Volltext: Liechtenstein und die deutsche Steueraffäre:

Die Meldung über die Absage der Kunstausstellung beschäftigt alle deutschsprachigen Me- 
dien in den kommenden Tagen. In den folgenden Tagen verlagert sich die Thematik Gemäl- 
desammlung immer mehr in die Feuilletons („Doch ist das Signal aus dem Fürstenhaus ganz 
deutlich. Man fühlt sich in Vaduz nicht ertappt. Man fühlt sich angegriffen“, Süddeutsche 
Zeitung, 13. März, 13). 
Die österreichische Presse fokussiert sich zu dieser Zeit verstärkt auf die Weitergabe der Da- 
tensätze auf der „Steuer-DVD“, von denen angeblich rund 150 Österreicher betroffen sind. 
Am Donnerstag, den /3. März, steht die internationale Fahndung nach Heinrich Kieber durch 
Liechtenstein im Vordergrund. Dabei wird auch über den Steckbrief der Landespolizei 
berichtet. 
Am Freitag, den /4. März, wird in der Österreichischen Presse die Aussage vom 
monegassischen Finanzwirtschaftspräsidenten aufgenommen, der kritisiert, dass der Umstand, 
dass Monaco auf der Liste der unkooperativen Staaten stehe, „eine große Heuchelei“ sei. 
Am Wochenende schwächt sich die Berichterstattung weiter ab. Am Samstag, /5. März, 
berichtet die SZ erneut über die Vorgehensweise der LLB und die Auswirkungen auf 
Österreich. 
Der Focus, als wöchentlich erscheinendes Nachrichtenmagazin, bringt zum Anfang der neuen 
Woche (17. März bis 21. März) ein Interview mit dem Präsidenten des BND, u.a. zum Thema 
Liechtenstein. Ansonsten greift die Tagespresse die Meldungen vom Wochenende bezüglich 
des Steuerskandals in Österreich auf. 
Im Laufe des Dienstags, /8. März, berichten die deutschen und Schweizer 
Nachrichtenagenturen von der Pressekonferenz der LLB, in dem sie ihren Rekordgewinn von 
2007 veröffentlichen (Reuters, AWP). Zudem meldet Reuters, dass Luxemburg nicht vorhabe, 
sein Bankgeheimnis abzuschwächen und dass sich die deutsche Steueraffäre auf die Schweiz 
ausweite. 
Am Mittwoch, /9. Méáürz, werden diese Themen in der Tagespresse aufgenommen, vor allem 
die Ergebnisse der Landesbank, die trotz der Erpressungsaktion positiv sind. Im Mittelpunkt 
der deutschen und österreichischen Medien stehen jedoch die Äußerungen von Fürst Hans- 
Adam II. zum BND im Interview mit Radio Liechtenstein, in dem er dem BND „schlampige 
Arbeit“ vorwirft. Besonders die FAZ berichtet über dieses Interview („Fürst Hans Adam rügt 
Steinbrück und den BND“, 6). Die internationale Dimension mit verdächtigen Steuersündern 
in Österreich, der Schweiz und Italien findet häufiger Erwähnung in kurzen Meldungen. 
Auch am Donnerstag vor Ostern, 20. März, liegt der Fokus der Berichterstattung der 
deutschen Medien auf der Ausweitung der Steueraffäre auf weitere Länder. Zudem finden der 
so genannte ,,Datenklau* und das Angebot eines Unbekannten neue Schweizer Steuerdaten zu 
verkaufen, in den Medien besondere Beachtung. In den Schweizer Medien äußert sich der 
Schweizer Finanzminister: „An diesem Bankgeheimnis werdet ihr euch die Zähne ausbeißen“ 
(u.a. Neue Zürcher Zeitung, 20. März, 2). 
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