vermögenswidmung „.. zwischen Vermó- 
gen und Stiftungszweck ein vernünftiges Verhältnis bestehen muss...“ Sollte die Errichtung der 
Dachstiftung ohne die Widmung dieses Mindestkapitals erfolgt sein, muss zumindest nachgewiesen 
werden, dass zu einem späteren Zeitpunkt weitere Vermögenswerte zugewidmet werden.!® 
Die unselbständigen Zustiftungen sind mangels eigener Rechtspersönlichkeit als Vermögenswerte im 
Eigentum der Dachstiftung anzusehen. Aus diesem Grund findet die erwähnte Praxisrichtlinie auf sie 
keinen Anwendung. Trotzdem sollte sichergestellt werden, dass die Höhe des in die Unterstiftung 
zugewidmeten Vermögens in einem angemessenen Verhältnis zu deren Zweckbestimmung steht, da 
diese sonst möglicherweise nicht verwirklicht werden kann. !*° 
Auch die Dachstiftung wirft Fragen in Bezug auf die Deckung der Administrationskosten bezie- 
hungsweise hinsichtlich der Finanzierung ihres allgemeinen Vermögens, also jenes, welches nicht den 
Bereich der unselbständigen Zustiftungen umfasst, auf. Allerdings können diese Fragen durch entspre- 
chende Vereinbarungen zwischen dem Zustifter und der Dachstiftung im Vorfeld geklärt werden. Dies 
ist aufgrund der fehlenden Restriktionen hinsichtlich Vermögensverschiebungen innerhalb der 
  
136 PGR Art 552 § 26. 
1? Künzle, Konturen des Stiftungsbegriffs aus schweizerischer Sicht, in Achermann/Künzle/Roth, Die Liechtensteinische 
Stiftung (2002) 13. 
138 Eidgenössisches Department des Innern EDI, Leitfaden für Stiftungen gemäss Art. 80 ff. ZGB 
https://www.edi.admin.ch/dam/edi/de/dokumente/stiftungsaufsicht/leitfaden fuer stiftungen.pdf.download.pdf/leitfaden fuer 
 Stiftungen.pdf 3 (abgefragt am 7.4.2016). 
1? Eideenóssisches Department des Innern EDI, Leitfaden für Stiftungen 3. 
140 Studen, Dachstiftung 144. 
31
	        

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