Volltext: EINTRACHT (2000) (Ostern)

SGi EINTRACHT OSTERN 
2000 «...lasset des Wassers Ströme fliessen in jedwedes Bürgers Haus» «Wasser ist die Wonne alles Leben- den - den Siechen ein Arzt, den Gesunden ein guter Freund, der Ru- he ein Gespiele, der Arbeit ein Ge- nosse. Darum, so lasset des Was- sers Ströme fliessen in jedwedes Bürgers Haus.» Wer dies geschrieben hat - im Mit- telalter oder eher im fortschritts- gläubigen 19. Jahrhundert ist nicht mehr in Erfahrung zu bringen. Seit dem Beginn der Sesshaftwer- dung begann deshalb der Mensch, zur Sicherung der Wasserversor- gung in den Siedlungen Gruben als Wasserstellen herzurichten, die schon bald die Form eines Schacht- brunnens 
annahmen. Wir leben im Wasser- schloss von Europa Quellfrisches Wasser als lebens- wichtiges Element für Mensch und Tier war für die liechtensteinischen Besiedler grundsätzlich in genügen- der Menge und hervorragender Gü- te vorhanden. Wir leben im Was- serschloss von Europa, was sicher- lich dazu beigetragen hat, dass schon sehr früh Brunnenanlagen entstanden. Private Brunnengenos- senschaften seit dem 19. Jahrhundert Wann in unseren Dörfern die öf- fentlichen Wasserleitungen einge- richtet wurden, ist dem Verfasser unbekannt. Aber mit Sicherheit steht fest, dass im 19. Jahrhundert private Brunnengenossenschaften gegründet wurden aus der Notwen- digkeit heraus, durch gemeinsame Anstrengung den Wasserbedarf der bäuerlichen Gemeinden zu decken. Es wurde ein Brunnenmeister oder Brunnenrichter bestellt, der 
die*v 
Wasser ist die Wonne allen 
Lebens Brunnen in sauberem Zustand zu halten hatte. Das eigentliche Reini- gen der Brunnen oblag allerdings den Anwohnern des Quartiers, die an einem sauberen Brunnen auch ein höchsteigenes Interesse hatten. Die sogenannte erste Generation der heute in Balzers noch bestehen- den Brunnen wurde zwischen 1872 und 1886 erstellt. Damals gab es noch keine Wasseranschlüsse in den Häusern. Das Wasser für den täglichen Gebrauch musste - das war übrigens auch in den anderen Gemeinden so - vom Dorfbrunnen geholt werden. Die Bewohner der einzelnen Dorfteile hatten die Brun- nen und Zuleitungen von den Quel-len 
oberhalb der Quartiere. Das Wasser wurde in einfachen Holzkä- sten gefasst und in hölzernen Was- serleitungen - sog. «Trücheln» oder «Teucheln» - teils unter-, teils ober- irdisch dem Dorfbrunnen zugelei- tet. In Schaan sind die Dorf- und Gemeindebrunnen schon in einem Gemeindeprotokoll vom Jahre 1851 erwähnt. In Vaduz bezogen die Häuser im Altenbach und entlang der Herrengasse ihr Wasser aus meh- reren Brunnenstuben an der nördli- chen Schlosshalda, das Amtsquar- tier im Städtle aus Quellfassungen oberhalb und unterhalb des Schloss- felsens. Das Schloss selbst mit sei- nen Wirtschaftsgebäuden verfügte über eigene 
Quellfassungen. 10
	        

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