Volltext: EINTRACHT (1994) (Advent)

E!£§ 
EINTRACHT ADVENT 1994 halten. In den liechtensteinischen Pfarrkirchen werden Christbäume etwa seit 1920 
aufgestellt. Nikolaus In der vorweihnachtlichen Zeit ha- ben die Kinder einen speziellen Tag, den sie mit Freude und viel- leicht mit etwas Bangen erwarten; den Nikolaustag (6. Dezember). Denn kurz vor diesem Tag hören viele Kinder immer wieder den Ausspruch: «Wenn jetz ned fol- gischt, säg is em Nikolaus». Manchmal nützt es sogar etwas. Spätestens jedoch dann, wenn der Mann mit dem weissen Bart, der ro- ten Robe, der Mitra und dem Stab zusammen mit seinem Begleiter, dem Krampus, in der guten Stube steht. Man bereut seine Untaten schnell und trägt als Wiedergutma- chung ein Nikolausgedicht vor. Der Lohn lässt dann nicht lange auf sich warten. Der Nikolaus ist eigentlich als Kinderfreund und Gabenbringer bekannt, und deshalb dürfen Man- darinen, Nüsse und Schokolade natürlich an keinem Nikolaustag fehlen. Woher stammt der Nikolaus? Die frühesten Belege für einen Ni- kolauskult stammen aus den roma- nischen Ländern, und zwar aus der Zeit zwischen 1000 und 1200, und erreichten von dort ausgehend schon bald Deutschland. Gestalt und Tun manch älterer Geisterwe-sen, 
die nun den Namen des Tages- heiligen erhielten, gingen im Laufe der Zeit auf den heiligen Nikolaus über, dessen historisches Urbild ein wundertätiger Bischof ist, der um 300 n. Chr. in Myra in Kleinasien lebte. Daher ist es begreiflich, dass auch der Hl. Nikolaus, wie auch winterliche Dämonen, belohnen und ermahnen oder gar bestrafen muss. Letzteres überlässt er als gu- ter Heiliger in Bischofsgestalt lieber seinem Begleiter, dem Krampus. Der Gabenbringer Nikolaus war für Martin Luther ein Dorn im Auge. Er versuchte, den Gabenbringer vom heiligen Bischof abzulösen, was ihm teilweise auch gelang, aber an Stelle desselben trat in der Kinder- vorstellung seit etwa 1800 das weissgekleidete «Christkind», das nun an Weihnachten die Gaben bringt. Der gabenbringende Niko- laus war aber nicht zu verdrängen. Rita 
Jäger SAGEN Gefährliche Geldsuche Gerade im Zusammenhang mit dem Teufel hat uns Otto Seger eine köstliche Begebenheit überliefert. Nicht nur heute, auch in früherer Zeit gab es Menschen, die schneller reich werden wollten als auf dem ehrlichen Weg der Arbeit und der Leistung und dabei auch die ver- brecherischen Umwege benützten, wenn sie zum Ziele führten. Sieben Männer aus Güdingen hat- ten in einem alten Buch die Zau- berformeln gefunden, wie man den Teufel zu einem willigen Geldlie- feranten zwingen konnte. Die schwerste Aufgabe bestand darin, während drei Tagen und drei Näch- ten auf jede Nahrung und auf jedes Getränk, auf den Schlaf und jedes gesprochene Wort zu verzichten. Die tüchtigen Kerle vollbrachten aber diese unglaubliche Leistung. Da war es wohl richtig, dass der Teufel auch erschien. Merkwürdi- gerweise stieg er mit einem schwe- ren Sack voll Geld von einem Baum herunter, als hätte er die Ta-ler 
wie Äpfel gepflückt. Sie glänz- ten verführerisch im Sack und ver- sprachen ungeahnte Möglichkeiten. Die sieben Männer frohlockten und machten sich schon bereit, den Schatz zu teilen. Da mischte sich ein bitterer Wer- mutstropfen in ihr vermeintliches Glück, denn der Teufel gibt auch nichts her ohne Entgelt; er sagte spöttisch, das sei nun das Geld, aber dafür müsse der siebente in der Reihe mit ihm in die Hölle fah- ren. «Eins, zwei, drei», begann der Teufel und zeigte mit dem Finger auf die Männer der Reihe nach hin. Da fuhr den Kerlen der Schreck in die Glieder, keiner wollte der sie- bente sein, sie sprangen wie eine aufgeschreckte Hühnerschar durch- einander, so dass der Teufel jedes- mal wieder von vorn mit der Ab- zählerei beginnen musste. Als ihm die Sache zu bunt wurde, bannte er die Männer, so dass sich keiner mehr von der Stelle bewegen konn- te. Es wäre jetzt um einen von ih- nen geschehen gewesen, wenn nicht ein Mann das unverhoffte Glück gehabt hätte, dass in seinem Kittel ein geweihtes Medaillon ein- genäht war; er wusste nicht, dass V 
* dies heimlich seine Stiefmutter ge- tan hatte. Er sprang in einer Hatz zum Pfarrer von Mauren, erzählte ihm die gefährliche Begebenheit, und eilends kam der Pfarrer mit, um die Sünder zu befreien. Aber das Unglück wollte es, dass er nur
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.