Volltext: Liechtenstein und die deutsche Steueraffäre:

Während die Ergebnisse des Ecofin-Treffens am Mittwoch, den 5. März in den deutschen 
Medien unterschiedlich ausgelegt werden („Steinbrück macht Druck in Brüssel“, 
Börsenzeitung und „Kampf gegen Steuer-Oasen entzweit die EU“, Süddeutsche Zeitung), 
wird ebenso ausführlich über die Geschäftszahlen der LGT berichtet. Dabei fällt auf, dass die 
Berichterstattung überwiegend ausgewogen ist. Am Morgen des 5.3. erscheint in der FAZ 
zusätzlich ein Interview mit Prinz Max von und zu Liechtenstein, CEO der LGT. Gegen 
Mittag des 5.3. veröffentlicht der IWF seinen ausführlichen Bericht zu Liechtenstein. 
Liechtenstein soll demnach illegale Finanzgeschäfte nicht effektiv genug bekämpfen, melden 
die Agenturen. Gleichzeitig fordert der französische Finanzminister Woerth gegenüber 
Medien „Vergeltung“ für Liechtenstein. 
Die Mitteilung des IWF bestimmt dann auch die Schlagzeilen am Donnerstag, den 6. März. 
Der IWF „mahnt Liechtenstein“, titelt die Süddeutsche Zeitung. Neben einem Artikel über die 
Stimmungslage in Liechtenstein in der Süddeutschen Zeitung berichten die Medien auch 
diese Woche wieder verstärkt über die anhaltenden innenpolitischen Diskussionen zum 
Thema ,,Datendiebstahl“ und ,, Steuermoralé. 
Die Berichterstattung am Freitag, den 7. März fällt hingegen wesentlich geringer aus. Die 
Süddeutsche Zeitung berichtet über das Rechtshilfeersuchen Liechtensteins, die FAZ 
verôffentlicht ein kritisches Porträt Steinbrücks. Am Vormittag jedoch konzentrieren sich die 
Medien auf einen Beitrag des ARD-Magazins „Panorama“. Deutschen Behörden seien 
demnach weitere Daten (der LLB) angeboten worden. Die LLB dementiert den Verlust einer 
„DVD oder Liste“ (dpa). Diese Meldungen werden auch am kommenden Tag von den 
Medien aufgegriffen („Regierung wurden neue Steuer-Daten angeboten“, Bild Berlin- 
Brandenburg, 1). 
Darüber hinaus veröffentlicht die FAZ am 8. März (S. 4) einen Artikel über den Besuch des 
Regierungschef-Stellvertreters Klaus Tschütscher am liechtensteinischen Messestand der ITB. 
In der Nacht auf Samstag, den 8.3. wird gemeldet, dass Herr Kieber sich in Australien aufhält. 
Der SPIEGEL und der Focus (vorab), sowie die Frankfurter Sonntagszeitung am 9. März 
veröffentlichen Artikel zum Fall Kieber, wobei die wöchentlichen Magazine berichten, Herr 
Kieber „fürchte um sein Leben“. Am Sonntag werden darüber hinaus auch ein Interview und 
ein Porträt zu Prinz Max von und zu Liechtenstein in der NZZ veröffentlicht. 
Die bereits am Sonntag, den 9.3., über den Focus bekannt gewordenen Forderungen des 
Datendiebs Heinrich Kieber an den BND, eine neue Identität zu erhalten, da er „um sein 
Leben fürchte“ wird am Montag auch von der Tagespresse aufgegriffen („Liechtenstein- 
Informant lebt in Todesangst, Financial Times Deutschland, 10. März, 13). 
Im Laufe des Dienstags, //. März meldet die Schweizer Nachrichtenagentur SDA, dass das 
Fürstentum Liechtenstein seine für Mai geplante Ausstellung in der Neuen Pinakothek 
München aufgrund des angespannten Verhältnisses zu Deutschland absagen werde (SDA, 
AFP). Zudem folgen Berichte der deutschen Agenturen, dass die VP Bank ihren Jahresbericht 
2007 vorlegt, in dem sie aufzeigt, dass sich ihr Gewinn um knapp 20% auf 161,5 Mio. 
Schweizer Franken gesteigert hat (dpa, Reuters, Dow Jones). Weiterhin wird gemeldet, dass 
Deutschland den österreichischen Behörden sobald wie möglich die Steuerdateien mit Daten 
von Österreichern übermitteln wird. 
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