Volltext: EINTRACHT (2011) (Advent)

EINTRACHT ADVENT 2011 Etwas rechts der Bildmitte sieht man die Abrissnische des Sennwalder Bergsturzes. Foto (Aus­ schnitt) aus Werdenherger Jahrbuch 2011, Hans Jakob Reich, Salez 
lieh, wenn sich beide der direkten Gefahr des Abstürzens aussetzen würden. Wir befinden uns hier am gefährlichsten Teil der ganzen Tour. Der gefährlichste Teil der Tour Jeder Griff muss sorgfältig unter­ sucht werden und nur allzu oft lösen sich ganze Massen von Gestein und stürzen in die Tiefe. Erleichtert atme ich auf, als ich nach ungefähr zehn Minuten wieder fes­ ten Fels unter den Füssen habe. Eine Legföhre, die ich nach allen Seiten hin auf ihre Festigkeit prüfe, dient als Sicherung und Erwin kann nach­ steigen. Über eine verschneite Platte gehen wir nordwärts und kommen unse­ rem Ziele etwas näher. Bei dieser Überquerung müssen wir entspre­ chende Vorsicht walten lassen, da wir den Grund, auf dem der Schnee haftet, nicht kennen und ein Abglei­ ten ohne Weiteres möglich wäre. Durch die uns umgebenden Felsen ist unsere Aussicht beschränkt und eine gewisse Neugier über den wei­ teren Verlauf der Route lässt uns rasch eine Erhebung ansteigen. Ein weiteres Tobel müssen wir überque­ ren und gelangen ohne grosse Hin­ dernisse ziemlich hoch oben an den direkten Felsen des Turmes. Hier erreicht uns zum ersten Mal die Sonne, denn seit dem Einstieg hat­ ten wir immer eine Temperatur um den Gefrierpunkt. Erwin sucht sich einen guten Siche­ rungsstand, was hier im ersten Teil­ stück unbedingt erforderlich ist, da ein Sturz in die Tiefe den sicheren Tod bedeutet. Durch eine Rinne steigen wir ein und suchen das letz­ te Stück unserer Tour zu bewältigen. Im Endstück sind zwei Stellen, die nur durch mühsames Stemmen überwältigt werden können. Bald liegt auch dieses letzte Hinder­ nis zurück. Hier führen die beiden Anstiegsrouten unter dem Gipfel zu­ sammen. Das Seil wird notdürftig in Ordnung gebracht und hocherfreut streben wir dem Gipfelbuch entge­ gen. Ein kräftiger Händedruck ver­ tieft unsere Freundschaft aufs Neue. Drei Stunden strenge Kletterei ha­ ben wir geteilt und nun stehen wir glücklich am Ziel.» Adolf Marxer 
Schwindende Eiszeitgletscher waren zumeist Ursache von Bergstürzen, der Bergsturz nord­ östlich vom Stauberenfirst soll sich jedoch später, vor weniger als 10 000 Jahren, ereignet haben. Auf Schweizerseite im Schlosswald zwischen Salez und Sennwald kann man heute noch manche hausgrosse Steinbrocken vom einstigen Bergsturz weit verstreut in der Talebene finden. Einige sind im Laufe der Jahrhunderte so überwachsen, dass man sie eher als Hügel statt als Felstrümmer wahrnimmt. 
EIN GEWALTIGER BERGSTURZ IM RHEINTAL 7
	        

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