Volltext: Vom Proberaum zum beliebten Kleintheater und zum renommierten Gastspielhaus

Wie aus dem Nichts ist 1970 eine internationale Gastspielstätte in Liechtenstein „aufgezogen“ 
worden. Von überallher holte Büchel Künstler und ganze Gastspielproduktionen nach 
Liechtenstein. Das Theater am Kirchplatz wurde bereits damals als kulturelles Zentrum der 
ganzen Rheintal-Region wahrgenommen, was auch die Zuschauerzahlen aus der ehemaligen 
TaK-Zeitung belegen." Und wie auch Josef Biedermann bestätigt: „Das TaK hatte in der 
europäischen Kulturszene einen guten Namen.^? Unter Büchel wurde noch ein sehr 
vielfáltiges Programm im TaK geführt, in dem neben vielen Eigenproduktionen und 
Gastspielen auch Kleinkunst vertreten war. Demgegenüber hatten die Intendanten Kurt Weiss 
und Georg Rootering in den 1990er Jahren eher ,elitáre Ansprüche", weshalb Kleinkunst 
unter ihrer Leitung keinen Platz mehr im TaK hatte. 
„[Flür Rootering war Kleinkunst auch völlig uninteressant, da gab es ein riesiges Vakuum. Erst mit 
Barbara konnte man das langsam füllen. Ich vermute, dass auch Alois Büchel kein Interesse an uns 
gehabt hätte. Das TaK hatte schon immer ganz andere Ansprüche. Für Eigenproduktionen und 
Laienschauspiel hatten sie Interesse, auch für Kinder- und Jugendtheater.*?* 
Heute kann das TAK nicht mehr als ein Kleintheater bezeichnet werden, denn gemáss der 
Intendantin Barbara Ellenberger ist klar: ,, Das TAK hat Staatstheater-Funktion.“*’ Darin sieht 
sie zwei Aufgabenpole: Zum einen soll Liechtenstein mit dem internationalen Theater- und 
Konzertgeschehen stets verbunden sein, und zum anderen kümmert sie sich um die „Pflege 
der lokalen Szene“, indem einheimische Künstler regelmässig in Eigen- und Koproduktionen 
involviert werden. Es braucht Ellenberger zufolge eine „gute Mischung“, was auch schon 
anfangs der TaK-Geschichte geäussert wurde: „Für die Programmgestaltung des Theaters in 
der Provinz heisst dies, dass man die Front vom reinen Vergnügungsabend bis zum 
Experiment abzuschreiten hat.“ 
Das TAK führt heute sogar eine Sparte „Kabarett/Comedy“ und eine mit nicht klar 
definierbaren Formen, das „Happy Valley“, welches die verschiedenen Genres der 
Bühnenkleinkunst versammelt. 
34 o. A.: Die Gründung des Theaters am Kirchplatz. In: TaK-Blatt, Oktober/1980, S. 4f. - o. A.: Die verflossene 
Saison. In: TaK-Zeitung, TaK-Zeitung, September/1973, S. 1. 
35 Vgl. Transkript zum Interview mit Josef Biedermann vom 27.03.2015. 
36 Vgl. Transkript zum Interview mit Mathias Ospelt vom 01.05.2015. 
37 Vgl. Transkript zum Interview mit Barbara Ellenberger vom 27.04.2015. 
38 Büchel, Alois; Batliner, Herbert u. Scherrer, Sigi: Einige Worte. In: TaK-Zeitung, September/1973, S. 1. 
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