Volltext: EINTRACHT (1996) (Staatsfeiertag)

mm SU EINTRACHT STAATSFEIERTAG 
1996 LACHENDES LIECHTENSTEIN Ein Balzner fährt nach Wien. Einst fuhren alle Abgeordneten un- ter Führung des Regierungschefs im Schnellzug nach Wien. Im Speise- wagen bestellten sie Getränke, und als es zum Zahlen kam, stellte ein Balzner fest, dass sein Bier teurer sei als daheim in den Wirtschaften. «Ir sind abr tüüre Kröömer», be- merkte er zum Kellner, der ihn natürlich nicht verstand. Höflich fragte er: «Was meint der Herr?» Schlagfertige Antwort des Chefs: «Der Herr meint, es sei ein ausge- zeichnetes Bier.» In Wien gab es einen gemeinsamen Hock mit Landsleuten im Rathaus- keller. Der Balzner musste «austre- ten» und fand zu seinem Erstaunen an der Klosettür einen Münzauto- maten. Entrüstet kam er zur Runde zurück und verkündete: «So a Ge- meinheit, förs Schissa no zahla! I verhebs und suuf drföör no a 
Bier.» Der Rindviehbestand Sind wir Liechtensteiner nicht ein friedliches, grundanständiges Volk? Sind wir nicht liebenswert und treu? Aber dumm? Das sind wir nicht, mindestens möchten wir nicht für dumm angesehen werden, auch nicht von der eigenen Regie- rung. Aber man höre und staune, was höchstdieselbe einst in ihrem Rechenschaftsbericht an den Ho- hen Landtag feststellte: Nach der Volkszählung beträgt der Rindvieh- bestand unseres Landes total 
6198. Das erste Regierungsauto Wir hatten noch einige Jahre nach dem Krieg kein Auto für die Regie- rung. Da schenkte ihr ein Auslän- der ein zwar grosses, aber ausge- dientes, und das war 's Regierigs- auto.Dorfpolitik 
Dieser berühmte Wagen wurde für ganz verschiedene Zwecke verwen- det. Polizist Eberle musste damit ei- nen Bundesrat in Sargans abholen, und dieser bemerkte ein grosses Loch im Sitz. Der Fahrer Gustl er- klärte ihm, er habe gestern einen liederlichen Mann nach Bitzi brin- gen müssen in die «Arbeitserzie- hungsanstalt», und dieser habe aus Zorn ein Loch gebrannt. Arbeits- scheue nach Bitzi, Bundesrat nach Vaduz, eine seltsame 
Kombination! Der Schlosskarli Der Schlosskarli war Hausbursch in der Schlosswirtschaft, und dort zechten Bündner Gäste ziemlich ausgiebig. Der Karli sollte sie in ei- nem Handschlitten ins Dorf hinun- terführen, aber die Bündner hatten Angst. Da versicherte er, mit die- sem Schlitten habe er «schon man- ches Fuder Mist hinuntergebracht» und nie umgeleert. Ein Bild mit dem Karli und dem schönen Ver- gleich erschien in dem damals bei uns beliebten Bündner Kalender.Ein 
interessierter Bürger fragt einen Gemeinderat, warum der Hans im- mer hineingewählt werde und auch in Kommissionen sitze. Der habe doch keine eigene Meinung und mache nie Vorschläge. «Eba drum, und denn het er noch a grosse Ver- wandtschaft.» Ob es sich hier um einen Einzelfall handelt? Ein Dorfpolitiker tat am Stammtisch wichtig mit seinen Kenntnissen über die politischen Verhältnisse in der Gemeinde. Als aber verlangt wurde, er soll in Einzelheiten er- klären, wie die Wahlen ausgehen werden, sprach er die weisen Wor- te: «Es ka grad no goh, wia's well.» Quelle: «Lachendes Liechtenstein», Prof. Otto Seger, 
Vaduz In Liechtenstein ist alles noch bei Launen. Der Gedanke ist nicht ganz abwe- gig, dass einer, der die Führerprü- fung für ein Fahrzeug erworben hat, mit einem Bein schon im Gefängnis steht. So jedenfalls erweckt es 
den Führerprüfung [Untersuchungsgefängnis Eindruck, wenn man diese Beschil- derung liest. Mag sein, dass diese Hinweise eher zufällig in Kombina- tion zueinander geraten sind. Liechtenstein ist klein, so sind auch die verschiedenen Instanzen nahe beieinander. Gehst du zur einen Türe hinaus, stehst du vor dem nächsten Amt. Wird der Untersu- chungsrichter auch ein Auge darauf haben, wer sich bei der Führerprü- fung anmeldet - oder hinterlegt der Fahrexperte gleich den Namen des Prüflings beim Untersuchungsge- fängnis?A.M. 28
	        

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