Volltext: EINTRACHT (1997) (Advent)

EINTRACHT ADVENT 
1997 GEDICHTE Maria Grabher-Meyer 10. Januar 1898 bis 2. November 1969 Maria Grabher- Meyer wurde am 10. Januar 1898 als sechstes Kind der Arbeiter- und Bauernfamilie Kaufmann in Schaan geboren und verlebte dort mit ihren Geschwistern ihre Jugend- zeit. Über ihr Leben haben wir in der Osterausgabe 1997 berichtet. Nachstehend noch weitere Gedich- te von ihr. Veilchen Wenn d'Veilchen net schmecka täten, im Gras so versteckt, sie wören wohrschinlig no selta entdeckt. Sie höcklen bescheida uf ma ganz kurza Stiel, met Blättle verdeckt, und d Färb rüeft net viel. Aber das guet Gröchle hertret vom Wind, verratet das Örtle, wo mas denn findt. A Sträussle Veilchen beglückt jedas Herz, ma schmeckt dra und freut si und dankat am 
März.Di 
erseht Liebe Di erseht Liebe im Läba, das ischt s Schönscht uf dr Wält. S ischt a Gschenk Gottes, ma ka s net kofa met Galt. Z erseht spriessat si zart, wia n a Blüemle im Lenz zmol schüsst si i d Höhi und kennt ka Grenz. Ma denkt nüt me anders bi Tag und bi Nacht. Bim Schaffa natürlig wört nüt me rächt gmacht. Jede Stund ischt verlora und ummasoss gläbt, wo am das lieb Schätzle net drockt und net hebt. Und Schwur wärdan gschwora, und jedas globt dra, und Plee wärdan gschmedat, wia packen mrs a. Si sind äfach glöcklig i dar herrliga Zit. Und äs ninnt das ander i sis Himmelreich met. Vergissmeinnicht Das ist an arma Tropf wo si net bockt, wenn er am Wesarand das blau Blüemle erblickt. Der hat koa Herz ir Broscht statt dessa an Stä, und ischt mit der schwera Last, ganz sicher alää.Wem 
das Blüemle nüt set mit sir Innigkeit, hat d Seel scho verspellt für d Ewigkeit. Nahm er an änzigsmol a Vergissmeinnicht mit, der Stä tat si wandla met jedam Schrett. Er wür weder a Herz met Läba und Bluat, er salb weder Mensch und war weder guat. Mier alli hons gern, es goht üs is Gmüet, und truren am noch, wenns weder verblüeht. Das verkannte 
Schulpult Kronawörts Büeble kunt hür id Schuel, es ninnts füarchtig ernst und wechtig, am ersta Tag scho mänts, es kern z spot und d Uhra gengan net rechtig. Es redt wia an Grossa und tuet ganz frönd met der neua, ledriga Täscha, es hat sogar s Gsecht und dr Hals und d Hend, ughässa met Säfa gwäscha. «Bis brav und flüssig, und los was ma set, kasch üs z Mettag denn brechta!» set Kronawörti zum Büeble noch, und planget scho uf dia Gschechta. Noch dr Schuel aber kunts net gad loschtig doher, henkt s Köpfle tüfsinnig an Boda, und d Schueltäscha schint m o scho viel z schwer, as wenn sm scho wet vertläda. Alli fragen: Wia isch as o gsi? Kasch gwöss scho a bezzile schriba? Na! rüeft es, das machen si ohne mi, das Schuelgoh, das loss i bliba! Warum o? Gfallen dr d Buaba so schlächt? Komm, säg mer s, wenn i scho frag! Do rüeft der Kli zornig: «D Büeble sin recht, aber der a dr Kassa, das ischt an Kog!»
	        

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