Volltext: EINTRACHT (1995) (Advent)

»• 0^ EINTRACHT ADVENT 1995 Diese Ecke im Obergeschoss veranschaulicht die Balken- und Schindelherstellung in früherer 
Zeit. Der häusliche 
Bereich Werfen wir noch einen Blick in den gegenüberliegenden Raum, der be- sonders dem häuslichen Bereich gewidmet ist. Von der schlichten Ausstellung der Küchengeräte mit den russigen Kupferpfannen, dem kupfernen Wasserbehälter mit dem «Gätzi» (Schöpfgefäss), der Kartof- felstampfe, den Töpfen und Butter- behältern, dem Wursthörnchen und den Kaffeemühlen bis hin zum Spinnen und Weben wird uns ein eindrucksvolles Bild von der Ein- fachheit des Wohnens und der häuslichen Arbeit unserer Vorfah- ren vermittelt. Allerdings erleben wir hier nicht jene russgeschwärzte Küche mit dem offenen Kamin und die gemütliche alte Stube, wie sieKatharina 
Lampert, Nr. 106, ds Tobl Kathrini, geb. 30.10.1829, gest. 
19.2.1911nur 
unser altes Walserhaus zeigen kann. So gilt es, zu diesem Haus, das uns den echten Raumeindruck vermittelt, besonders Sorge zu tra- gen. Das alte Haus, unser erstes Heimatmuseum, kann nach wie vor in geführten Gruppen oder auf Vor- anmeldung besucht werden. Unser kleines Museum könnte schon aus Platzgründen nicht die ganze Vielfalt und den Reichtum des weltlichen und religiösen Brauchtums aufzeigen. Es kann auch keine prachtvollen alten Trachten, wie sie das Wallis oder verschiedene Walserkolonien ken- nen, zeigen. Doch nicht weniger interessant sind unsere ausgestell- ten «Chappa» (Hüte, Hauben), die echtes Brauchtum verkörpern. Es handelt sich um einen Hochzeits- brauch: Die Brautleute wurden früher vor der Hochzeit an drei auf- einanderfolgenden Sonntagen von der Kanzel verkündet. Erst am drit- ten Verkündigungssonntag besuchte das Brautpaar den Hauptgottes- dienst. Die Braut trug ein braunes oder dunkelblaues Kleid und eine weisse Schürze. Der besondere Stolz aber war die «Chappa», ihr schwarzer Hochzeitshut. Die ganze Gemeinde durfte die strahlende «Schpuusa» nach dem Gottesdienst bewundern. Bei der Vermählung trug die Braut ein schwarzes Kleid. Die Haare schmückte ein weisses Kränzchen. Hingegen zeigte sie ih- re Chappa ihr ganzes Leben lang an hohen Fest- und Feiertagen. Die «Chappa» hat anlässlich der Neu- gestaltung der Triesenberger Tracht eine Wiedergeburt erfahren und wird heute von der Trachtenträgerin als Kopfbedeckung getragen. Beschliessen wir unseren Rundgang mit der Betrachtung der Ausstel- lungsvitrine zur Beleuchtungsge- schichte. Die ältesten, noch erhal- tenen Beleuchtungsgeräte sind die Talglichter, bei uns «Tägl» genannt. Sie wurden abgelöst von den Öl- lichtem, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts durch Petrol-Lampen ersetzt wurden. Die Elektrifizierung setzte bereits 1901 ein, doch erst im Jahre 1948 bekam der letzte Weiler im Bergdorf Triesenberg elektrisches Licht.15
	        

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