Volltext: EINTRACHT (2012) (Staatsfeiertag)

EINTRACHT STAATSFEIERTAG 2012 SAGEN Der Hexentanz So grausam wütete bei uns der He­ xenwahn, dass wir weitherum als «Hexenland» verschrien waren. Ungeheuer war die Zahl der Opfer, und unter ihnen vor allem Frauen. Sie wurden mit dem Schwert ge­ richtet, und ihre Leiber brannten auf dem Scheiterhaufen. Hexen sind in der Sage imstande, zu Tän­ zen in die Luft zu fahren, und die Alp Hahnenspiel war ein Treffpunkt für ihr wildes Treiben. 
Der Untergang von Trisona Das Dorf Triesen war einst eine schöne Stadt und hiess Trisona. Die Bewohner aber lebten gottlos, so dass grosse Strafe über sie herein­ brach. Es flog ein Engel mit einem feurigen Schwert in der Hand über die Stadt und rief: «Wer dem Untergang ent­ gehen will, fliehe gegen Sant'Amer- ta!» Aber nur ein einziges Weib folgte dem Ruf. Seine zwei Kinder liess es daheim und gab ihnen ge­ dörrte Obstschnitze zum Naschen und Spielen. Das Weib kniete im Kirchlein nieder und betete, als ein furchtbares Getöse sie aufschreckte. Sie trat unter die Türe und sah zu ihrem Entsetzen das ganze Trisona durch eine Rüfe überschüttet. Jam­ mernd schlug sie die Hände über dem Kopf zusammen und wusste nichts anderes zu tun, als wieder in die Kapelle zu fliehen und zu be­ ten. Als sie abermals heraustrat, war ganz Trisona untergegangen, nur ihr Haus stand noch, und als sie da-hinkam, 
sassen die zwei Kinder in der Stube hinter dem Tisch bei den Schnitzen. Dieses Haus zeigt man noch heute. Es sticht durch Grösse und Altertümlichkeit von allen an­ deren Häusern ab und ist auch in 
der ganzen Gasse das einzige, das eine «Bsetzi» hat. Auf der Anhöhe über dem Dorfe steht unversehrt die Sant-Amerta- Kapelle. Quelle: Otto Seger Die beiden Bilder auf dieser Seite sind aus dem Buch: «Dunkle Spuren» von Prof. Josef Seger (Technik: Wachskreiden) 31
	        

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