Volltext: EINTRACHT (2011) (Advent)

EINTRACHT ADVENT 2011 AUS DER WELT DER SAGEN Sage kommt vom althochdeutschen Wort SAGA, «Gesagtes», eine be­ deutungsvolle Aussage oder merk­ würdiger Bericht. Also Sagen ent­ standen durch Weitersagen, Weiter­ erzählen und teils verändertem, ausschmückendem Nacherzählen. Die älteste Geschichte eines jeden Volkes wurzelt in der Volkssage. Sagen versuchen, rätselhafte Vorfäl­ le auf einfache Art zu erklären. Das Ziel besteht darin, die Zuhörer nicht einfach zu unterhalten, son­ dern auch zu belehren und zu war­ nen. Dämonische Sagen Alle Naturerscheinungen und -kata- strophen, die man sich nicht er­ klären konnte, wurden beseelt. So sind überall Geister, Hexen, Riesen, Zwerge oder Drachen am Werk. 
Erklärende Sagen Im Teufelsstein ob Triesen sind Ril­ len und Kerben im Stein, welche als Klauenabdrücke des Teufels gedeu­ tet wurden. Die Felsformen der Dreischwestern und die seltsamen Felsgebilde am Bettlerjoch erinnern an verwunschene Menschengestal­ ten. Viele ähnliche Sagenmotive fin­ den wir als Wandersagen im gan­ zen Alpenraum. 
Untergangssagen und Warnsagen Im «Untergang von Trisona» oder «Untergang von Plurs» (Val Chia- venna), im «Untergang von Emen» (Wallis) und «Untergang von Prazal- ans» (St. Anton im Montafon) wer­ den die Bewohner wegen ihrer gott­ losen Lebensführung, wegen ihrer Lieblosigkeit und Hartherzigkeit be­ straft. «Die Sage versucht das Unerklärliche zu erklären. Da sie aus einem Wahrheitsgrund kommt; muss sie wieder im Unerklärlichen enden.» (Franz Kafka) Unrecht Gut - tut nicht gut! Untat und Strafe Otto Seger Der Geisterstall Ein geiziger Berger brachte es so weit, dass er einer Familie einen Stall und den dazugehörigen Boden abstahl. Bald starb er, und sein Sohn trieb das Vieh hinaus, aber es rasselte und krachte die ganze Nacht so, dass er es nicht aushielt, denn der Lärm wurde von Stunde zu Stunde unheimlicher. Wer im­ mer es versuchte, dort eine Nacht zu verbringen, gab es auf. Zu sehr tobte der Geist im unrechten Gute. Der ungerechte Richter Früher hatten die Triesner über dem Rhein auf der Schweizer Seite viel Boden. Nun sollte der Strom einge­ dämmt werden, und ein paar Män­ ner von drüben kamen zum Tries­ ner Richter (so nannte man früher die Gemeindevorsteher) und schlu­ gen ihm vor, ihnen den Boden über dem Rhein zu überlassen, er be­ käme dann von ihnen ein Stück Grund in Triesen, das ihnen gehöre. 
Historische Sagen Hier steckt oft ein wahrer Kern drin. Ein geschichtliches Ereignis wird umgeformt, etwas weggelassen oder phantasievoll ausgeschmückt. (z.B. Der ungerechte Richter / Der Triesner Reiter / Uli Mariss /...) Der Teufelsstein s Eliassa-Stall, östlich der «Wesabelder» an der Grenze Triesen-Balzers, letzte Mauerruinen, Aufnahme 1991 30
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.