Volltext: EINTRACHT (2000) (Advent)

EINTRACHT ADVENT 
2000 SAGEN Die drei Tannen beim «Waldi» Vom «Waldi», so nennt man ein Haus unterhalb der Strasse kurz vor Masescha, erzählt Albert Hinke- bein, geboren 1908 in Vaduz, ge- storben 1988 in Esslingen, eine Ge- schichte, die wie eine Sage klingt. Im «Liechtensteiner AImanach 1989» wird hievon wie folgt berichtet: «Das Haus gehörte drei Schwe- stern, Maria, Berta und Ida Schauer. Als der Tannenwald, der sich bis zum Waldihaus erstreckte, in den Zwanzigerjahren wegen seines ho- hen Alters geschlagen werden soll- te, baten die drei Schwestern, ihnen wenigstens drei Tannen zu belas- sen. Die drei Tannen erhielten den Namen Ida, Maria und Berta. Diese Tannen wurden dann genau bestimmt, und jede Tanne wurde auf den Namen von einer der drei Schwestern getauft. Im Jahre 1932 ging die kleinste, die Ida-Tanne, langsam zugrunde, und Ida begann zu kränkeln. Das Forst- personal musste die Tanne schla- gen, und kurz darauf, am 13. Mai, starb Ida. Anno 1935 knickte ein Sturm die grösste, die Maria-Tanne. Einen Mo- nat später, am 28. Dezember, starb unerwartet Maria. Nun lebte nur noch Berta allein im Hause. Ein Bauer, den wir kannten, erzählte uns dann die Geschichte. Als er einmal vorbeigekommen sei, habe er gesehen, wie die letzte, die Berta-Tanne, krankte, da sei er er- schrocken und habe zur alten Berta hineingeschaut. Sie fühlte sich nicht wohl, <es goht numme recht>. Er habe sie gedrängt, ins Tal in ein Krankenhaus zu gehen, aber sie meinte, nein, sie habe hier gelebt und wolle auch hier sterben. Aber sie liess zu, dass eine Pflegerin sich um sie kümmerte. Am 23. April 1953 musste die letzte Tanne gefällt werden, da die Gefahr bestand, dass der morsche Baum vom SturmHaus 
«Waldi» um die JahrhundertwendeKüche des «Waldi» Die «Berta-Tanne» im Mai 
1952 umgeworfen werden könnte. Einen Monat später, am 26. Mai, starb auch Berta, die letzte der drei Schwestern. Im Juli darauf zogen wir in den Ferien ins Waldi ein, und man musste nicht sensitiv sein, um zu spüren, dass die alte Berta noch im Hause war. Es waren nicht nur die Tiere, das Eichhörnchen,Aufnahme 
ca. 1908, v. I. n. r.: Ida, Maria, Berta Alle Kinder der Familie Alois Schauer und Elisabeth Schauer, geb. Wolfinger, erblickten im Geburtshaus des Kom- ponisten Rheinberger, also in Vaduz, das Licht der Welt, wo die Familie Schauer damals wohnte. der Marder, die Rehe, sondern es war noch etwas im Haus, was sozu- sagen lebte. Erst im Jahr darauf war es ganz still geworden.» Im «Waldi» wohnen heute der be- kannte Naturforscher Dr. Hans Hass und seine Frau Lotte, geb. Bai- erl (diese als Eigentümerin).A. P. 
G. 26
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.