Volltext: Vorbereitungen zu einer Ausarbeitung des Sammelauftrages der Liechtensteinischen Landesbibliothek

Masterarbeit Beat Vogt 
  
1963: sound recordings of any nature 
1975: records of still or moving pictures, whatever the technical process is 
1977: Cinema work 
1992: All kinds of documents on media, including databases and expert systems, which are dis- 
tributed to the public". 
Bodez et al. (2011, S. 237) behandeln die Pflichtabgabe für Musikalien an der BNF detaillierter. Ge- 
máss Cordereix (2008, S. 2) fallen nicht nur in Frankreich produzierte, sondern alle in Frankreich ver- 
fügbaren audiovisuellen Medien und Multimedia-Materialien unter die Pflichtabgabe. 
Die Pflichtabgabe in Frankreich ist nicht trágergebunden und betrifft auch graue Literatur und Web- 
Publikationen (vgl. Lupovici 2006, S. 82). Bodez et al. (2011, S. 236-237) behandeln die jüngsten 
Pflichtexemplargesetze in Frankreich: Das 2004 eingeführte sogenannte Kulturerbe-Gesetz (Code du 
patrimoine) und die am 13. Juni 2006 überarbeitete Fassung der Verordnung vom 31. Dezember 1993. 
3.2.5. Italien 
Die ersten Pflichtabgabegesetze 1m Gebiet des heutigen Italiens sind früh entstanden: 1603 in Venedig, 
1737 in Florenz (ausgeweitet auf die Toskana 1743 und auf ganz Italien 1869) und 1788 in Mailand. 
Weitere Pflichtexemplargesetze folgten in den Jahren 1910, 1932 (im letzteren werden Zeitschriften, 
Musik, Landkarten, Druckgraphiken, Fotos und Flugblätter erwähnt), 1939 und leicht modifiziert 1945. 
Die 1928 gegründete Discoteca di Stato erhielt 1934 den erweiterten Auftrag, Aufnahmen nationaler 
Lieder und Dialekte zu sammeln. Erst im Jahr 2004 erfolgte die gesetzliche Pflichtabgabe an die NB 
für alle publizierten Materialien, inklusive Ton- und Videoaufnahmen (vgl. Gentili-Tedeschi 2011, 
S. 276-279). 
3.2.6. Polen 
Bereits 1818 erhielt die an der neu entstandenen Warschauer Universität gegründete Öffentliche Bibli- 
othek, auch Öffentliche Nationalbibliothek genannt, das Recht auf das Pflichtexemplar von allen im 
Königreich Polen erscheinenden Druckschriften. Nach der Niederlage des Novemberaufstandes wurde 
sie geschlossen und nach Russland ausgelagert (vgl. Klossowski 1994, S. 11). Die Verordnung des 
polnischen Präsidenten vom 24. Februar 1928 hat die Gründung der NB verfügt und festgeschrieben, 
was zu sammeln ist (vgl. Klossowski 1994, S. 15-16). Laut Klossowski (1994, S. 56) wurde aber be- 
reits 1926(!) der NB das Recht auf ein Pflichtexemplar zuerkannt. 
Im Jahr 1969 erhielt die NB in Warschau eine neue Regelung. $ 7 der Anordnung Nr. 21 des Ministers 
für Kultur und Kunst vom 12. Oktober 1987 verlangt, dass u.a. ikonographische, kartographische und 
reprographische Dokumente, Musikwerke und phonographische Materialien, die der polnischen Kul- 
tur gelten bzw. für deren Entwicklung nótig sind, zu sammeln sind (vgl. Klossowski 1994, S. 193- 
194). Das 1968 erlassene Gesetz war bis zum 2. Juli 1997 gültig. Dann trat das Pflichtabgabesetz vom 
7. November 1996 in Kraft, welches nebst Zeitungen, Reprints, grauer Literatur auch elektronische 
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