Volltext: EINTRACHT (2010) (Ostern)

EINTRACHT OSTERN 
2010 Erwachsenen gleichermassen be- liebt. Es ist unschwer vorstellbar, was für eine Begeisterung sie zu ei- ner Zeit ausgelöst haben müssen, als es noch kein elektrisches Licht gab und die Mütter und Grossmütter, die sich meist als wahre Erzähltalente entpuppten, im dämmerigen Schein der Petroleumlampe ihre Erzählun- gen zum Besten gaben. Mit Freude darf aber auch in der heutigen Zeit von Kindergärtnerinnen und Lehr- personen vernommen werden, dass das Erzählen von Geschichten aller Art, darunter besonders auch von Märchen, Sagen und Legenden trotz der Konkurrenz moderner Medien durch die Ausstrahlung und Unmit- telbarkeit der Erzählerin zu begei- stern vermag. Prof. Otto Seger (1907-1988) hat sich um den liechtensteinischen Sa- genbestand bemüht wie kaum ein anderer zuvor. Er hat den bisher ge- sammelten und publizierten Sagen- schatz zusammengetragen, nach Motiven geordnet und kommentiert. Mit Hilfe seiner Schüler konnte er ab Mitte der 1950er Jahre die Sammlung beträchtlich erweitern. Die Arbeit wurde im Jahrbuch des Historischen Vereins 1965 publi- ziert und ein Jahr später als Sonder- druck auch in Buchform veröffent- licht. An den Stationen, die im Streckenverlauf aufgeführt sind, können wir nur eine kleine Auswahl aus dem reichhaltigen Sagenschatz kennen lernen. Selbstverständlich wäre es wünschenswert, wenn durch die Beschäftigung mit den ausgewählten Erzählungen das Be- dürfnis geweckt werden könnte, tie- fer in die Welt der Sagen und Legen- den einzudringen. Otto Segers Sa- genwerk dient dazu als reichhaltige Quelle. Viele unserer Sagenmotive und Er- zählungen kommen auch anderswo vor und lassen sich in den Kreis des alemannischen Stammgutes einord- nen. Prof. Otto Seger stellt fest, dass die Sagen des Liechtensteiner Ober- landes eine nähere Verwandtschaft zu Graubünden, jene des Unterlan- des zu Vorarlberg zeigen.Als 
kleine Kostprobe wurden für diesen Beitrag eine Sage und eine Legende ausgewählt. Eine wertvolle Bereicherung der Sagentexte sind die kunstvollen Illustrationen der Vaduzer Graphikerin Regina Mar- xer, die den Betrachtern der Bro- schüre, auf die am Schluss noch ein- gegangen wird, viel Freude berei- ten.Der 
Riese von Guflina Hoch über Triesenberg wohnte auf Guflina ein starker Bauer. Es war ein Mann von Riesengestalt. Seine Stär- ke erprobte er an Tannen, die er leicht entwurzelte und mit der Handfläche spielend entastete. In der Nähe hauste in einer Höhle ein scheusslicher Drache. Er hatte Flügel und Hörner am Kopf. Seine Augen funkelten wie zwei brennen- 25
	        

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