Volltext: Stenographischer Verhandlungs-Bericht aus dem Kriminalprozess gegen Franz Thöny, Niko Beck, Anton Walser und Rudolf Carbone

- 206 - 
Staatsanwalt (fragend): W a s gehört? 
Strubs Daß- sie beieinander waren. 
Staatsanwalt: Und daß Walser auch außerhalb jener 
Zeit verkehrtes in der Thöny '.zu Hause war. Ich bitte, den. 
Zeugen zu fragen, was er beobachtet und relationiert und . 
erhöben hat. • ' . r '. 
Staatsanwalt: Sie haben'Auftrag gehabt, Erhebungen 
einzuziehen- 
Strub: Nein, Herr Staatsanwalt, das ist nicht richtig, 
ich habe nie -einen Auftrag gehabt/ Erhebungen zu Pflegen, 
ich habe mit der ganzen Sache nichts zu tun gehabt. 
, Staatsanwalt: Sind diese Sachen von -Landmeibel Strub 
an Landweibek Walser in Schaanwald abgetreten worden? 
Präsident: Erhebungen als Amtsperson habeii Sie keine 
gemacht? 
Strub: Nein.. 
Präsident: Es müßte der Zeuge befragt werden über 
das, was er pkstsönlich beobachtet hat. 
Staatsanwalt: Ist Ihnen auch bekannt,- daß Walser bei 
Thöny verkehrte, auch wenn er nicht zu Hause war. 
Strub: Das weiß ich nicht. 
Staatsanwalt: Ich. glaube, der Zeuge ist, soweit mir 
erinnerlich, mit Walser verwandt. 
Strich: Nein, mit Thöny. 
Präsident: In'diesem Falle besteht ein Entschlagungs 
recht von ber. Zeugenaussage,..Herr Strub, ich muß' Sie da- 
rauf aufmerksam machen, daß Sie das Recht habe» ...'.. 
Strub (in die Rede faltend): Meine Frau ist die Schwe 
ster des Vatexs. von Franz Thöny. 
Staatsanwalt -(ebenfalls in die Rede fällend): Ver 
schwägert- dgs würde, reichen ..... 
Präsident: Da mache ich Sie aufmerksam,'baß Sie das' 
Recht haben, sich der Aussage zu entschlagen. 
Strüb:Jchweiß nichts von der ganzen Geschichte, ich 
kann das ablehnen oder nicht ablehnen. 
Präsident: Die Aussage würde dahinfallen, weil sich die. 
Aussage auf die Beziehungen Thönys zu Walser bricht. 
Herr Strub, Sie. können abtreten. 
Vernehmung Landweibel Verling: 
Präsident: Sind Sie verwandt mit einem der Ange 
klagten? 
Verling: Nein, ich bin nicht verwandt. 
Präsident: Äuf A-ntrag -des Staatsanwalt sol 
len Sie befragt werden über allfällige Einflüsse, die. 
Anton Walser auf Franz. Thöny gehabt, hat. Ha 
ben Sie die. Frage verstanden? 
Verling .: Ja. 
Präsident: Erstens, was Sie persönlich beobach 
tet haben nach dieser Richtung und zweitens was Sie 
alles als Landweibel in dieser Richtung erhoben haben. 
Verling: Also persönliche Beobachtungen, — 
solche habe ich keine gemacht. Ich bin schon 5 Jahre 
im Oberland stationiert und kenne die näheren Ver 
hältnisse zwischen Walser und Thöny nicht so genau.' 
Präsident: Sie haben persönlich keine Beobachtun 
gen gemacht? 
Verling: Nein. 
Präsident- (ergänzend): als daß sie gut bekannt 
waren. -. Kollegen. 
Verling: Als Amtsmann habe ich keine Beobach 
tungen gemacht. - - 
Präsident: Haben Sie nicht Auftrag erhalten, Er 
hebungen zu veranstalten? 
Verling: Ja, bei der Frau Eberle in Triefen^ 
durch den Staatsanwalt. 
Präsident: Hier nicht bei Walser und Thöny? 
Verling: Nein. 
Präsident: Haben Sie bei Frau Eberle in Trie 
fen Erhebungen gemacht. 
Verling: Ja, die habe ich gemacht. 
Präsident: Haben Sie einen Rapport erstattet dar 
über. ? 
Verling: Ja. Der College Landweibel Walser hat 
telephoniert, ich Möchte Erhebungen einleiten bei der 
Frau Eberle in Triefen. Ich habe die Erhebungen 
gemacht und ich habe sie dem Walser dann hinun 
tergeschickt. 
' Präsident: Wie haben die Erhebungen gelautet ? 
Daß Walser im Hause Thöny viel ein- und 
ausging? 
Verling: Ja, in dem Sinne. 
Staatsanwalt, Und in welchen! Hause noch als' bei 
Thöny. 'Erzählen Sie das, was Sie festgestellt ha 
ben. ' 
Verling: Daß sie verschiedene -Mjale mit ihm über die 
Rheinbrücke nach Sevelen gegangen seien. . ' 
' Staatsanwalt: Bei Tag oder bei Nacht? 
Verling: Bei Tag. 
• Weiter kann ich nichts sagen. 
Präsident: Wer ist die Frau Eberle ? 
Verling: Frau Eberle ist die Frau vom früheren 
Landgerichtskanzlisten Eberle. ' 
Staatsanwalt: Hüben Sie dabei - nicht festgestellt, 
wie' die Frau Eberle gesinnt ist gegenüber denjenigen 
Personen, über die sie ausgesagt, wie ihre Gesinnung 
war, ob sie mit diesen Freundschaft hatte ? 
Verling: Nein, nicht Freundschaft, wie ich spä 
ter vernommen habe, im Gegenteil. . 
Präsident: Aber damals habqn sie sich nicht so 
ausgedrückt, daß Sie damals schon von Feindschaft 
wissen mußten. 
Verling: Ich weiß natürlich nicht, wie ich sagen 
muß, wie es scheint, hat dazuMal schon die Feind 
schaft bestanden. 
!Präsident: Sie haben aber nichts wahrgenommen, 
daß Feindschaft, besteht, erst nachher. 
Verling: Ja, erst nachher. 
Präsident: Wollen Fragen gestellt werden an 
das Gericht. i 
Oberlandsgerichtsrat Dr. Benzer: Wir kommen zu 
rück auf die Aussage Dr. Ritter: Ich muß Walser noch 
vorhalten: Sie haben angegeben dein Dr. Ritter in 
Wien, sie seien Kinder in Vaduz drüben, es handle 
sich um eine rein formale Angelegenheit, die Abschnitte 
seien nur.Depotwechsel, die nicht belehnt seien. 
Walter: Herr Oberlandesgerichtsrat. das waren 
nach meinem Wissen .jene Wechsel, die im Depot wa 
ren, die nicht begeben werden durften, ohne spezielle 
Einwilligung des Beck. Ich glaube, es dürfte.- sich 
um diese Koburgwechsel handeln, bei denen abgemacht 
war, sie dürfen nur begeben werden für die Ausfüh 
rung des Koburggeschästes. Es wäre das übrigens aus 
i den Wechseln festzustellen.
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.