Volltext: EINTRACHT (1996) (Staatsfeiertag)

mm ES EINTRACHT STAATSFEIERTAG 1996 Kappile St. Wolfgang in 
Triesen Kappile St. Wolfgang in 
Triesen Das Kappile 5f. Wolfgang wurde Ende des 19. Jahrhunderts direkt auf den Fundamentmauern der zer- fallenen Kapelle St. Wolfgang er- richtet. Diese soll im Gedenken an eine im Jahre 1499 während des Schwabenkriegs geführte Schlacht gestiftet worden sein. Deutlich er- kennbar ragen an der Hangseite des Kappiles die Reste des Chormauer- werks des ehemaligen Gotteshauses aus dem Boden. Sein heutiges Er- scheinungsbild verdankt das Kap- pile einer vor wenigen Jahren durchgeführten Renovation, die im Anschluss an die im Jahre 1988 erfolgte archäologische Untersu- chung des ehemaligen Kapellen- areals durchgeführt worden ist. Seit dieser Zeit ist im Innern des Kappi- les die verkleinerte Kopie einer Al- tartafel des frühen 15. Jahrhunderts,die 
aus der abgegangenen Kapelle stammen soll, angebracht. Sie zeigt die Darstellung des hl. Wolfgang mit den Attributen Kapelle und Beil. Das Original des Altarbildes befindet sich im Besitz des Liech- tensteinischen Landesmuseums. Die archäologischen Untersuchun- gen von 1988 haben ergeben, dass die erstmals in einem Visitations- protokoll im Jahre 1520 erwähnte Kapelle in gotischen Bauformen mit Langhaus und polygonal geschlos- senem Chor wahrscheinlich kurz vor 1500 am südlichen Dorfein- gang von Triesen errichtet worden sein muss. Die Erbauung vor der er- wähnten Schlacht von 1499 ist wahrscheinlich. Die Kapellenruine ist vor deren Abbruch von Moriz Menzinger (1832-1914) um 1850 ausführlich zeichnerisch dokumen- tiert 
worden.Kappile 
an der Sägagass in Triesen Die Andachtsstätte an der Sägagass zählt zu den Pestkappile des Lan- des. Hier sollen in Pestzeiten die Toten von Triesen und Triesenberg bestattet worden sein, als der Tries- ner Friedhof sie nicht mehr aufneh- men konnte. Die Zeit seiner Erbau- ung ist nicht näher bestimmbar. Bei Strassenbauarbeiten um die Jahr- hundertwende wurden südwestlich vom Kappile menschliche Gebeine freigegraben. Die Frage, ob es sich dabei um ein im Pestjahr 1629 an- gelegtes Massengrab für mehr als siebzig Verstorbene handelte, lässt sich nicht mehr beantworten. Im Jahre 1966 wurde aus dem Kap- pile ein geschnitztes Tafelbild mit der Darstellung der Heiligen Fami- lie entwendet. Dieses dürfte zusam- men mit dem Holzbild vom Kappi- le am St. Mamertaweg von einem Schnitzer für einen Bilderzyklus hergestellt worden sein. Eine von Engelbert Schädler (1906-1961) En- de der Fünfzigerjahre geschnitzte Kopie des später entwendeten Reli- efbildes befindet sich seit zwei Jah- ren im Besitz der Gemeinde Trie- sen. Kappile an der Sägagass in 
Triesen 12
	        

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