Volltext: Die Römer im Territorium des heutigen Fürstentums Liechtenstein anhand des Kastell Schaan

Geschichte eines kleinen und mehr oder weniger unbedeutenden Gebietes das Wissen der 
allgemeinen römischen Geschichte voraussetzt. 
2.1. Eroberung des Alpenrheingebietes durch das römische Imperium 
Seit Mitte des vorchristlichen Jahrtausends wuchs ein gewaltiges Imperium auf dem Gebiet 
des heutigen Italiens auf. Dieses Imperium vergrösserte sich in alle Richtungen, nach Süden 
mit dem endgültigen Sieg in den punischen Kriegen, nach Osten mit dem Sieg gegen die 
griechische Allianz, nach Westen mit der Eroberung Galliens und Spaniens. Der Norden ge- 
wann dabei schnell an Bedeutung, da es von dieser Richtung immer wieder zu Einfällen von 
nordischen Stämmen kam, wie zum Beispiel den Kimbern, der Teutonen und der Ambronen 
um 113 v. Chr. Es kam noch zu weiteren Einfällen im 1. Jahrhundert v. Chr. All diese 
Erinnerungen weckten in den Römern Rachegefühle. Ihr Plan war es, das ganze Alpengebiet 
mit Süddeutschland und ganz Germanien zu erobern und ins römische Reich einzugliedern. 
Jedoch kam es schnell zu den ersten Rückschlägen. Man denke dabei an die Schlacht im 
Teutoburgerwald im Jahre 9 n. Chr. Es gelang aber den Römern, das nördliche Alpenvorland 
zu erobern, somit fielen die Alpenpässe unter römische Kontrolle. Diese Alpenpässe waren 
durch rätischen Stämme bewohnt. Die Rätier hinterliessen bei den Römern eine schlechte 
Erfahrung, da sie 89 v. Chr. Como zerstörten. Über die Rätier war im 1. Jahrhundert v. Chr. 
jedoch im Allgemeinen sehr wenig bekannt. Im Jahre 15 v. Chr. kam es dann schliesslich zum 
Hauptschlag gegen die Rätier. Drusus und Tiberius führten das römische Heer über die Alpen; 
die Truppen des Tiberius überquerten den Julier und gelangten somit ins Gebiet von Chur. 
Der endgültige Sieg Roms über die Rätier erfolgte am 1. August 15. v. Chr. mit dem Sieg 
Tiberius an der Donauquelle. 
Damit hatte eine höhere Kulturform über die keltischen und rätischen Alpen- 
bewohner gesiegt.[..|Die sicher geführten rômischen Legionäre kämpften gegen 
wilde, vielleicht unter sich uneinige Scharen. Kurz ein urgeschichtliches Volk mass 
sich mit einer neuen Kultur und Lebensform. Aber in der Niederlage der Räter lag 
zugleich der Beginn eines langsamen Aufstieges. * 
Somit gewann das römische Imperium über die Rätier. Diese bestanden aus mehreren 
kleineren rätischen Stämmen, die sich im Gebiet des Alpenrheintals verteilt niedergelassen 
haben”. All diese Stämme wurden nun dem römischen Imperium einverleibt. 
2.2. Das Territorium Liechtensteins unter römischer Herrschaft 
Somit wurde das Alpenrheintal unter römische Herrschaft gebracht, genauer gesagt nämlich 
zu militärischem Grenzgebiet. Das römische Heer wurde 6 oder 9 n. Chr. abgezogen und eine 
einheimische Miliz übernahm den Schutz der Provinz. Die Rätier wurden als Peregrinen in 
das römische Recht eingegliedert, so dass sie Tribute zu verrichten hatten. Sie wurden auf 
Grund ihrer Reputation zu Diensten in Auxiliarkohorten ausgehoben. Das Gebiet, das im 
Westen an Helvetien, im Norden an Germanien, im Osten an die römische Provinz Noricum 
und im Süden an die Stadtgebiete von Mailand, Como und Trient grenzte, bekam im 
römischen Imperium die Bezeichnung „provincia raetia®. 
  
! Malin Georg, ,,Das Gebiet Liechtensteins unter rómischer Herrschaft", Jahrbuch des historischen Vereins für das 
Fürstentum Liechtenstein., 58. Band, S. 15-16. 
? vgl. 5. Anhang: Rátische Stammesgebiete im Alpenrheintal (Karte/Abbildung 1)
	        

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